Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Gladbacher Leitmotive: Authentizität, Flexibilität, Angriffslust

Als Neuzugang eine Allzweckwaffe für die Offensive: Hannes Wolf (rechts).
Als Neuzugang eine Allzweckwaffe für die Offensive: Hannes Wolf (rechts).

Bundesliga vor dem Anpfiff: Anders als in der Vorsaison agierte Borussia Mönchengladbach auf dem Transfermarkt sehr zurückhaltend. Große Ambitionen hegt der Champions-League-Teilnehmer trotzdem.

Seit zwei Jahren spielt Florian Neuhaus inzwischen für Borussia Mönchengladbach, Anfang des Monats durfte er bei den Nations-League-Partien gegen Spanien und in der Schweiz nun auch erstmals in den A-Kader des deutschen Nationalteams hineinschnuppern. Die Karriere des 23-Jährigen nimmt also gerade Fahrt auf – Grund genug für den Mittelfeldakteur, mögliche Störfeuer auf dem weiteren Weg nach oben frühzeitig zu orten und zu benennen. Was für den gebürtigen Oberbayern im Alltag mit der Borussia ganz klar bedeutet: „Die Konkurrenz wird sich in der neuen Saison sicher besser auf uns einstellen. Deshalb müssen wir noch flexibler werden.“

Passenderweise ist dieser Gedanke ein zentraler Mosaikstein in der Arbeit von Marco Rose, der die Niederrheinischen in seinem Premierenjahr als deren Bank-Chef direkt in die Champions League gecoacht hat. „Dass man uns in Zukunft an Platz vier messen wird, ist für mich nichts Beängstigendes. Im Gegenteil – ich finde das spannend“, erklärt der 44-Jährige erfreulich angriffslustig und philosophiert dazu in seiner Rolle als anspruchsvoller und zugleich umgänglicher Fußballlehrer: „Wenn du im Sport große Dinge erreichen möchtest, müssen Lust und Mut größer sein als Zweifel.“

Trotz Inter Mailands Interesse: Ginters Verkauf kommt nicht infrage

Der Mut, zu Roses Einstieg im letzten Sommer die klubinterne Rekordsumme von 41,5 Millionen Euro zu investieren, wurde mit der Eintrittskarte in die Königsklasse belohnt. Entsprechend konnte Sportdirektor Max Eberl sein Frühjahrsversprechen an die Fans, wider den üblichen Lauf der Gladbacher Dinge diesmal keine Top-Spieler zu verkaufen, trotz des finanziellen Corona-Schocks halten. So durfte zum Beispiel Abwehrchef Matthias Ginter das Interesse von Europa-League-Finalist Inter Mailand zwar erfreut zur Kenntnis nehmen. Ein Wechsel des Nationalverteidigers in die Lombardei kam jedoch nicht infrage.

Die Herausforderung Champions League will der Rautenklub schließlich auf jeden Fall bestehen. Eberl verweist in diesem Zusammenhang auf die gute sportliche Entwicklung sowie das recht junge Alter von Leistungsträgern wie Neuhaus, Ginter (26), Marcus Thuram, Denis Zakaria, Nico Elvedi, Breel Embolo (alle 23) oder Alassane Pléa (27). Zudem behielt er in diesem Sommer bei den dezenten Aktivitäten auf dem Transfermarkt speziell die Aspekte Flexibilität und Glaubwürdigkeit im Auge.

Neu im Portfolio: Leihspieler mit Salzburger Vergangenheit

„Die Mannschaft hat auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet. Dann können wir nicht viele Millionen für Transfers ausgeben. Ich möchte dem Team gegenüber authentisch sein“, betont Eberl. Gemäß dieser Maxime wurden, jeweils auf Leihbasis, nur geholt: die österreichischen Allrounder Hannes Wolf (aus Leipzig) und Valentino Lazaro (von Inter Mailand). Beide haben, wie Chefcoach Rose, eine Salzburger Vergangenheit.

„Hannes ist sehr flexibel. Er hat in Salzburg alles gespielt: auf der zehn, als Mittelstürmer, auf den Flügeln“, sagt Rose nun über Wolf (21). Und zum drei Jahre älteren Lazaro fällt ihm ein: „Es gibt wenige Positionen, die ich ihm nicht zutrauen würde. Bis auf Innenverteidiger können wir mit ihm alles abdecken.“ Florian Neuhaus wird sich freuen.

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