FCK
Flügelspieler Hercher ist ein gefragter Mann – und will das Abstiegsgespenst verscheuchen
Gute Gründe, den schon länger kalt gestellten Deidesheimer Chardonnay nun auch zu genießen, hatte Hercher am Samstagabend gleich mehrere. Sein Bruder, der in Mannheim wohnt, war zu Besuch, und im wegweisenden Heimspiel der Lauterer am Nachmittag gegen den KFC Uerdingen gelangen Philipp Hercher ein Treffer und zwei Torvorlagen.
Kapitän Zimmer mosert – zum Spaß
Hercher, von den Kollegen „Hecke“ genannt und schon in der Hinrunde mit einem Schnitt von 3,1 bester FCK-Profi nach RHEINPFALZ-Noten, kommt auf fünf Treffer und sieben Torvorlagen – ligaweit top für einen Defensivspieler. Kein Wunder – er ist gelernter Stürmer. Jener Offensivdrang veranlasste nun auch FCK-Kapitän Jean Zimmer, Herchers auf der jüngst so erfolgreichen rechten Seite eigentlich vor ihm spielenden Partner, zur „Kritik“: „Jean hat sich – natürlich im Spaß – beschwert, dass ich gegen Uerdingen so oft vorne unterwegs war und er häufiger hinten bleiben musste“, erzählt Hercher nun im RHEINPFALZ-Gespräch grinsend.
Mit Zimmer, im Januar auf Leihbasis von Fortuna Düsseldorf in die Pfalz zurückgekehrt, harmoniert Hercher auf der Außenbahn immer besser. Auch die Augsburger Winter-Leihgabe Felix Götze ist dabei mit einigen guten Ideen häufig involviert.
Im 3-4-3-System, das Trainer Marco Antwerpen beim FCK eingeführt hat, „Schienenspieler“ zwischen Offensive und Defensive zu sein, das liege ihm, sagt Hercher. Gerade weil dabei das Läuferische ganz entscheidend ist. „Das System mit Dreierabwehrkette habe ich früher in meiner Zeit bei Nürnberg II und bei Großaspach schon gespielt“, erzählt der im südbadischen Rheinfelden geborene Blondschopf, „das macht mir Spaß, gerade weil ich übers Läuferische komme und in dem System noch mehr nach vorne machen kann.“
Defensiv muss der FCK deutlich zulegen
Dass die ganze Mannschaft indes defensiv deutlich zulegen muss, was auch Sport-Geschäftsführer Thomas Hengen und Antwerpen noch einmal verdeutlicht haben, weiß Hercher. „Gerade bei Standards sind wir unsicher, da müssen wir alle hellwach sein, bis die jeweilige Situation beim zweiten oder dritten Ball geklärt ist.“
Aber Hercher, der nach Dominik Schads Wadenbeinbruch wieder zum Stammspieler geworden ist, ist froh über den Aufschwung. „Wer hätte bei unserem Rückstand vor ein paar Wochen gedacht, dass wir den Klassenerhalt schon einen Spieltag vor Schluss schaffen können“, sagt der Sprinter, der optimistisch ist, eine kleine Knieblessur bald loszuhaben. „Jetzt wollen wir das am Samstag bei Viktoria Köln mit einem Sieg auch klarmachen. Das sind wir den Fans und den Mitarbeitern schuldig.“ Und vielleicht gibt es ja, wenn das Minimalziel Ligaverbleib geschafft ist, wieder ein Gläschen Pfälzer Weißwein.
