Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Hanning: „Wir brauchen die Olympia-Qualifikation“

Visionär: Bob Hanning.
Visionär: Bob Hanning.

Bob Hanning, der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, ist tiefenentspannt, auch wenn die so wichtige Olympia-Qualifikation der Handballer ansteht.

„Ich habe sehr ruhig und sehr entspannt geschlafen. Und ich habe auch noch nicht so aufgeregt auf das ganze Thema geschaut, sondern sehr sachlich. Ich glaube auch, dass wir trotz der Verletzung von Paul Drux eine sehr gute Mannschaft auf die Beine stellen können, die den sportlichen Erwartungen gerecht werden kann“, erklärte der Berliner Macher am Mittwoch bei einer digitalen Pressekonferenz.

„Bin guter Dinge“

Die sportliche Erwartung: Das ist Platz eins oder Platz zwei bei dem Turnier ab Freitag in Berlin mit den Konkurrenten Schweden, Slowenien und Algerien. Am Stellenwert ließ Hanning keinen Zweifel. „Das ist für uns ein elementar wichtiges Turnier, wir wollen die Präsenz unserer Sportart, wir wollen bei den Olympischen Spielen teilnehmen, das muss der Anspruch sein. Das haben wir auch oft genug gesagt. Ich bin auch guter Dinge“, betonte Hanning.

Ein anderer Aspekt für ihn ist die Sorge um den Nachwuchs: Sieben Millionen Kinder unter 18 Jahren können derzeit wegen der Pandemie keinen Sport treiben. „Wir haben Mannschaften, die sind mit zehn, elf Kindern ausgestattet. Wenn da zwei, drei Kinder ausfallen, wird es ein Mannschaftssterben geben, wie wir es im Handball noch nie erlebt haben“, erklärte Hanning und führte aus: „Die Wettbewerbe liegen seit einem Jahr brach. Die Ballsportarten brauchen die Präsenz bei den Sommerspielen.“

Gebremster Heimvorteil

Hanning glaubt, dass die Max-Schmeling-Halle für einen leichten Heimvorteil sorgt, sicher aber nicht in dem Maß wie vor einer großen Kulisse mit 9000 Zuschauern. Am Dienstag traf sich das Team zum Fernsehabend, sah sich das EM-Qualifikationsspiel zwischen Schweden und Montenegro (27:24) an.

Sportlich nahm Hanning die Kritik an seinen Aussagen während der WM, als er am Ziel Goldmedaille in Tokio festhielt, obwohl die Mannschaft noch gar nicht qualifiziert ist. „Kritik gibt es schon seit acht Jahren an fast jeder Aussage. Daran bin ich gewöhnt. Ich kann versprechen, dass ich das bis November auch noch durchhalte. Die Zielsetzung, sportlich erfolgreich zu sein, haben wir schon vor sieben, acht Jahren artikuliert. Ich weiß nicht, warum man nun von dem Ziel abweichen sollte, wenn man dem Ziel näher kommt. Es geht jetzt aber nur darum, sich zu qualifizieren. Das Augenmerk gilt den nächsten vier Tagen und nicht Zielen, die danach sind. In der Tat ist es unangebracht darüber zu reden. Jetzt geht es nur darum zu bestehen“, meinte Hanning. Er glaubt, dass die Olympischen Spiele vor Zuschauern stattfinden.

Wiede erstmals seit 2019 wieder dabei

Erstmals seit dem Tag des Handballs am 26. Oktober 2019 in Hannover und dem Spiel gegen Kroatien schlüpft der Berliner Fabian Wiede (27) wieder ins Nationaltrikot. Eine Schulterverletzung warf ihn zurück. „Eine ewige Zeit hin. Natürlich braucht man ein, zwei Einheiten mehr, wenn man so lange nicht dabei war. Aber wir kennen uns schon sehr gut und sehr lange. Deshalb glaube ich, dass wir das Spielverständnis schnell wieder finden“, sagte der Rückraumspieler.

Wiede, bei Christian Prokop, dem Vorgänger von Alfred Gislason, zeitweise als Mittelmann eingesetzt, weil auf der Spielmacherposition Notstand herrschte, nimmt wieder seine angestammte Position als Halbrechter ein, will Philipp Weber und Juri Knorr unterstützen. „Ich sehe mich als Ergänzung mit meiner Übersicht und Spielintelligenz, glaube, dass das zusammen auch sehr gut funktioniert“, sagte Wiede.

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