Eulen RHEINPFALZ Plus Artikel Historisch schlechte Leistung in Wetzlar

Arbeit am Kreis: Die Wetzlarer Olle Forsell Schefvert (links) und Anton Lindskog stoppen Eulen-Kreisläufer Christian Klimek.
Arbeit am Kreis: Die Wetzlarer Olle Forsell Schefvert (links) und Anton Lindskog stoppen Eulen-Kreisläufer Christian Klimek.

So schlecht haben die Eulen Ludwigshafen noch nie in der Bundesliga gespielt. 11:29 (6:13) fertigt die HSG Wetzlar die Ludwigshafener ab. Für die Mittelhessen war es der höchste Sieg in der Bundesliga-Vereinshistorie. Die Klatsche wird Ben Matschke nicht vergessen, sagt er. Die sportliche Demontage war aber nicht der einzige Schock für die Eulen.

Die Hiobsbotschaften erreichten die Eulen Ludwigshafen in kurzen Abständen. Da fällt Vizekapitän Jonathan Scholz (29) aus, weil die Wadenverletzung wieder aufgebrochen ist. Den Muskelfaserriss hatte sich der Linksaußen in der Saisonvorbereitung zugezogen und musste lange pausieren. Erst gegen Hannover-Burgdorf kehrte er zurück. Drei Spiele später – wieder das Aus.

Dann erfuhr der Verein, dass er ab Ende November nicht mehr in der Friedrich-Ebert-Halle spielen darf (siehe Hintergrund). Sprich: Die Heimpartien gegen die Füchse Berlin (12. Dezember), die SG Flensburg-Handewitt (19. Dezember) und die MT Melsungen (26. Dezember) werden in einer bislang noch nicht feststehenden Halle ausgetragen – wie voraussichtlich auch die restlichen Saisonspiele.

Düstere Gegenwart

Die Rittal-Arena in Wetzlar ist kein unbekannter Ort für die Eulen. Und für Ludwigshafens Coach war die Partie gestern Abend auch eine Begegnung mit seiner Zukunft. Ab 1. Juli wird er Cheftrainer der HSG und Nachfolger von Kai Wandschneider (61), der seit acht Jahren im Amt ist. Ein Thema war das für Matschke vor der Partie aber nicht, wie er betonte. Das Verhältnis zu Wandschneider bezeichnet er übrigens als „sehr gut. Ich schätze Kai sehr.“

Zukunftsmusik hin oder her – die Gegenwart sieht düster aus. Die erste Halbzeit bei der HSG Nordhorn-Lingen war katastrophal. Gestern in Wetzlar war es noch schlechter. Es war eine Demontage. „Das tut sehr, sehr weh. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen“, meinte Rückraumspieler Dominik Mappes. Es war die höchste Niederlage im direkten Duell gegen Wetzlar. Für die HSG war es der höchste Sieg in der Bundesliga-Geschichte. Eine Klatsche, die sich anbahnte. Zwar legte Ludwigshafen vielversprechend los und führte mit 3:0 (6.), doch von da an ging es nur noch bergab. Nur noch drei weitere Törchen gelangen den Eulen in der ersten Halbzeit. Es wurde noch schlimmer. In der zweiten Halbzeit traf die Mannschaft nur noch fünf Mal – das ist nicht bundesliga-tauglich. 21 Minuten blieben die Eulen ohne Tor (39. bis 60.). „Ein absolut verdienter Sieg, auch in der Höhe“, sagte Matschke.

Wandschneider: Eulen haben sich aufgegeben

Kai Wandschneider äußerte in seiner Analyse einen Satz, der die Eulen schließlich ins Mark traf. „Friesenheim ist eigentlich eine Mannschaft, die sich nie aufgibt, aber das war heute das erste Spiel, das ich von Friesenheim gesehen habe, in dem sie sich aufgegeben haben, ab einem bestimmten Zeitpunkt.“

So spielten sie

HSG Wetzlar: Klimpke (23., 33. Ivanisevic für einen Siebenmeter) - Cavor (5), Schefvert (2), Mirkulovski (1) - Björnsen (1), Holst (7/5) - Lindskog (5) – Rubin (2), Gempp (1), Henningsson, Fredriksen, Mellegard (2), Weissgerber (2/1), Srsen (1)

Eulen Ludwigshafen: Škof (28. Tomovski für einen Siebenmeter, ab 44.) - Klein (1), Mappes (2), Valiullin (3) - Durak, Remmlinger (2) - Klimek (3) – Dietrich, Neuhaus, Bührer, Wagner, Haider, Wernig, Meddeb

Spielfilm: 0:3 (6.), 2:3 (8.), 6:4 (20.), 8:5 (22.), 13:6 Hz.), 16:8 (35.), 23:10 (51.), 29:11 (Ende)- Zeitstrafen: 4/6 - Siebenmeter: 5/6 - 0/2 - Beste Spieler: Holst, Klimke, Cavor, Lindskog - Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum).

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