Sport Hanfmann wie im Rausch
«Ludwigshafen.»Sympathisch und authentisch, stark und unverdrossen: Mit Yannick Hanfmann hat auf der Anlage des BASF TC Ludwigshafen genau der richtige Spieler gewonnen. Er zeigte im Finale eine klasse Leistung, Gegner Filip Horansky hatte keine Chance. 0:2 stand es, dann legte der Bundesliga-Spieler vom TC 02 Weinheim los, machte Druck, seine Bälle hatten die richtige Länge und auch der Aufschlag kam prächtig. „Ich bin direkt gut in das Turnier gekommen und habe es durchgezogen. Ich habe eine tolle Woche gespielt und habe mich mit einem guten Match belohnt. Tolles Gefühl, gerade auch in Deutschland vor der Familie und vielen Freunden“, sagte der 27-Jährige. Während der Partie, so ließ er anklingen, hat er versucht, nicht auf die Zuschauerränge zu blicken, um bloß nicht emotional zu werden ... Dass Hanfmann so fabelhaft aufspielte, war nicht selbstverständlich. Denn er musste erst einmal mit einer Enttäuschung klar kommen, denn beim Rasen-Turnier in Wimbledon spielte er sich bis in das Qualifikationsfinale durch – um dann gegen Noah Rubin 6:7, 2:6, 6:4 und 2:6 zu verlieren. „Es hat ein paar Tage gedauert, diese Grand Slams muss man vom Kopf erst einmal verarbeiten. Und das habe ich zu Hause gemacht, dann bin ich hierhergekommen, und es ging eigentlich, weil ich gleich im ersten Match eine Aufgabe hatte, die ich gut bewältigt habe“, erklärte Hanfmann. Im Finale merkte er rasch, dass Filip Horansky ihm nicht wirklich würde gefährlich werden können. „So deutlich habe ich es mir nicht erhofft, ich habe meinen Stiefel dann runter gespielt“, meinte Hanfmann. Die rund 800 Zuschauer waren begeistert. Horansky gab zu: „Er war heute zu gut.“ Yannick Hanfmann stand vor einem Jahr in der Weltrangliste auf Platz 99, da will der zuletzt auf Platz 212 geführte Rechtshänder wieder hin. Es geht heute sofort weiter für ihn mit dem Challenger in Braunschweig und der Partie gegen Julian Lenz. Eingeplant war er ja gestern bei seiner Bundesliga-Mannschaft in Weinheim, für die daheim gegen Blau-Weiß Aachen das erste Saisonspiel auf dem Programm stand. Das ging dann aber umständehalber nicht. Bis unmittelbar vor seinem eindrucksvollen Auftritt hat Hanfmann, der von Geburt an unter Schwerhörigkeit leidet, aber geschaut, was seine Kumpels in Weinheim so anstellen. Er wusste, dass sich sein Team auf Siegkurs befand. Schön war es, dass viele Zuschauer noch bei der Siegerehrung verweilten. Turnierdirektor Heiko Hampl, BASF-TC-Präsident Frank Stauder und die Partner zeigten sich allesamt zufrieden mit dem Start. Vier weitere Turniere sind fest vereinbart. „Die ATP hat sich lobend geäußert. Es gibt immer Dinge zu verbessern. Mit den Spielen waren wir super zufrieden. Zu den Zuschauerzahlen, da muss man sehen, dass es das erste Turnier war und es in den Ferien lag. Da haben wir noch Potenzial“, meinte Hampl. Nathaniel Lammons/Fernando Romboli (USA/Brasilien) gewannen das Doppel gegen Joao Domingues/Pedro Sousa (Portugal) 7:6, 6:1.