FCK
Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern nimmt am Montag das Training in Kleingruppen wieder auf
Training im Homeoffice gab es sozusagen für die Spieler des Fußball-Drittligisten in den vergangenen Wochen. Mal Läufe, mal Athletikübungen. Aber auch ein so genanntes Cybertraining. Athletiktrainer Bastian Becker und Spieler waren über Videotelefonie verbunden – es gab ein Athletik- und Kraftprogramm, auch Technikübungen auf kleinstem Raum am Ball.
Am Montag geht es nun auf dem Platz wieder los. „Wir sind seit gut einer Woche in der Planung“, berichtet FCK-Trainer Boris Schommers. Priorität hat, die Vorgaben – allen voran das Kontaktverbot – einzuhalten. So werden nach und nach Kleingruppen zum Gelände auf dem Betzenberg kommen. „Wie alle anderen Mannschaften mussten wir einen sehr detaillierten Plan einreichen, der von der Ordnungsbehörde abgesegnet worden ist“, sagt Schommers. Über vier Stunden werden die Trainer die Spieler nach und nach durch den Tag begleiten. „So, dass jeder ein 75-minütiges Training bekommt.“
Vom Platz ins Auto
Konkret bedeutet dies Übungseinheiten in Zweiergruppen. Diese werden verschiedene Stationen absolvieren. Angefangen auf Platz vier über den Parkplatz auf Platz zwei. „Direkt zum Auto“, nennt es der 41-Jährige. Die Spieler werden umgezogen zum Trainingsgelände kommen, nach der Einheit nach Hause fahren und dort duschen. „Das machen wir so, um den Kostenapparat und Aufwand für den Verein zu reduzieren. So müssen keine zusätzlichen Kabinen zur Verfügung gestellt und dann unter den Hygienevorschriften gereinigt werden“, sagt Schommers.
Richtlinien gibt es einige zu beachten. Beispielsweise dürften die Spieler keinen Kopfball machen – „weil dadurch der Schweiß über den Ball auf den Nächsten übertragen werden kann“. Jeder Spieler soll seinen eigenen Ball bekommen, den er mit zu den verschiedenen Stationen nimmt. An diesen werde der Schwerpunkt auf der Arbeit mit dem runden Leder liegen – verschiedene Technikübungen stehen auf dem Programm. „Da gibt es sehr viele Möglichkeiten, um gerade an den Basiselementen zu arbeiten“, so der Trainer. Auch im athletischen Bereich werde es Stationen geben.
An Defiziten arbeiten
Doch bringt ein solches Training auch was? Fußball ist schließlich ein Mannschaftssport. Boris Schommers ist davon überzeugt. Und nennt ein Beispiel: „Erster Kontakt, Ballmitnahme, was uns nach der Winterpause das eine oder andere Mal spielentscheidende Situationen gekostet hat.“ So etwas lasse sich gerade in Zweiergruppen mit mehrfachen Wiederholungen gut trainieren. „Zwölf Minuten lang den Ball zu jeder Seite sauber mitnehmen, das auch mal mit einem längeren Pass verbinden oder Zielgenauigkeit auf Minitore trainieren“, erläutert der Trainer – und schiebt nach: „Das ist etwas, was einen auf jeden Fall weiterbringt. So etwas würden wir auch im normalen Trainingsbetrieb einbauen, weil wir als Trainer klar sagen, da haben wir Defizite.“
Auch bei der Zusammenstellung der Gruppen haben sich die Trainer Gedanken gemacht. Dabei lag der Fokus nicht etwa darauf, dass beispielsweise Teile der Viererabwehrkette zusammen trainieren. „Wir haben die Teams so zusammengestellt, dass uns nicht eine ganze Reihe wegbricht, sollte ein Spieler positiv getestet werden.“ So wird etwa ein Spieler aus dem Zentrum mit einem üben, der normalerweise auf der Außenbahn aktiv ist.
Noch kein Spieler in Quarantäne
Bislang sei von den Roten Teufeln noch kein Spieler in Quarantäne gewesen oder gar positiv getestet worden. „Da haben wir Glück gehabt, haben von Beginn an sehr gut und sehr schnell gehandelt“, sagt der Trainer. „Ich muss aber auch den Spielern ein Kompliment machen. Sie haben sehr früh die Vorgaben umgesetzt.“
Bevor ein Spieler am Montag den Platz betritt, werde bei ihm die Temperatur gemessen. Ist hier alles in Ordnung, wird er für das Training freigegeben. „Eine physiotherapeutische Betreuung ist gewährleistet, direkt am Trainingsplatz werden zwei Räume eingerichtet, die täglich desinfiziert werden. Zudem werden die zwei Physiotherapeuten das Stationentraining begleiten.“
Die Einheiten, die bis auf Weiteres einmal täglich vorgesehen sind, finden aus Schutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wie es dann weitergeht, vor allen Dingen was die Fortsetzung der Saison betrifft, da möchte sich Schommers nicht an Spekulationen beteiligen, sagt er. „Die Gremien haben es ganz schwer in der aktuellen Situation. Es ist eine schwierige Aufgabe, einen Konsens für alle 20 Vereine zu finden. Wir sind gut beraten, die Fakten hinzunehmen. Das heißt für uns: Mindestens die nächsten zwei Wochen Training in Zweiergruppen.“
