Sport
Interview: Minister Lewentz über den 100. Geburtstag der Ikone Fritz Walter
Herr Minister Lewentz, wie konkret sind die Planungen für das Fritz-Walter-Jahr, sofern das Coronavirus nicht zum Umdenken oder gar Absagen zwingt?
Wir sind mit der Fritz-Walter-Stiftung in enger Abstimmung mit dem 1. FC Kaiserslautern dabei, das Fritz-Walter-Jahr sehr würdig mit vielen Höhepunkten zu planen. Fritz Walter, diese große Sport-Persönlichkeit, hat jede Ehrung verdient. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird als Schirmherr des Jubiläumsjahres fungieren. Wir werden auch eine Begegnung mit ihm haben – geplant beim DFB-Pokalfinale in Berlin, sofern das wie geplant stattfinden kann. Ich freue mich, dass dann auch Horst Eckel, wenn das seine Gesundheit zulässt, dabei sein wird. Es wird die Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag Fritz Walters geben, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer vorstellen wird. Dann ist auch wieder der Fritz-Walter-Cup gelaufen – die größte Jugendfußball-Veranstaltung in Deutschland. Die Finalturniere Ende März müssen wegen des Coronavirus leider verschoben werden. Insgesamt wird es mit unseren Straßenfußballturnieren wie dem legendären ,Kanälschers’ bis zu 100 Turniere in diesem Jahr geben. Da spielen wir eine hervorragende Rolle.
Und die Jubiläums-Gala am 31. Oktober in Kaiserslautern?
Die Gala ist ein Höhepunkt und soll die Leistungen dieses ganz großen Sportlers und herausragenden Menschen würdigen. Da sind wir in intensiven Vorbereitungsgesprächen mit dem 1. FC Kaiserslautern. Die laufen sehr gut. Mit Markus Merk, der Botschafter der Fritz-Walter-Stiftung ist, und mit Rainer Keßler, der Vorsitzender des Fördervereins der Stiftung, sowieso. Aber auch mit Geschäftsführer Voigt und Wolfgang Erfurt, dem Vorstandsvorsitzenden des FCK. Bei der Gala werden ganz sicher auch viele ehemalige FCK-Spieler dabei sein, unsere Botschafter Peter Briegel, Miriam Welte und Ronnie Hellström. Wir hoffen auch auf Miro Klose und Fritz Walters Patenkind, den DFB-Präsidenten Fritz Keller. Es geht in diesem besonderen Jahr aber auch darum, den Blick nach vorne zu richten. Der ganz jungen Generation muss man schon erklären, wer Fritz Walter war, was er getan, was er geleistet hat, für was er steht. Wenn man das tut, dann springt der Funke über! 2024 haben wir mit der EM in Deutschland ein gigantisches Großereignis in Deutschland. Das ist dann 70 Jahre nach dem Wunder von Bern, das Fritz Walter wesentlich prägte. Da lässt sich wunderbar ein Bogen schlagen.
Sie würdigen Fritz Walter als zeitloses Vorbild für Generationen …
1954 fing alles an. Neun Jahre nach Kriegsende gab der WM-Gewinn am 4. Juli 1954 in Bern einer am Boden liegenden Nation die Identität zurück. Wir sind sehr stolz, dass die Fritz-Walter-Medaille Jahr für Jahr vom DFB an die besten deutschen Nachwuchsfußballer vergeben wird. Viele ganz große Spieler unserer Zeit haben ihre erste große nationale Ehrung mit der Fritz-Walter-Medaille erfahren: die Weltmeister Toni Kroos, Jérôme Boateng, Manuel Neuer beispielsweise oder Joshua Kimmich, Julian Brandt, Timo Werner, Leon Goretzka, Nadine Keßler, Celia Sasic oder Anja Mittag. Die Ehrung will der DFB in enger Abstimmung mit uns in diesem Jahr im Umfeld eines Länderspieles durchführen.
Was kann Fritz Walter der heutigen Jugend noch geben?
Für die Gesellschaft von heute ist es wichtig, solche selbstlosen Vorbilder zu haben. Fritz Walter hat den Teamgedanken vorgelebt. Er war zweifelsohne ein großartiger Fußballer – ein CR7 seiner Zeit! Er hatte Angebote, konnte für viel, viel Geld ins Ausland gehen. Er hielt seinem Verein, seinem FCK, die Treue. Zweimal deutscher Meister, die Endspielteilnahmen, Weltmeister … Er hat den FCK zu dem werden lassen, was er dann war. Man darf nicht vergessen, dass diese Generation einen Teil ihrer Jugend durch einen unsinnigen Krieg verloren hat. Die haben sich gesagt: Wir schaffen es trotzdem! So besonders macht Fritz Walter das, was er nach seiner Karriere geleistet hat, vor allem auch als Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung. Er war nicht nur der Business-Mann, nein, gerade die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite standen, lagen ihm am Herzen
