Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Investorenstreit: Neu abstimmen

Ferngelenkte Autos im Kölner Stadion.
Ferngelenkte Autos im Kölner Stadion.

Die anhaltenden Fan-Proteste schaden dem Fußball. Eine Besinnung ist nötig. Die Stimmen für eine neue Abstimmung mehren sich.

Es gab in der Geschichte der Bundesliga gewichtige Krisen. Da war der Bundesliga-Skandal in der Saison 1970/1971 mit manipulierten Spielen. Die Kirch-Pleite in Folge eines vor 20 Jahren abgeschlossenen Rekord-TV-Vertrages erschütterte die Liga im Jahr 2002. Und die Herausforderungen, die auf die Klubs während der Corona-Pandemie zukamen, sind ja noch gar nicht so lange her.

Großer Imageschaden

Die vehementen Fan-Proteste nach dem abgesegneten Investoren-Einstieg in der Bundesliga und der Zweiten Liga werden noch nicht existenziell, aber sie schaden dem Fußball. Sie sorgen für einen immensen Imageschaden. Der Tenor am Wochenende: So geht es nicht weiter. Das muss aufhören.

Die Stimmen für eine erneute Abstimmung mehren sich. Die Deutsche Fußball Liga hat sich angreifbar gemacht. Hannover 96 hat darauf noch einmal in aller Schärfe hingewiesen. Bei der Mitgliederversammlung im Dezember wurde exakt die benötigte Zwei-Drittel-Mehrheit von 24 Ja-Stimmen erreicht. Hannovers Vereinsführung wies Profifußball-Geschäftsführer Martin Kind an, gegen den Investoren-Einstieg zu stimmen.

Dialog ist nötig

Das Abstimmungsergebnis und die öffentlichen Bekenntnisse von Antragsgegnern lassen jedoch darauf schließen, dass Kind mit Ja gestimmt und dem DFL-Plan damit zur nötigen Mehrheit verholfen hat. Der 79-Jährige selbst verweist auf die geheime Abstimmung und verweigert jede Auskunft. Ist eine abermalige Abstimmung die Lösung? Es muss einen Dialog geben. Die Proteste dürfen nicht zum Selbstzweck werden. Seite 3

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