FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FCK und Co. – der ungewöhnliche Weg in den DFB-Pokal – Landesverbände tüfteln

Das bisher letzte Südwestpokal-Spiel des FCK: Stürmer Elias Huth im Luftkampf mit Dominic Kranz von der SG Meisenheim/Desloch/Je
Das bisher letzte Südwestpokal-Spiel des FCK: Stürmer Elias Huth im Luftkampf mit Dominic Kranz von der SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach.

Die Corona-Krise macht die Landespokal-Wettbewerbe für die Fußballer zum Kraftakt. Das gilt auch für den Südwestdeutschen Fußballverband. Die Zeit drängt. Bundesweit gehen die Verbände unterschiedliche Wege. Das schmeckt nicht allen Vereinen.

Am 29. Mai soll er steigen, der Finaltag der Amateure. Es ist längst eine lukrative Veranstaltung geworden, wenn die ARD die Endspiele der Landespokale in einer Livekonferenz überträgt. „Da ist eine große Öffentlichkeitswirksamkeit gegeben“, weiß auch Michael Monath, der Geschäftsführer des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV). Das Problem: Vielerorts sind aufgrund des Lockdowns die Wettbewerbe noch weit von einem Endspiel entfernt.

Sportlich mit jedem Tag Lockdown schwieriger

Im Bitburger-Verbandspokal steht eigentlich das Viertelfinale an: SC Weselberg gegen TSV Gau-Odernheim, SV Morlautern gegen SV Gonsenheim, SC Idar-Oberstein gegen Hassia Bingen und SV Hermersberg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Aufgrund der aktuellen Bestimmungen ist jedoch nur der FCK als Drittligist im Mannschaftstraining. Dem Verband wäre es am liebsten, wenn der Wettbewerb auf einem rein sportlichen Weg beendet werden könnte. Das wird aber mit jedem weiteren Tag im Lockdown schwieriger. Gespräche laufen intern, diese Woche stehen auch noch welche mit dem Fußballverband Rheinland an. Dort ist noch nicht einmal die zweite Runde beendet. „Da wir beide in einem Bundesland liegen, haben wir auch die gleiche Corona-Bekämpfungsverordnung“, sagt Monath. Eventuell lasse sich ein für beide Verbände umsetzbarer Weg finden, den jeweiligen Pokalwettbewerb noch zu beenden. In der kommenden Woche sei zudem ein Gespräch mit Vertretern der Verbände im Gebiet des Südwestrundfunks vorgesehen. Monath betont, dass auch noch mit den im Südwestpokal verbliebenen Klubs der Dialog gesucht werden soll. Auf alle Fälle solle ein Vertreter des SWFV an der ersten Runde des DFB-Pokals teilnehmen.

Einige nehmen Weg der finanziellen Entschädigung

Im Badischen Pokal steht der SV Waldhof Mannheim im Halbfinale und würde dort auf den Verbandsligisten 1. FC Mühlhausen treffen. Doch auch dieser darf aktuell nicht trainieren. Vieles läuft nun auf ein Finale zwischen dem Drittligisten und Astoria Walldorf (Regionalliga) hinaus – verbunden mit einer finanziellen Entschädigung für die beiden unterklassigen Halbfinalisten Mühlhausen und ATSV Mutschelbach (Verbandsliga).

Im Saarland wird der Landespokalsieger unter den drei ligahöchsten Vereinen 1. FC Saarbrücken (Dritte Liga) sowie der SV Elversberg und dem FC Homburg (beide Regionalliga) ausgespielt. Die 61 Amateurklubs, die wegen des pandemiebedingten Saisonabbruchs nicht weiter teilnehmen, erhalten eine finanzielle Entschädigung aus Teilen der saarländischen Fernseheinnahmen aus der kommenden DFB-Pokalrunde. Die SV Elversberg hat ein Freilos gezogen und steht im Finale, der Gegner wird zwischen Homburg und Saarbrücken am 18. Mai im Homburger Waldstadion ermittelt.

Ein Weg, den auch andere Landesverbände gehen. Die unterklassigeren Teams sollen mit niedrigen vierstelligen Summen für das nicht-sportliche Aus entschädigt werden und bekommen mitunter ein Pokal-Startrecht in ihrem Verband für die nächste Spielzeit. Keine Chance mehr haben sie jedoch auf 175.500 Euro Prämie in der ersten DFB-Pokalrunde. Nicht alle jedoch geben sich mit solchen Lösungen zufrieden. Der bis in die Oberliga abgestürzte frühere Zweitligist FC Rot-Weiß Erfurt geht beispielsweise rechtlich dagegen vor, einfach kampflos aus dem Landespokal zu fliegen.

Bis 1. Juli Zeit, um für DFB-Pokal zu melden

„Das ist generell Sache der Landesverbände“, sagt ein Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes zur Ermittlung der Landespokalsieger. Diese müssen übrigens nicht zwingend am Finaltag der Amateure ermittelt werden. Für die einzelnen Verbände würde nach aktuellem Stand noch bis zum 1. Juli Zeit bleiben, um die Starter für den DFB-Pokal in der Saison 2021/22 zu melden. ssl/mxk/ghm/dpa

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