Nordamerika RHEINPFALZ Plus Artikel In New York gibt es vielleicht den coolsten Sportplatz der Welt

Pickleball im Central Park – ein Trend und ein Boom.
Pickleball im Central Park – ein Trend und ein Boom.

Da sage noch einer, die ganze Welt drehe sich (derzeit) nur um Fußball. Im Central Park von New York bekommt man sofort einen Eindruck von sportlicher Vielfalt vermittelt.

Das Terrain von der 59th bis zur 110th Street und von der 5th bis zur 8th Avenue ist im Grunde der vielleicht coolste Sportplatz der Welt. Und es spielt keine Rolle, wer woher kommt und was macht.

Hier ein Beachvolleyballplatz, wo Frauen und Männer in den Sand fliegen; da ein Baseballfeld, wo Väter mit Söhnen den Schläger schwingen. Und überall die Ausdauerenthusiasten. Wer in Deutschland glaubt, die Alsterrunde in Hamburg sei das ultimative Laufvergnügen nach Feierabend, hat die grüne Lunge dieser Großstadt noch nicht gesehen. Ist es irgendwo noch cooler, als auf den Strecken mit leichten Anstiegen unter dem ständigen Vogelgezwitscher bei atemberaubenden Ausblicken auf die Wolkenkratzer seine Kilometer abzuspulen?

Pickleball statt Handball

Das Tempo mancher Menschen ist enorm, die verbissenen Gesichter bezeugen den sportlichen Ehrgeiz. Und dann sind da nebenan auf einer eigenen Spur noch die Radsportler, von denen viele fast in Tour-de-France-Ausrüstung auf Hightech-Räder in die Pedale treten. Wer ihnen als Fußgänger in die Quere kommt, hat keine Rücksicht zu erwarten. Aber wenigsten an solchen Orten haben sie Vorfahrt, wo Manhattan trotz aller Anstrengungen für die Radfahrer immer noch von den gerne an jeder zweiten Ampel hupenden Autofahrern geprägt wird.

Das alles ist ein erwärmender Anblick, wenn so viele Bewohner der Hektik und der Enge der Straßenschluchten entfliehen. „The best place“, das ist zumindest der subjektive Eindruck, sind die 14 Pickleballplätze im Wollman Rink. Wo früher Handballfelder waren, wird jetzt Pickleball gespielt. Was? Ja, eine Mischung aus Tennis, Tischtennis und Badminton. Nur viel leichter zu lernen. Auch als der Trendsport Padel. Der Ball ist leichter, Einzel und Doppel gehen gut. Jeder kann kommen, darauf legt der Betreiber „CityPickle“ großen Wert. Was ursprünglich 1965 von drei Vätern mit gelangweilten Kindern erfunden wurde, wächst vor allem in Nordamerika rasant. Der Zulauf im Herzen von New York zeigt es. Und wenn Musiker oben von der Terrasse bei Sonnenuntergang spielen, wirkt das fast zu kitschig.

Die WM? Taucht an diesem Abend nirgendwo auf. Auch auf den riesigen Wiesen hat kaum einer gekickt. Sport ist mehr als nur Fußball. Vielleicht ist das sogar das beste Zeichen beim Rundgang durch den Central Park.

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