Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Günter Treiber gewinnt auf Emadermus den Großen Preis von Zeiskam

Die 26-jährige Anna Sandmann ist Deutsche Meisterin im Zweispännerfahren mit Großpferden.
Die 26-jährige Anna Sandmann ist Deutsche Meisterin im Zweispännerfahren mit Großpferden.

Günter Treiber vom RV Eppelheim heißt der Sieger des Großen Preises von Zeiskam. Auf Emadermus schnappte der 46-jährige Heidelberger am Sonntagnachmittag dem lange Zeit mit Manhattan Blue in Führung liegenden Bürstadter Armin Schäfer vom RV Mannheim den ersten Platz im Stechen des Drei-Sterne-S-Springens weg.

1,40 Meter hoch das erste Hindernis, 1,45 das zweite, dann ging sie richtig los die wilde Fahrt. Elf 1,50 Meter hohe Hürden warteten noch auf die 29 Paare, die zum Großen Preis der Firma Freier antreten. Einige Pferde gingen zum ersten Mal in so eine hohe Prüfung. Sechs Paare erreichten das Stechen. Georg Schweiger aus Bayern, zum ersten Mal Parcourschef in Zeiskam, hatte alles richtig gemacht.

Ein alter Hase ist Manhattan Blue. Mit dem 14-jährigen Zweibrücker Hengst legte Schäfer vor: null Fehler im Stechparcours mit noch acht Sprüngen in 41,46 Sekunden. Liam Broich und Olympic Night vom RV Kaldenkirchen blieben ohne Fehler in 50,42 Sekunden. Christoph Kurz vom RFV Sinsheim mit Constantin und Malin Reipert vom RC St. Georg Günhoven mit Dutch Apple patzten am dritten Sprung. Thomas Wittemer von der RSG Worms-Pfeddersheim kam mit Klandor van Overis. Noch ein Hindernis, leichte Unruhe im Publikum – drüber. Die Zeit: 42,40 Sekunden. „Das Pferd ist schnell, hat schon viel gewonnen, da kann man was riskieren“, sagte Treiber Minuten später. Weil er mit Emadermus fehlerfrei in 41,37 Sekunden durchkam, war sofort klar gewesen: Das ist der Sieg.

Auch mit Gandalf erfolgreich

„Es hat alles geklappt“, sagte Treiber zum ersten Gratulanten. Ein paar Stunden vorher hatte er mit Gandalf das Youngster-S-Springen gewonnen. Emadermus reitet er seit Juli 2021: „Der gehört nicht mir, soll verkauft werden.“ Schäfer hatte die kürzesten Wendungen eingeschlagen. „Je älter er wird, umso besser wird er“, sagte der 42-Jährige aus Bürstadt über seinen Hengst. „Ich habe ihn gestern geschont, das hat er mir heute gedankt.“

Wittemer hatte ein sechs- und ein siebenjähriges Kundenpferd im Parcours. Mit der Höhe seien sie gut zurechtgekommen, dem Jüngeren sei die Kraft ausgegangen, bemerkte der 46-Jährige aus Pfeddersheim. Im Stechen habe er gemerkt, dass auch Kjandor van Overis’ Tank leer gewesen sei: „Da muss man mal reinhören und sich eingestehen, schneller geht es heute nicht.“

Fehler am letzten Oxer

Riesenpech hatte die 14-jährige Naomi Himmelreich vom PSV Kördorf mit Cordetto. Als 21. Starter legte das Paar die schnellste Zeit im Normalparcours vor – bis der letzte Oxer kam: Fehler. Platz 10. Mit einem Fehlerpunkt wegen Zeitüberschreitung verpassten die Brandenburgerin Maren Hoffmann und Andreas Woll vom RFV Neunkirchen das Stechen.

Vor dem Aufmarsch der erfolgreichsten Gespannfahrer gedachte der RFV Zeiskam dem Mann, der den Fahrsport 1988 in den Verein gebracht hatte: Siegfried Prokop ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Seit 1969 im Verein, war er seit 1973 Turnierleiter und von 2007 bis 2018 Präsident des RFV, der am Wochenende tausende von Pferdefreunden auf seine riesige Anlage zog. Diesmal gehörten die deutschen Meisterschaften der Zweispänner zum Programm.

Stress lohnt sich

Mit den Großpferden gewann Anna Sandmann von der PSG Lähden die Kombination. Sie und ihr Vater Christoph Sandmann hatten zwei Zweispänner und einen Vierspänner in Zeiskam. „Viel Stress und viel zu tun, dafür waren wir sehr erfolgreich“, sagte die 26-jährige Emsländerin zum langen Pfingstwochenende und vor dem nächsten Start in Holland. Steffen Brauchle vom PSV Schloß Kapfenburg gewann bei den Zweispänner-Ponys.

Reicht die Zeit? Günter Treiber gewinnt auf Emadermus.
Reicht die Zeit? Günter Treiber gewinnt auf Emadermus.
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