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Handball: Meister Flensburg marschiert – Rhein-Neckar Löwen wissen, was zu tun ist
Mit 27:30 mussten die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstag in der Flens-Arena bei der SG Flensburg-Handewitt ihre erste Saison-Niederlage hinnehmen. Einen kleinen Stimmungsaufheller gab es dann aber doch noch für die Bundesliga-Handballer.
Nikolaj Jacobsen, bis im Sommer Trainer der Löwen, reiste aus Dänemark an und schaute bei „seinen“ Jungs nach dem Spiel vorbei, plauderte gleich mit Gedeón Guardiola vor der Kabine. „Ärgerlich“, befand der dänische Auswahlcoach, der die Löwen zu zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg und drei Supercup-Erfolgen führte.
Sein Nachfolger, Kristjan Andrésson, kassierte mit seiner Mannschaft gleich im zweiten Saisonspiel also die erste Niederlage. „Jetzt wissen wir, was wir zu tun haben. Ich mochte die Art, wie wir gekämpft haben. Das ist das Wichtigste für mich. Wir wissen, dass wir erst fünf Wochen zusammen arbeiten. Wir haben noch einiges zu tun. Das war das beste Team, gegen das wir bisher gespielt haben“, meinte der Coach. Dass er Uwe Gensheimer und Andy Schmid eine Viertelstunde auf der Bank ließ, sorgte ein bisschen für Gesprächsstoff.
Optimale Formation gesucht
Die 27:30-Niederlage galt es zu akzeptieren, weil die SG Flensburg-Handewitt im Spitzenspiel von zwei Mannschaften einfach die bessere war. Weil die Flensburger Meister im Vermeiden von (technischen) Fehlern sind. Und so sangen sie schon wieder, die über 6000 Fans. Vom deutscher Meister SG Flensburg-Handewitt. Der norddeutsche Gassenhauer in der Dauerschleife. Die „Hölle Nord“ als Handball-Paradies. In der Arena: südländische Stimmung.
„Ich bin sehr zufrieden mit unserem Start“, meinte Geschäftsführer Dierk Schmäschke und verwies auf die Gegner. THW Kiel (im Supercup), MT Melsungen (auswärts) und Rhein-Neckar Löwen (daheim). Drei Siege, wo auch immer, alle Achtung. Der Meister macht da weiter, wo der Meister im Juni aufhörte.
Andy Schmid, von seiner Bauchmuskelzerrung genesen, bewertete die erste Niederlage so. „Ich mache keinen Zweckoptimismus, ich bin realistisch. Wir waren gut, aber noch nicht gut genug für einen Sieg. Wenn man 30 Tore bekommt, hat man noch Entwicklungspotenzial. Es gibt Abstimmungssachen, die man verbessern muss. Das ist ein Prozess, er wird auch nicht in sechs Monaten abgeschlossen sein.“ In diesem Prozess müssen die neuen Rückraumspieler Romain Lagarde und Niclas Kirkelökke vollständig integriert werden, in der Abwehr probiert Kristjan Andrésson noch viel, sucht die optimale Formation. Wie es aussieht, ist dabei Gedeón Guardiola, über Jahre unersetzbar als Abwehrchef, nicht mehr erste Wahl.
Stärkere Mentalität gefordert
„Hier war etwas zu holen, wir machen uns das Leben selbst schwer. Die Mentalität in unserer Mannschaft ist überragend, wir geben nicht auf. Der Rückstand war dann irgendwann zu groß, um noch die zwei Punkte mitzunehmen“, erklärte Jannik Kohlbacher. „Wir sind traurig, aber Dienstag haben wir ein neues Spiel“, sagte Jesper Nielsen und spielte auf „viele Kleinigkeiten“ an, die diesen Gipfel entschieden. Genau, am Dienstag (19 Uhr) kommt der Bergische HC in die SAP-Arena, das erste Heimspiel der neuen Saison ist das. Torhüter Mikael Appelgren folgerte: „Wenn es gegen uns läuft, dann müssen wir von der Mentalität noch stärker werden. Wir müssen das Spiel mehr in die Hand nehmen, statt nur zuzugucken. Im ersten Heimspiel wollen wir zeigen, dass wir gut drauf sind.“
Für den einen oder anderen stehen die Löwen aber nach wie vor hoch im Kurs. TV-Experte Stefan Kretzschmar bekam nach dem Spiel von Uwe Gensheimer ein Löwen-Trikot und ließ es auch gleich von dem Linksaußen signieren.