1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK: Bei der Zimmer-Rückkehr fehlt das Spielglück

Verspielt„Ich hätte auf mein Comeback verzichtet, wenn wir dafür gewonnen oder zumindest einen Punkt geholt hätten“, sagte FCK-A
Verspielt»Ich hätte auf mein Comeback verzichtet, wenn wir dafür gewonnen oder zumindest einen Punkt geholt hätten«, sagte FCK-Außenbahnspieler Jean Zimmer nach der Niederlage gegen Wehen Wiesbaden. Nun muss Kaiserslautern im Aufstiegsrennen auf Schützenhilfe hoffen.

Jean Zimmer steht nach langer Leidenszeit endlich mal wieder auf dem Platz, als der 1. FC Kaiserslautern einen bitteren Rückschlag im Kampf um den direkten Zweitligaaufstieg erleidet.

Es gab am Freitagabend einen Pfälzer in Diensten des SV Wehen-Wiesbaden, der nicht vollkommen glücklich war. Das hatte weniger mit dem Resultat, sondern mehr mit der persönlichen Situation zu tun. Gianluca Korte, geboren in Speyer und in Schifferstadt aufgewachsen, wäre gerne auf dem Rasen dabei gewesen, als der SVWW den 1. FC Kaiserslautern 2:1 schlug, doch der Offensivmann war kurzfristig wegen Kreislaufproblemen ausgefallen. Also blieb dem 31-Jährigen nur Gelegenheit, auf der Tribüne mitzuerleben, wie die Aufstiegsträume der Lauterer vor 9671 Zuschauern in der Arena in Wiesbaden einen Dämpfer erlitten. „Zum ersten Mal war es hier voll“, sagte Korte mit Blick auf die in großer Mehrheit von FCK-Fans besetzten Tribünen.

Zimmer hätte Comeback gerne verschoben

Das Erlebnis in der Brita-Arena in Wiesbaden war beeindruckend, das Ergebnis aus Sicht der Lauterer hingegen frustrierend. „Ich hätte auf mein Comeback verzichtet, wenn wir dafür gewonnen oder zumindest einen Punkt geholt hätten“, sagte Jean Zimmer. Nach vielen Wochen der Wirrungen und Rückschläge hatte sich der Außenbahnspieler des FCK nach einer chronischen Darmerkrankung in den Kader zurückgekämpft und war im Verlauf der zweiten Halbzeit eingewechselt worden – ein glückliches Ende gab es bei seiner Rückkehr jedoch nicht. Im Gegenteil: Durch die Niederlage gaben die Lauterer die perfekte Ausgangslage im Aufstiegsrennen der Dritten Liga aus der Hand. Gewinnt Eintracht Braunschweig seine drei noch ausstehenden Partien, ist für den FCK nur noch der dritte Platz drin, der Relegationspartien gegen den Drittletzten der Zweiten Liga bedeutet.

Die Enttäuschung beim kickenden Personal des 1. FC Kaiserslautern war entsprechend ausgeprägt, denn nach dem Derbysieg am Ostersonntag gegen Saarbrücken konnte man bezüglich der Aussagen der Protagonisten und anhand der Euphorie des Anhangs zu dem Schluss gelangen, der FCK sei nicht mehr aufzuhalten. War er aber doch, durch eine robuste, kampfstarke und von dem Umstand, sich im eigenen Stadion wie ein Auswärtsteam zu fühlen, spürbar motivierte Mannschaft des SVWW.

„Eiertor“ gegen den FCK

Die Hessen machten es dem Tabellenzweiten mit einfachen Mitteln schwer, die Lauterer wehrten sich, so dass die Fans ein unterhaltsames Kampfspiel sahen. Der FCK war nicht schlecht, machte nicht viel falsch, hatte aber Freitagabend nicht das so genannte „Spielglück“, das in den zurückliegenden Wochen immer mal geholfen hatte. „Wir machen das 2:1 nicht und die machen das 2:1 durch so ein Eiertor“, fasste Rückkehrer Zimmer die zweite Halbzeit in wenigen Worten passend zusammen. Wobei „Eiertor“ die Umschreibung für einen kapitalen Fehler des Lauterer Keeper Matheo Raab ist, der die Kugel nach einem Eckball direkt vor die Füße von Ahmet Gürleyen abwehrte, der zum 2:1 traf (73.). Nach frühen Treffern von John Iredale (2.) und Hendrick Zuck (9., Foulelfmeter) bedeutete dieses Tor die Entscheidung gegen den FCK.

Zimmers Sprint in die Kabine

Die mehr als 7000 Fans, die ihre Mannschaft nach Wiesbaden begleitet hatten, machten sich deshalb frustriert auf den Heimweg, werden am kommenden Wochenende aber vermutlich wieder im Stadion sein, wenn der FCK in der eigenen Arena auf Borussia Dortmund II trifft. Die Vorgabe für den letzten Auftritt der Drittligasaison auf dem Betzenberg ist klar: Mit einem Dreier das Rennen um den zweiten Tabellenplatz offenhalten. „Was die anderen machen, sollte uns scheißegal sein. Wir müssen gucken, dass wir unsere Punkte holen“, sagte Zimmer.

Der 28-Jährige hatte in der hektischen Schlussphase in Wiesbaden zuvor für eine skurrile Situation gesorgt. Nach einem Kopfballduell, bei dem Zimmer im Gesicht getroffen worden war, blutete die Nase des Lauterers. Weil das Leibchen blutverschmiert war, was nicht erlaubt ist, sprintete Zimmer daraufhin in die Kabine, um ein Ersatztrikot zu besorgen. Zwei Minuten später war der gebürtige Dürkheimer zurück auf dem Spielfeld, doch selbst dieser ungewöhnliche Einsatz half nicht mehr – und deshalb liegt der direkte Aufstieg in die Zweite Liga jetzt nicht mehr allein in den Händen des 1. FC Kaiserslautern.

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