FCK
Jahreshauptversammlung: Sportlicher Erfolg lässt Ruhe erwarten
Etwas Übung darin, Großveranstaltungen wie die Jahreshauptversammlung online zu veranstalten, haben die Bosse und Organisatoren des 1. FC Kaiserslautern nun schon. Bei der ersten digitalen Mitgliederversammlung des FCK vor neuneinhalb Monaten, am 26. Februar, es war die pandemiebedingt verschobene von 2020, hat technisch alles reibungslos geklappt.
Daher hat der FCK e. V., es ist die jährliche Veranstaltung des eingetragenen Vereins mit seinen mehr als 16.000 Mitgliedern, nicht die der Profifußball-Kapitalgesellschaft – die hat Aktionärsversammlungen – dieselben Firmen wieder beauftragt. Ein Unternehmen kümmert sich ums Streaming, um die Übertragung der Veranstaltung heute (18 Uhr) in einem verschlüsselten Bereich im Internet. Eine andere Firma managt vor allem die elektronischen Abstimmungen. Wahlen stehen diesmal im Gegensatz zur Runde am 26. Februar nicht an. Der fünfköpfige Aufsichtsrat ist noch für zwei Jahre gewählt. Abgestimmt werden muss vor allem über Entlastung oder Nichtentlastung von Vereinsvorstand und Aufsichtsrat.
Etwa 1000 teilnehmende Mitglieder erwartet
Rund 1000 Teilnehmer, die sich meist von zu Hause aus zuschalten werden, erwartet der FCK zur Online-Konferenz. Es sei das klare Ziel, die Hauptversammlung 2022 wieder in Präsenz abzuhalten, wenn es denn die Corona-Lage zulasse, betont der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler. Er wird die digitale Zusammenkunft auch diesmal leiten. Es ist eine im Vergleich zu einigen turbulenten solcher Treffen ruhige Versammlung zu erwarten. Denn es läuft sportlich rund bei der ersten Mannschaft – und das ist die Basis für alles andere. Der Fußball-Drittligist ist nach der Hinrunde Sechster, könnte in der Rückserie im Aufstiegsrennen ein ernsthaftes Wort mitsprechen. Über die positive Entwicklung des Teams ist Keßler „mehr als froh“, betont er im RHEINPFALZ-Gespräch. „Jetzt beginnt in meinen Augen die Phase der Reifeprüfung.“ Am Samstag gastiert der FCK beim Tabellenzweiten Braunschweig. Nach kurzer Pause kommt am 15. Januar Meppen, der Fünfte.
Finanzielle Lage deutlich schlechter als sportliche
Finanziell indes ist die Lage auch ein Jahr nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Profifußball-Kapitalgesellschaft FCK GmbH & Co. KGaA bei Weitem nicht so gut wie die aktuelle sportliche Situation der Fußballer. Die KGaA schreibt in der Dritten Liga ohnehin jedes Jahr Verluste im mittleren bis oberen einstelligen Millionenbereich. Corona erschwert alles noch mehr.
Der FCK e. V. als Konzernmutter und Mehrheitsaktionär hatte zuletzt 6,2 Millionen Euro Schulden und wurde im Februar durch ein Darlehen von 1,05 Millionen Euro liquide gehalten.
Den Kredit stellte die Saar-Pfalz-Invest GmbH, die Gruppe fünf regionaler Unternehmer, Unterstützer/Sponsoren und reicher FCK-Fans, zur Verfügung. Die SPI hatte 2020 schon die Kapitalgesellschaft durch ihre Elf-Millionen-Euro-Beteiligung am Leben gehalten. Nun geht es darum, wie der e. V. den Teil dieser zuletzt rund 6 Millionen Euro Verbindlichkeiten bedienen kann, der 2022 fällig wird. Da ist vor allem die Fan-Anleihe zu nennen, die Betze-Anleihe II in Höhe von knapp zwei Millionen Euro – sie muss der Verein im August zurückzahlen.
Vorsitzender Erfurt: „Ein Wechselbad der Gefühle“
„Ein Wechselbad der Gefühle, was die sportliche Lage angeht, und auch sonst: Trauer unter anderem um Norbert Thines und Horst Eckel, Freude über die positive Entwicklung der Mitgliederanzahl“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Erfurt. Er, Stellvertreter Tobias Frey und Vorstandsmitglied Gero Scira sowie als Gastredner für die Profifußball-Sparte Geschäftsführer Thomas Hengen berichten.
