Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Handball-EM: Die ausgebremste Mannschaft

Niedergeschlagene deutsche Spieler.
Niedergeschlagene deutsche Spieler.

Die Handball-EM hat das deutsche Team gefordert wie noch nie. Fast schon heroisch wurden alle Nackenschläge weggesteckt.

Es sind Gedankenspiele, natürlich. Was wäre gewesen, wenn die deutsche Mannschaft komplett durchgespielt hätte? Mit dem starken Kai Häfner, dem stabilen Julius Kühn, dem aufstrebenden Till Klimpke, dem wurfgewaltigen Sebastian Heymann. Wir werden es nicht erfahren.

Team wird ausgebremst

Die deutsche Auswahl wurde bei dieser EM von den vielen Corona-Infektionen ausgebremst. Kein Team hat es so erwischt. Tapfer ertrug der Tross eine Schreckensmeldung nach der anderen. Was für Einzelschicksale. Sebastian Firnhaber beispielsweise wurde nachgeholt, spielte keine einzige Minute und infizierte sich. Bitter.

Eine abschließende sportliche Bewertung ist schwierig. Die deutsche Mannschaft legte einen tollen Start hin, gewann dreimal. In der Hauptrunde war sie mit all den neuen Spielern am Ende chancenlos. Gründe? Die Mannschaft verlor natürlich an Qualität, sie trainierte nicht mehr zusammen, es gab keine vernünftige Spielanalyse, und jeder musste mit seinem Dasein als Single klar kommen. Der Neuaufbau war richtig. Das Team wird seinen Weg gehen, Julian Köster, Hendrik Wagner, Till Klimpke, was für Talente!

EHF muss Fragen beantworten

Ob es richtig war, das Turnier so durchzuziehen, ohne die Mannschaften in eine Blase zu schicken, die vielen Risiken einzugehen, diese Frage ist von der Europäischen Handballföderation noch zu beantworten. So ein Turnier möchte niemand mehr erleben.

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