Kommentar
Handball – ein Geschäftsmodell in Gefahr
Die Rhein-Neckar Löwen sorgten am Freitag kurz für Verwunderung. Sie schlagen ihr Trainingslager ausgerechnet in Ischgl auf. Der Skiort in Österreich war im Februar ein Hotspot für die Verbreitung des Coronavirus’ und geriet in die Schlagzeilen.
Schwalb: Eine unwirkliche Zeit
Zeugt das von einem legeren Umgang mit der Gefahr? Ganz sicher nicht. Kein Handball-Verein war so betroffen von dem Virus wie die Löwen. Geschäftsführerin Jennifer Kettemann hat gestern die Mannschaft noch einmal eingeschworen, ja alle Regeln einzuhalten. „Es ist für uns wie für alle eine unwirkliche Zeit“, sagte Trainer Martin Schwalb. Der erfahrene Coach ist – wie seine Mitstreiter und Spieler – froh, dass es im Oktober überhaupt weitergeht. „Wir setzen uns täglich damit auseinander. Unser Geschäftsmodell ist in Gefahr“, formulierte er.
2000 Zuschauer? Zu wenig ...
Das Geschäftsmodell trägt sich nur, wenn Zuschauer bei den Spielen sind. Jennifer Kettemann wollte gestern keine Zahlen nennen, sie ließ aber durchblicken, dass es in der SAP-Arena bei 2000 Gästen schwierig wird, den Spielbetrieb durchzufinanzieren. Einiges ist noch unklar. Und dann darf es vor allem im Herbst keine zweite Viruswelle geben. Denn das würde ganz bestimmt (neue) Diskussionen hervorrufen.
Es war schwierig am Freitag, über Saisonziele zu sprechen. Das war noch weit weg ...