Fussball
Funkel: Trainerbank statt Rentnerbank
Zu besprechen gab es am Sonntagabend um 19.58 Uhr nichts mehr zwischen Horst Heldt und Gisdol. Kurz vor Beginn der Tagesschau war das 2:3 der Kölner im Kellerduell gegen Mainz amtlich – ein Ergebnis, das FC-Coach Gisdol an der Seitenauslinie mit verschränkten Armen stoisch zur Kenntnis nahm. Währenddessen huschte Sport-Geschäftsführer Heldt auf direktem Weg ins Stadioninnere. Schließlich war längst klar, was zu tun war: Um halb eins in der Nacht schickte der Geißbockklub die Nachricht über Gisdols sofortige Freistellung ins Land.
Routinier Friedhelm Funkel wird nun den Versuch unternehmen, die auf Rang 17 abgesackten Kölner vor deren siebtem Gang ins Unterhaus zu bewahren. Die einschlägigen Referenzen des 67-Jährigen waren dabei der ausschlaggebende Grund für dessen Engagement. „Friedhelm Funkel hat nicht nur große Erfahrung, sondern ist auch mit solchen Situation absolut vertraut“, teilte Heldt mit. Und: „Er hat die Souveränität, die es jetzt braucht, um in dieser Phase einen neuen Impuls zu geben, die notwendige Ruhe zu bewahren und unser Team auf die wichtigen verbleibenden sechs Spiele einzustellen.“
Der Sechs-Spiele-Coach
Nach seinem Rauswurf in Düsseldorf vor knapp 15 Monaten hatte Funkel seine Trainerkarriere eigentlich für beendet erklärt, nun steigt er für das finale Sechstel der Saison doch noch mal in den Ring. Los geht es am Samstag in Leverkusen – dort, wo der gebürtige Neusser Ende Januar 2020 die Fortuna letztmals coachte.
„Ich habe den FC in den vergangenen Wochen intensiv verfolgt“, berichtete Funkel nun und betonte: „Die Mannschaft hat zuletzt gute Leistungen gezeigt, sich aber nicht belohnt.“ Woraus sich sofort sein Masterplan ergab: Der Einsatz der Spieler soll gleich bleiben, der Ertrag auf dem Punktekonto parallel dazu signifikant gesteigert werden. „Ich bin überzeugt davon“, so der Sechs-Spiele-Coach, „dass wir das schaffen können.“ In der gegen Mainz anfälligen Defensive wird der alte Haudegen Funkel, ein ausgewiesener Fachmann für effektive Abwehrarbeit, vermutlich den Hebel ansetzen, um die momentan drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer aufzuholen.