Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel FC Bayern: Zwist zwischen Flick und Salihamidzic beendet?

Traf gleich nach seiner Einwechslung: Eric Maxim Choupo-Moting.
Traf gleich nach seiner Einwechslung: Eric Maxim Choupo-Moting.

Der FC Bayern München blickt nach dem 2:1 gegen Lazio Rom einer prickelnden Viertelfinal-Auslosung entgegen. Paris, Liverpool, ManCity, FC Chelsea, Real Madrid, Dortmund und Porto sind die möglichen Gegner. Ein klärendes Gespräch soll für Ruhe sorgen.

Die eine Geschichte ist schnell erzählt, nämlich die von einem Spiel, das ohnehin nicht mehr spannungsgeladen war. Aber es geht beim FC Bayern ja derzeit sowieso nicht so sehr um die Mannschaft – um das, was auf dem Platz passiert. Nun hat Trainer Hansi Flick rund um das Achtelfinal-Spiel in der Champions League gegen Lazio Rom dafür gesorgt, dass die andere Geschichte, die derzeit bestimmende, die von seiner Zukunft in München und vor allem vom gestörten Verhältnis zu Sportvorstand Hasan Salihamidzic handelt, ein neues Kapitel bekommt – in der Hoffnung, dass sie vielleicht eine überraschende Wende nimmt.

Innerbetriebliche Störungen

Nachdem die Münchner am Mittwochabend die nur noch kleine Hürde auf dem Weg ins Viertelfinale genommen hatten, mit einem schnöden 2:1 drei Wochen nach der 4:1-Gala in Rom, und bei der Auslosung heute auf den nächsten Gegner in der Königsklasse warten, trat Flick mit einem Plan vor die Mikrofone. Es war ja klar, dass es auch dieses Mal weniger Fragen zum Spiel geben wird, sondern vor allem wieder solche nach den innerbetrieblichen Störungen. Und da, wusste er, ist es gut, gewappnet zu sein. Man sei „aufeinander zugegangen“, ließ er verlauten, habe „die Dinge aus der Welt geschafft – ganz im Sinne des Vereins“. Man schaue nun „sehr optimistisch in die Zukunft“.

Ein paar Fragen blieben allerdings ungeklärt. Zum Beispiel die, ob die Aussprache auf eigene Initiative passierte oder verordnet wurde. Vom Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge etwa, oder von der grauen Eminenz vom Tegernsee, Uli Hoeneß. Und auch den Inhalt des Gesprächs, die „Dinge“, wie Flick sagte, wollte der Trainer nicht näher ausführen.

Es dürfte sich dabei aber um jene Themen handeln, die zuletzt immer wieder nach außen drangen, um die unterschiedlichen Meinungen bei der Kaderplanung, um Neuzugänge, die Salihamidzic im Herbst getätigt hatte, aber nun bei Flick nur auf der Bank saßen, um den Torhüter Alexander Nübel, der womöglich bei seiner Verpflichtung Zusagen vom Sportvorstand erhielt, die der Trainer nicht einhalten will und kann.

Flick beschwichtigt

Schon vor Anpfiff hatte Flick bei „Sky“ versucht, den Eindruck zu erwecken, dass Personalentscheidungen zu Beginn der Saison gemeinsam gefällt wurden. Am liebsten hätte er Leroy Sané, Timo Werner und Kai Havertz gehabt, gab er zu, aber „gerade in der Corona-Zeit ist es auch für einen Sportvorstand nicht einfach, Spieler zu holen“. Am Ende sei es eben Sané geworden. Im Herbst, als noch ein paar Positionen zu besetzen waren, habe man gesagt, „wir wollen in der Breite Spieler dazunehmen, das haben wir gemacht“.

Dass diese Breite nicht so ausfiel, wie er sich das gewünscht hatte, sagte Flick aber nicht. Von den vier Spielern, die kurz vor dem Ende der Transferperiode verpflichtet wurden, hat bisher nur Eric Maxim Choupo-Moting die Erwartungen erfüllt. Der Stürmer ist das, was man als einen perfekten Ergänzungsspieler bezeichnet, er hat auch schon ein paar Törchen beigesteuert, gegen Lazio traf er nur knapp zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:0.

Die Bayern wollen erfolgreich spielen, da stört so ein Zwist nur ...

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