Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Deutschland schlägt Island im Mannheimer EM-Test mit Tempo, Tempo, Tempo

Gemeinsam mit Uwe Gensheimer der beste deutsche Werfer: Paul Drux erzielte vier Tore.
Gemeinsam mit Uwe Gensheimer der beste deutsche Werfer: Paul Drux erzielte vier Tore. Foto: KUNZ

Die Sieben von Nationaltrainer Christian Prokop feiert im vorletzten Spiel vor der Europameisterschaft in der SAP-Arena einen 33:25-Erfolg. Die Abwehr mit den zwei vorzüglichen Torhütern Andreas Wolff und Johannes Bitter steht. So fallen viele Kontertore.

Die deutsche Mannschaft zeigte gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Klasseleistung. Die Abwehr des WM-Vierten – sie war fünf Tage vor dem ersten EM-Gruppenspiel gegen die Niederlande bereits in Top-Form. Vor der Pause hielt Keeper Andreas Wolff großartig, im zweiten Durchgang knüpfte der 37-jährige Johannes Bitter bei seinem Comeback nach fast sechs Jahren Pause nahtlos daran an, vernagelte sein Tor, wie es so oft bildhaft heißt, und ermöglichte einen Konter nach dem anderen. Schnell schraubte das deutsche Team den Halbzeitstand von 16:13 auf 20:13, das war eine Vorentscheidung in dem flotten Vergleich.

Zuschauer schon in Turnierstimmung

„Ich bin sehr zufrieden, das war ein sehr solides Spiel – mit ein paar technischen Fehlern zu viel“, kommentierte Andreas Wolff. Kollege Bitter meinte: „Wir haben es ordentlich gemacht, wir können sehr zufrieden sein. Es war nicht mein schlechtestes Länderspiel.“ Bundestrainer Christian Prokop wechselte in den zweiten 30 Minuten komplett durch, ein Leistungsabfall war nicht auszumachen. Timo Kastening, Nummer zwei auf der Rechtsaußenposition, begeisterte mit einem feinen Dribbling und dem Tor zum 25:17. Debütant David Schmidt brauchte ein wenig, bis er im Spiel war, dem Stuttgarter gelang das 24:16. „Vor dem Spiel war ich nervös, als ich auf der Bank saß, dann nicht mehr“, erzählte er. Auch Philipp Weber fügte sich gut ein, seine Rettungsaktion vor dem verwaisten deutschen Tor kam gut an, als er den Ball noch abwehren konnte. Die Zuschauer waren schon in Turnierstimmung.

Prokop lobt „druckvolle Kontrolle“

Bundestrainer Christian Prokop lobte das gesamte Team, unterstrich nach zwei Trainingseinheiten: „Unsere Grundelemente, die Abwehr und das Tempospiel, waren der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben versucht, das Spiel 60 Minuten lang druckvoll zu kontrollieren.“ Die verjüngte Mannschaft Islands konnte im Laufe des Spiels nicht mehr mithalten. Das lag vermutlich auch daran, dass der Beste der Auswahl, Aron Palmarsson, wegen einer Muskelverletzung nicht mitmachen konnte. Er wurde vorsichtshalber geschont. Gudjon Valur Sigurdsson, bis zum Sommer bei den Rhein-Neckar Löwen, mit viel Applaus bei der Vorstellung bedacht, erzielte vier Tore, scheiterte mit einem Siebenmeter aber an, genau: Johannes Bitter. „15 Tore durch Gegenstöße, das ist einfach zu viel“, haderte Trainer Gudmundur Gudmundsson. Auffälligster deutscher Spieler neben Torhüter Andreas Wolff war zunächst Kapitän Uwe Gensheimer. In seinem „Wohnzimmer“ schoss der Linksaußen vier Tore bei vier Versuchen. Am Montag (14.30 Uhr) steigt nun in Wien die EM-Generalprobe gegen Österreich. „Wir können Schwung mitnehmen für den Test“, sagte Prokop.

Bewerbungen für WM-Turniere

Wie der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober gestern vor dem Spiel mitteilte, wurden die Bewerbungen für die Frauen-WM 2025 (gemeinsam mit den Niederlanden) und für die Männer-WM 2027 abgegeben. Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet sich im Februar. Die WM-Qualifikationsspiele sind dieses Jahr zum letzten Mal im Juni, der Termin wird auf den April vorgezogen – um den Spielern eine längere Pause nach der Saison zu ermöglichen.

So spielten sie

 

 

Deutschland:

Wolff, Bitter (ab 31.) - Häfner (3), Drux (4), Kühn (1) - Reichmann (3), Gensheimer (4) - Pekeler (2) - Wiencek, Kohlbacher (2), Michalczik (1), Schmidt (1), Weber (3), Zieker (2), Böhm (1), Kastening (3), Golla (3) Island: Gustavsson, Hallgrimson (ab 31.) - Petersson (2), Smarason (4), Jonsson (1) - Gunnarsson (4/1), Sigurdsson (4/1) - Kari Kristjansson (1) - Gislason, Arnarsson (2), Gudmundsson (2), Thrastarson (1), Gudjonsson (2), Elisson (1), Viggo Kristjansson (1) Spielfilm: 2:1 (5.), 5:2 (10.), 8:6 (13.), 9:9 (18.), 11:12 (22.), 15:13 (28.), 20:13 (37.), 24:16 (42.), 27:19 (49.), 30:24 (56.) - Siebenmeter: - 4/2 - Zeitstrafen: 3/2 - Beste Spieler: Bitter, Wolff, Gensheimer, Kastening - Smarason, Sigurdsson, Gunnarsson - Zuschauer: 12.037 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Sondors/Licis (Lettland).

Grund zum Jubel: die deutsche Bank mit Trainer Christian Prokop (kniend).
Grund zum Jubel: die deutsche Bank mit Trainer Christian Prokop (kniend). Foto: KUNZ
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