Fussball
Klarer Auftrag in Idar-Oberstein: Eins höher rücken, bitte!
Oberliga – das ist Mindestanspruch nur für kurze Zeit. Mittelfristig hat der hoch über der Nahe ansässige Sportclub die Regionalliga im Visier. Dorthin hatte sich der SC vor zehn Jahren gehievt: 2011 gab es die bis dato letzte Meisterschaftsfeier. Damals in die West-Staffel aufgerückt, war nach der Neuordnung der Regionalligen und einer Saison im Südwest-Verbund der Viertligisten Schluss.
Irgendwas muss damals ins Rutschen gekommen sein. Abstieg 2015, Aufstieg 2017 via Relegation, nach zwei Oberliga-Jahren schon wieder weg vom Fenster: Trübe Zeiten waren das im „Haag“, der hoch über der Edelsteinmetropole gelegenen Heimspielstätte der Rot-Weißen. Aber das ist Schnee von gestern, zumindest für Andy Baumgartner. Der Trainer blickt allenfalls ein Jahr zurück – Beginn seiner Amtszeit, die aus seiner Sicht gern auch auf Anhieb von einem Titel hätte gekrönt werden können.
Ein Fußball-Besessener aus Rammelsbach
„Es hätte vielleicht gereicht“, sagt der 37-Jährige – leise und nachdenklich, was sonst bei dem mit sonnigem Gemüt ausgestatteten, in Rammelsbach im Landkreis Kusel aufgewachsenen Fußball-Besessenen eher ungewöhnlich ist. Baumgartner dampfplaudert gern, beweist dabei Humor, gilt aber als akribischer Arbeiter. Nicht von ungefähr hatte ihn Bundesligist Mainz 05 in seine Nachwuchsschmiede gelotst. Deshalb wurmte die einzige Testspiel-Pleite: Besagte 1:1-Prügel setzte es ausgerechnet gegen die A-Junioren der Null-Fünfer, in deren Auftrag Baumgartner bis heute nach Talenten späht.
Sein Auftrag beim SC aber steht nun klar im Vordergrund – und lautet Aufstieg, bitte: Mit diesem Ziel hatten ihn die Idarer von der SG Meisenheim losgeeist, die Baumgartner in die Verbandsliga geführt hatte. Ausgerechnet beim Ex-Klub aber ging die Pflichtspiel-Premiere in die Hose. Das Team fand die passende Antwort auf die 2:3-Derbyschlappe, ließ fünf Siege folgen, ehe Corona Ballschränke füllte und Rasenplätze leerte.
Jetzt also ein neuer Anlauf. Dabei baut Baumgartner auf einen fast unveränderten Stammkader, jedoch auf Sicht verstärkt durch „junge Wilde“. Nicht weiter verwunderlich, hat sich Baumgartner doch seit seinen Trainer-Lehrjahren bei der SG Blaubach-Diedelkopf der Talentförderung verschrieben.
Die Brasilianer-Connection
Das Gerüst des Mit-Titelanwärters steht. Ex-FCK-Profi Flavius Botiseriu (22) ist schon vor einem Jahr zu seinem Heimatverein zurückgekehrt, ist als Identifikations- und Führungsfigur feste Größe. Beide Rollen füllt auch Christian Henn aus, der mittlerweile eine weitere übernommen hat: „Der ideale Co-Trainer“, sagt Baumgartner über Henn, der im SC fest verwurzelt ist, vor und nach fünf Saisons beim FK Pirmasens neun Jahre im „Haag“ am Ball war. Das Tandem baut weiter auf die Brasilianer-Connection (Paulo de Souza, Thiago Reis Viana, Alex Ricardo) sowie Justus Klein (23) und Florian Zimmer (21), Eigengewächse und Asse im Idar-Sturm.