Fussball-EM RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Software im EM-Einsatz

Markus Leonhard (links) und Henning Wiescher, die beiden Geschäftsführer der Firma Eventvolunteers.de, die für die Fußball-EM in
Markus Leonhard (links) und Henning Wiescher, die beiden Geschäftsführer der Firma Eventvolunteers.de, die für die Fußball-EM in München eine Software für die Helfer entwickelt hat.

Bei der Fußball-EM in München soll alles rund laufen. Hunderte von freiwilligen Helfern, so genannte Volunteers, sind dafür im Einsatz. Damit immer die richtigen Leute an den richtigen Stellen sind, hilft eine Software, die in Kaiserslautern entwickelt wurde. Das Frankreich-Spiel war die Feuerprobe für die App .

„Wir sind total happy, es hat alles sehr gut funktioniert.“ Henning Wiescher, gemeinsam mit Markus Leonhard Geschäftsführer des Kaiserslauterer Unternehmens Eventvolunteers, war nach dem ersten Deutschland-Spiel in München zwar nicht mit dem Ergebnis (0:1 gegen Frankreich) zufrieden, wohl aber mit dem Einsatz und der Leistungsfähigkeit der Software, die das Unternehmen entwickelt hat. „Die App war das erste Mal im Einsatz und sie wurde sehr viel genutzt.“

In der Allianz-Arena stellten Wiescher und Leonhard Anfang Mai ihre Software vor, mit der der Einsatz der freiwilligen Helfer in München koordiniert wird. Das Programm lässt sich grob in drei Stücke unterteilen. Da gibt es zum einen eine Website, auf der sich die Helfer registrieren können, dabei auch Angaben machen können zu ihren Sprachfertigkeiten und ihren Verfügbarkeiten. Daneben gibt es ein Programm, das die Dienstpläne ausarbeitet, sowie eine App, die letztendlich auch auf den Mobiltelefonen der Helfer zu finden sein wird.

Der erste Praxistest überzeugt

Diese App ermöglicht es laut Wiescher den Volunteers nicht nur untereinander zu kommunizieren, sondern auch die Einsichtnahme in den jeweiligen Schichtplan für den Tag. „Und es gibt eine Check-in-Funktion mittels QR-Code.“ So könnte das Koordinierungsteam immer genau ablesen, ob an den jeweiligen Orten die richtige Anzahl von Helfern im Einsatz ist oder ob noch nachgesteuert werden muss. In München gibt es sogar zwei Volunteer-Programme. Eines, das vom europäischen Fußballverband Uefa aufgelegt wurde. Das zweite, für das die Kaiserslauterer Firma die Software erstellt hat, wurde von der Stadt München ins Leben gerufen. Insbesondere mit der App waren die Verantwortlichen nach dem ersten Praxistest hochzufrieden.

„Das hat sehr gut geklappt, im Volunteer-Zentrum konnte immer genau verfolgt werden, wie viele Helfer wo und wann im Einsatz waren.“ Rund 200 Helfer wurden so koordiniert, Wiescher saß am Dienstag den ganzen Tag am Computer und half, wenn es brannte. Lichterloh brannte es zwar nicht, dennoch war er froh, den ein oder anderen kleinen Fehler ausbügeln zu können. Gerne wäre er beim Spiel im Stadion gewesen, für den ursprünglichen Termin im vergangenen Jahr habe er sogar Tickets gehabt. „Das hat dann beim Anpfiff schon ein kleines bisschen wehgetan.“

Mindestens ausgeglichen wurde das aber durch das gute Gefühl, ein gutes Programm entwickelt zu haben, das in der Praxis gut läuft. „Man kann vorher testen, so viel man will, der eigentliche Praxistest, die Feuerprobe, kommt dann beim ersten Einsatz“, so Wiescher. Und der lief gut. „Wir sind jetzt durch.“ Vor dem nächsten Spiel gegen Portugal ist ihm – zumindest aus Eventvolunteers-Sicht – nicht bange.

Eine unzureichende Software und ihre Folgen

Wiescher ist von Haus aus Software-Entwickler, sein Unternehmenspartner Leonhard ist Eventmanager, hat auch schon bei der WM in Kaiserslautern 2006 in Sachen Volunteers Erfahrungen gesammelt. Es folgten Einsätze bei den Freiwilligenprogrammen bei Olympischen Spielen, etwa im kanadischen Vancouver sowie 2012 in der britischen Hauptstadt London. 2018 war Leonhard laut Wiescher für das Volunteer-Programm bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin verantwortlich. Sauer aufgestoßen sei ihm dabei aber die Software, die rund um die Veranstaltung und die Helfer im Einsatz war.

Da sah Leonhard Luft nach oben. „Henning, Du programmierst doch“, mit diesen Worten sei Leonhard damals an ihn herangetreten, berichtet Wiescher weiter. Da müsse doch etwas gemacht werden. Gesagt, getan. Drei Jahre später ist die neue Software im Einsatz. Das nächste Mal am Samstag.

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