Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Julian Nagelsmann in der Bredouille – DFB ermittelt nach seinem Ausraster

Hatte sich in Mönchengladbach nicht im Griff: Julian Nagelsmann.
Hatte sich in Mönchengladbach nicht im Griff: Julian Nagelsmann.

Die Entgleisung von Bayern Münchens Trainer Julian Nagelsmann am Samstag nach der 2:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach schlägt hohe Wellen. Der DFB-Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen. Eine Strafe droht.

Julian Nagelsmann versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war. Julian Nagelsmann schlüpfte in die Rolle des Pressesprechers von Julian Nagelsmann. „Natürlich habe ich mich in der Mixed Zone aufgeregt, aber nicht jedes Wort bitte auf die Goldwaage legen“, sagte er zu den Journalisten nach dem Spiel. „Es gibt Emotionen in diesem Sport, davon lebt er auch. Es ist nicht alles richtig, was ich da sage oder von mir gebe. Von dem her jetzt nicht 18 Nachfragen und nicht auf jedes Titelblatt bitte.“

Julian Nagelsmann ahnte, was da kommen würde.

Zu spät. Der Trainer des FC Bayern München hatte mit seinem Auftritt in den Katakomben des Borussia-Parks, mit seinem missmutigen, aufgebrachten Umherstampfen, mit dem Gang zur Kabine von Schiedsrichter Tobias Welz, das Thema des Wochenendes gesetzt. Und zwar auf jedem Titelblatt, um im Bild von Nagelsmann zu bleiben. Später am Abend entschuldigte sich der Wutbürger dann auf Twitter, und zwar „für die Wortwahl gegenüber dem Team rund um Tobias Welz. Da bin ich leider eindeutig zu weit gegangen.“

Upamecanos Platzverweis erregt Gemüter

Der 35-Jährige war auch gut eineinhalb Stunden noch außer sich, weil sein Abwehrchef Dayot Upamecano nach einem Körperkontakt mit Alassane Pléa in der achten Spielminute die Rote Karte sah. Nagelsmann erachtete diesen Platzverweis, der (natürlich) dem Spiel eine ganz andere Richtung gab, als falsch. Und er sagte zu dem Gespräch mit dem Unparteiischen, das er bereits auf dem Spielfeld suchte: „Ja, er hält an seiner Entscheidung fest, warum auch immer. Meiner Meinung nach musst du dir bei so einer Situation nah vor dem Strafraum sicher sein, dass es zu einhundert Prozent ein Foul ist. In meinen Augen hat Upa einen minimalen Touch an der Schulter, aber er zieht nicht. Man sieht auch in der Slow-Motion, dass die Schulter von Pléa sich keinen Meter bewegt.“ Im „Doppelpass“ berichtete Tobias Welz gestern: „In der Kabine haben wir auf Augenhöhe eine Diskussion geführt. „Es war emotional, aber es wurden keine Beleidigungen getätigt.“

Das Spiel in Paris in den Knochen

Der Platzverweis entschied im Grunde die Partie. „Die Rote Karte kam recht früh, das wird dann schon schwer. Mit dem Spiel in Paris im Rücken waren am Ende die Kräfte ein bissel weg. Das war nicht einfach“, meinte Julian Nagelsmann.

Zwar gelangen den Bayern nach dem 1:0 durch Lars Stindl das 1:1 durch Eric-Maxim Choupo-Moting, doch durch Jonas Hofmann und Marcus Thuram zogen die Borussen auf 3:1 davon, ehe Mathy Tel in der Nachspielzeit noch das 2:3 gelang. Mit der frühen Auswechslung von Kapitän Thomas Müller musste Nagelsmann eine brutale Entscheidung treffen. „Tut mir auch für Thomas leid“, sagte er. Der formschwache Serge Gnabry hätte sich auch angeboten für den frühen Wechsel.

Torhüter Yann Sommer, freundlich empfangen, nett offiziell verabschiedet, erlebte bei seiner Rückkehr nach Mönchengladbach keinen schönen Nachmittag. „Das ist natürlich ein Rückschlag, den wir schlucken müssen. Der Spielverlauf war heute gegen uns. Wir müssen heute analysieren und nach vorne schauen. Wir haben nächste Woche einen Spitzenkampf in der Allianz-Arena.“

Am Sonntag kommt der 1. FC Union Berlin

Genau. Am Sonntag kommt Verfolger 1. FC Union Berlin nach München. Joshua Kimmich baut darauf, dass die Bayern das dann regeln und nach dem Spiel weiter Spitzenreiter sind.

Mönchengladbachs Trainer Daniel Farke schloss nicht aus, dass der eine oder andere seiner Jungs karneval-affin ist, er selbst will die närrischen Tage aber auf dem Sofa mit Kaffee und Kuchen verbringen. Aufregung hatte er jüngst genug.

Gleich kommt Alassane Pléa zu Fall, Dayot Upamecano touchiert ihn leicht.
Gleich kommt Alassane Pléa zu Fall, Dayot Upamecano touchiert ihn leicht.
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