Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Frauen-Team samt Supertalent überzeugt

Bissig gegen Frankreich: Emily Bölk (links).
Bissig gegen Frankreich: Emily Bölk (links). Foto: dpa

So nah war lange keine Frauen-Nationalmannschaft mehr daran, ein Pflichtspiel gegen Frankreich zu gewinnen. Die deutschen Handballerinnen verloren bei der Weltmeisterschaft in Japan nur knapp mit 25:27 (12:14) gegen den Titelverteidiger – und mussten sich über die Niederlage ärgern.

Wie gut der Entwicklungsschub der deutschen Mannschaft bei der WM bisher schon gelungen ist, bewies die Partie gegen den Favoriten aus Frankreich und vor allem das Gefühl, das die Spielerinnen nach den 60 Minuten beschlich. Die Freude und der Stolz über die gezeigte Leistung wurden durch den Frust ausgebremst, dass es nicht zu einem Sieg gereicht hatte. Das deutsche Team durfte, nein, es musste sich ärgern, dass es gegen die in der jüngeren Vergangenheit dominierende Nation im Frauen-Handball nicht gewonnen hatte. „Also wer hätte das vor dem Turnier gedacht?“, fragte Emily Bölk (21) rhetorisch.

Das Supertalent aus dem linken Rückraum war „megastolz“ auf die Leistung der gesamten Mannschaft, trauerte den vergebenen Chancen aber hinterher. Unerwartet nah war die DHB-Auswahl einem Coup gegen das Team gekommen, das trotz einer überraschenden Auftaktniederlage gegen Südkorea weiter zu den Topfavoriten auf den WM-Sieg zählt.

Dem Weltmeister lange getrotzt

Bis neun Sekunden vor dem Ende gab es die Chance, dem Weltmeister zumindest ein Remis abzutrotzen. Erst als der Wurf der Französinnen vom deutschen Block abprallte und Allison Pineau in die Hände fiel, die im Nachsetzen den 27. Treffer für Frankreich erzielte, war die Niederlage für die Deutschen unabwendbar geworden. „Da ist jetzt eine Enttäuschung da“, sagte Bundestrainer Henk Groener. Seine Mannschaft hatte einen schnellen 4:8-Rückstand (12.) getrotzt und sich im Laufe der Partie immer wieder herangekämpft.

Die Mentalität der Mannschaft, die wieder den Anschluss schaffte, war aber beeindruckend, denn durch viele Fehler in der Offensive endeten die Aufholjagden immer wieder bei einem Ein-Tore-Rückstand. „Im Tempospiel haben wir zu viele Bälle verschenkt“, sagte Groener, der in der zweiten Halbzeit beobachtete, wie die deutschen Spielerinnen nach einem 18:23-Rückstand nochmals ein Comeback schafften, aber ab dem 22:23 mehrmals die Möglichkeit ausließ, das Unentschieden zu schaffen, um den Druck auf die Französinnen größer werden zu lassen.

Emily Bölk auf höchstem Niveau

Während die Abwehr, vor allem im Positionsangriff, den allerhöchsten Ansprüchen gerecht wurde, offenbarten die Deutschen, dass im Angriff noch etwas fehlt, um einen Weltmeister nicht nur ins Wanken zu bringen, sondern zu schlagen. Die Ausnahme bildete Bölk, die ihre herausragenden Fähigkeiten mit acht Toren nicht nur andeutete, sondern auf höchstem Niveau bewies. In Japan ist sie bislang beste deutsche Rückraumspielerin.

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