Sport
Fast ein Traumeinstand für Düsseldorf Uwe Rösler
Düsseldorf. Auch mit dem neuen Trainer Uwe Rösler kann Fortuna Düsseldorf nicht gewinnen. Gegen Eintracht Frankfurt gab es ein 1:1 (0:0). Das Positive überwog.
Die Feuertaufe als Bundesligatrainer war seit gut einer Stunde vorüber, als Uwe Rösler seinen ersten Witz im neuen Job platzierte. In der Partie hatte Schiedsrichter Frank Willenborg Röslers Düsseldorfern kurz nach der Pause erst einen Treffer durch Opoku Ampomah wegen einer Abseitsposition wieder weggenommen. Und dann in der dritten Minute der Nachspielzeit den für die Eintracht überaus glücklichen Ausgleich akzeptiert. Beide Szenen entschied der Referee mit Hilfe des Video-Assistenten. Woraufhin Rösler scherzte: „Das ist der Hauptgrund, warum ich nach Deutschland gekommen bin – um mich dem Videobeweis zu stellen.“
Ayhan fühlt sich klasse auf dem Platz
Ganz ernst meinte der 51-Jährige jedoch all das Lob, das er nach Fortunas erstem Punktgewinn im neuen Jahr über seinem Personal ausschüttete. Am Mittwoch war Rösler als Nachfolger von Trainer-Methusalem Friedhelm Funkel vorgestellt worden, am Samstag schwärmte er schon: „Ich habe noch nie eine Mannschaft erlebt, die innerhalb so kurzer Zeit einen Matchplan so gut umgesetzt hat.“ Die Gelegenheit, den Abstiegsrängen zu entrinnen, vermasselte sich sein Team durch ihre einzige Nachlässigkeit in der Abwehrarbeit – die Timothy Chandler bei einem Freistoß prompt zum Ausgleich nutzte. Die positive Stimmung wollte sich Kaan Ayhan, der die Gastgeber zwölf Minuten vor Schluss mit einem abgefälschten Freistoß in Führung gebracht hatte, dadurch aber keinesfalls nehmen lassen. „Heute hat noch nicht alles geklappt, sonst hätten wir gewonnen. Anderseits weiß ich nicht, wann Fortuna das letzte Mal gegen so einen Gegner so Fußball gespielt hat“, betonte Düsseldorfs Abwehrchef, der berichtete: „Ich habe mich heute auf dem Platz überragend gefühlt.“ Ein Wohlgefühl, das Rouwen Hennings nun auch mit in das Pokalduell auf dem Betzenberg am frühen Dienstagabend nehmen will. „Kaiserslautern ist meiner Meinung nach kein normaler Drittligist“, erklärte der 32-jährige Angreifer zwar. „Trotzdem glaube ich, dass wir mehr Qualität im Kader haben. Wir fahren auf jeden Fall da hin, um zu gewinnen.“
Fortuna zu unpräzise
Gegen Frankfurt raubte den Rheinländern ihr größtes Manko, die oft unpräzise ausgespielten Konter, noch den Sieg – und Uwe Rösler einen Traumeinstand als Bundesliga-Coach. „Wir sind fünf Mal ins Abseits gelaufen“, betonte der Trainer – und schwang sich bei der Gelegenheit mal eben zum Herrn der Elemente auf. „Wir brauchen Feuer und Eis – das Eis haben wir noch nicht hundertprozentig gezeigt“, bemängelte er bei seinen Spielern die fehlende Coolness nach der Führung, die bekannten Ungenauigkeiten im letzten Spielfelddrittel und die Furcht vor dem Torschuss. Unabhängig davon hielt er aber fest: „Jeder bei uns kann mit einem absolut positiven Gefühl aus der Kabine kommen. Denn wenn wir mit dem Druck, den wir haben, weiter so spielen, können wir noch einiges schaffen.“