Handball
Finn-Lukas Leun will bei den Eulen den nächsten Schritt gehen
Überlegen musste Finn-Lukas Leun, der im vergangenen Sommer mit Zweitspielrecht vom Bundesligisten SC DHfK Leipzig kam, nicht lange. „Ich fühle mich sehr, sehr wohl hier. Die Mannschaft ist top. Von daher war es keine Frage, den nächsten sportlichen Schritt machen zu wollen“, betonte der Halbrechte. Ein kurzer Gedankenaustausch zwischen den Eulen und Leipzig flankierte die Vertragsverlängerung um ein Jahr.
Der nächste sportliche Schritt. Wie soll der denn aussehen? Oder anders gefragt: Wie bewertet der 21-Jährige die ersten acht Monate bei den Eulen? „Da bin ich natürlich ehrgeizig genug, um zu sagen, dass da einiges mehr drin ist. Und ich von mir selbst mehr erwarte. Langfristig ist es mein Ziel, die Nummer eins zu sein auf der Position“, erklärte er.
Langfristig eine tragende Rolle
Bislang sah es so aus, dass der Halbrechte immer dann ins Spiel kam, wenn Jannek Klein ein Päuschen brauchte, oder Trainer Johannes Wohlrab dem Spiel seiner Mannschaft eine andere taktische Note geben wollte. „Das ist natürlich nicht mein Anspruch, das erwartet der Trainer auch nicht von mir. Er sieht auch mehr Potenzial. Darauf liegt der volle Fokus, dafür arbeite ich hart, damit ich langfristig die tragende Rolle einnehmen kann“, führte Leun aus. Beim SC DHfK Leipzig durfte er sogar schon Bundesliga-Luft schnuppern, zumeist kam er bei dem Klub jedoch in der zweiten Mannschaft zum Einsatz.
Leun ist mit seinen Leistungen in der Abwehr bislang durchaus zufrieden, deswegen hat er da auch mehr Einsatzzeiten, Steigerungspotenzial sieht er besonders im Angriff. „Mehr in die Aktion zu kommen, sich mehr Aktionen zu nehmen, mehr Würfe, daran kann ich noch arbeiten. Bei der Wurfgewalt aus dem Rückraum, da habe ich noch Luft nach oben“, erklärte er: „Ich glaube, gerade als junger Spieler muss man Erfahrungen sammeln in den Spielen, mit Spielzeit.“ Die Einschätzung von Trainer Johannes Wohlrab: „Finn hat sich in der Abwehr bereits bewährt, hat sich gut in unser System eingefunden, jetzt geht es um den nächsten Schritt seiner Entwicklung im Angriff.“
Auf Zweikämpfe fokussiert
Vom Typ her ist Finn-Lukas Leun kein Spieler, der aus neun Metern hochsteigt und aufs Tor wirft. Er ist eher der Spieler, der die Zwischenräume auslotet und dort versucht, hineinzustoßen. „Für einen Rückraumspieler bin ich mit 1,89 Metern nicht der Größte, da bin ich schon mehr auf die Zweikämpfe fokussiert, auf 1:1-Geschichten“, erläuterte Leun, der sich nach dem Umzug von Leipzig in die Pfalz gut eingelebt hat. „Es war grundlegend mal wieder was Neues, wenn man als junger Spieler aus Leipzig hierherkommt. Da war eine neue Umgebung, da waren neue Leute, die man kennenlernen dufte“, sagte er.
Bei der Familie Leun dreht sich sehr viel um das Thema Handball. Vater Dirk Leun trainiert schon seit 2008 die Frauen des Bundesligisten Buxtehuder SV, der derzeit verletzte Zwillingsbruder Jakob-Jannis steht beim Ligakonkurrenten EHV Aue unter Vertrag. Und auch Schwester Mia-Marie ist aktiv, sie spielt für den Oberligisten TuS Jahn Hollenstedt. Seinen Vater sieht er umständehalber „sehr selten“, nur rund fünf Mal im Jahr. Als Buxtehude kürzlich in Bensheim gasierte, fuhr Finn Lukas die paar Kilometer ins Hessische, um mit dem Papa ein paar Worte zu wechseln. Ansonsten tauschen sich die beiden ab und zu nach den Spielen aus. Dirk Leun verfolgt die Zweite Liga bei Dyn. „Er guckt sich aber die Spiele nicht nur an, um zu sehen, was mache ich gut, was mache ich falsch. Er guckt sich die Spiele einfach aus Interesse an“, erklärte Finn-Lukas Leun.
Ziel: In der Tabelle klettern
Die Saison biegt auf die Zielgerade ein. „Wir sind nicht zufrieden da, wo wir gerade stehen. Das sehen alle so. Da kann man jetzt aber nicht rumlamentieren, da muss man weitermachen, versuchen, bis Saisonende in der Tabelle zu klettern“, meinte Leun. Am Sonntag (17 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) empfangen die Eulen den VfL Lübeck-Schwartau.
Mats Grupe fühlt sich wohl
Torhüter Mats Grupe (20), seit Februar 2023 bei den Eulen, hat seinen bis 30. Juni 2025 laufenden Vertrag vorzeitig bis Mitte 2027 verlängert. Der junge Schlussmann kam zunächst mit Zweitspielrecht von den Rhein-Neckar Löwen. Er hat sich für eine vorzeitige Vertragsverlängerung entschieden, weil es für ihn in Ludwigshafen sportlich wie privat passt.