Sport Jobgarantie für FCK-Trainer Fünfstück
Düsseldorf. „Konni bleibt!“ Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz und der Aufsichtsrat des Zweit-bundesligisten 1. FC Kaiserslautern haben Trainer Konrad Fünfstück gestern das Vertrauen ausgesprochen. „Wir trauen dem Trainer zu, die Wende zu schaffen“, erklärte Kuntz. Am Samstag verlor der FCK bei Fortuna Düsseldorf 3:4 (1:3) und dilettierte sich durch ein anfängerhaftes Defensivverhalten mit der fünften Niederlage in Folge in Abstiegsgefahr.
Schon unmittelbar nach der Partie hatte Mannschaftskapitän Daniel Halfar sich eindringlich für die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Fünfstück ausgesprochen. „Der Vorstand und der Aufsichtsrat stehen geschlossen hinter Konrad Fünfstück. Wir sind uns sicher, dass er die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückbringt. Wichtig ist jetzt vor allem, dass wir beim FCK die Ruhe bewahren, denn diese Situation können wir nur gemeinsam lösen. Die Geschlossenheit war immer unsere Stärke“, erklärte Kuntz. Er setzt auf die Fans. Eine Gruppe will das Ziel „40.000 gegen Sandhausen“ ausrufen, um im nächsten Heimspiel gegen den Kurpfalz-Rivalen am 3. April mit großer Kulisse zum zwölften Mann der verunsicherten Mannschaft zu werden. Vor dem Spiel in Düsseldorf hat nach Informationen des „Kicker“, die sich gestern verdichteten, zumindest ein Aufsichtsratsmitglied mit möglichen Feuerwehrmännern Kontakt aufgenommen. Die Namen Peter Neururer und Holger Stanislawski sind nicht bestätigt. Ein anderer Spritzenmeister, Friedhelm Funkel, ist vom Markt. Der 62-Jährige heuerte vor acht Tagen in Düsseldorf an. Funkel ist ein Schlachtross, kampferprobt in 471 Pflichtspielen als Profi und über drei Jahrzehnten als Trainer. Er schöpfte aus einem reichen Fundus an Anekdoten, die er seinen Fortunen vor der Partie gegen den FCK erzählte, um sie abzulenken und ihnen vor Augen zu führen, dass nichts unmöglich ist im Sport. Auch jene Geschichte war dabei, da Funkel mit Bayer Uerdingen im Europapokal Dynamo Dresden 7:3 schlug und die 0:2-Hinspielniederlage nebst eines 1:3-Rückstandes drehte – im „Wunder von der Grotenburg“. Auf den Tag genau 30 Jahre später bezwang Funkel mit der Fortuna bei seinem Einstand den FCK 4:3. Wer weiß, vielleicht dient auch diese Partie eines Tages zur Legendenbildung. „Druckt einfach das Ergebnis, das sagt alles“, riet Fortunas Kampfturbo Alex Bellinghausen. Einen mit seiner Mentalität könnte der FCK 2016 gut gebrauchen. Jean Zimmer ist so ein Typ, aber seit einiger Zeit seltsam verkrampft, nicht so bissig, vor allem im Rückwärtsgang nicht immer mit seiner galligen, ultimativen Entschlossenheit gesegnet. 0:1, 1:1, 1:3, 3:3, 3:4 – so gestaltete sich das Spiel aus Sicht der Roten Teufel, die zum fünften Mal in Folge als Verlierer vom Platz schlichen und seit sechs Spielen auf einen Sieg warten. Die Abstiegsgefahr wächst, der Frust nimmt zu, auch bei sogenannten Fans, von denen (die Angaben schwanken) zwischen 200 und 400 auf dem Heimweg für einen skandalösen Zwischenfall am Kölner Bahnhof sorgten. FCK-Sprecher Stefan Rosskopf sagte, der Verein sammle alle verfügbaren Informationen zu den Vorfällen und wolle sich aber erst dann konkret äußern. Straftaten würden vom Verein verurteilt und müssten entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen. Trainer Fünfstück wackelte, dafür braucht man nach fünf Schlappen am Stück keine Fantasie. Doch Kapitän Halfar formulierte am Samstag ein Plädoyer für den 35-jährigen Franken. „Wenn die Mannschaft nicht intakt wäre oder das mit dem Trainerteam nicht funktionieren würde, wäre das Resultat noch ein ganz anderes gewesen“, sagte Halfar, „es ist immer leicht in solchen Phasen, den Trainer an den Pranger zu stellen. Er verteidigt nicht und schießt keine Tore. Da hätte auch Herr X oder Y an der Seitenlinie stehen können ...“ Halfar fordert „trotz allem“ das gemeinsame Erzeugen einer Aufbruchstimmung, „es ist mehr als fünf vor zwölf, das müsste der Letzte jetzt verstanden haben.“ Jean Zimmer, der mit einem wunderbaren Freistoß das vorübergehende 3:3 markierte, sah ein „gutes Spiel“ und eine „starke Verbesserung im Vergleich zu den letzten Wochen“, das Abwehrverhalten freilich ausgenommen. Halfar stützte diese These. „Ich kann Jeans Ansatz verstehen“, sagte er, „du darfst das bei vier Gegentoren ja keinem erzählen – aber wir hatten das Spiel eigentlich im Griff ...“ Dass mit Kerem Demirbay „ausgerechnet“ ein ehemaliger Lauterer dem FCK mit dem Tor zum 4:3 in den Nacken hieb, passte wie die Faust aufs Auge. „Das sind eben die Geschichten des Fußballs“, sagte Zimmer.
