Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Ex-FCK-Profi Stöger: Hoffnungsträger in Diensten von Fortuna

Wieder am Ball und der Hoffnungsträger der Fortuna: Kevin Stöger. Links der Leverkusener Kevin Volland.
Wieder am Ball und der Hoffnungsträger der Fortuna: Kevin Stöger. Links der Leverkusener Kevin Volland. Foto: Imago Images/Norbert Schmidt

Kreuzbandriss, acht Monate Pause: Hinter Kevin Stöger liegt eine schwere Zeit. Nun ist er zurück. Und Hoffnungsträger der Düsseldorfer Fortuna in der Fußball-Bundesliga. Auch für das DFB-Pokalspiel bei seinem Ex-Klub 1. FC Kaiserslautern.

19 Minuten Einsatzzeit beim 0:1 gegen Werder Bremen, 19 Ballkontakte, kein Torschuss, eine Torschussvorlage. 27 Minuten beim 0:3 in Leverkusen, 31 Ballkontakte, kein Torschuss, kein Pass, der zu einem solchen führte. Es sind Werte, die einen Fußballprofi mit dem Anspruch eines Kevin Stöger nicht zufriedenstellen können. Doch es ist ein Anfang.

Acht Monate darbte der 26-jährige Mittelfeldspieler vor dem Fernseher oder im Stadion, wenn seine Kollegen spielten, ein Kreuzbandriss zwang ihn in die Rolle des Statisten. Stöger wurde einiges an Geduld abverlangt. Im Wintertrainingslager in Marbella hätte der Österreicher „am liebsten 24 Stunden auf dem Platz gestanden“, berichtete sein ehemaliger Trainer Friedhelm Funkel, der am Dienstag dieser Woche des Amtes enthoben wurde. Stöger war darüber „natürlich ein wenig traurig, ich habe den Trainer sehr geschätzt“. Er und seine Kollegen aber dürfen sich nicht in Wehmut oder Selbstvorwürfen wälzen. Dem Bundesligaletzten steht schon an diesem Samstag (15.30 Uhr) das Spiel gegen Eintracht Frankfurt ins Haus. Stöger muss nach vorne schauen. Vergangenheit bleibt Vergangenheit.

Schock im emotionalen Saisonfinale

Ein Schock, wie ihn Stöger am 20. Mai vorigen Jahres erlitt. Tags zuvor war er im emotionalen Saisonfinale gegen Hannover 96 in der 89. Minute lädiert ausgetauscht worden. Auch wenn die Szene, die dazu führte, schon in der Arena nicht gut aussah, so hätten doch die wenigsten mit einer derartigen Schwere der Verletzung gerechnet. Physisch ist Stöger wieder auf der Höhe, aber auch mental? „Ich habe sehr gut gearbeitet in den letzten acht Monaten und spiele ohne Angst“, sagt er der RHEINPFALZ.

Mit einem Tor und sieben Vorlagen verbuchte Stöger einen großen Anteil am Düsseldorfer Klassenverbleib. Er spielte derart stark, dass unter anderem AS Rom auf ihn aufmerksam wurde. Nun soll Stöger den Trend ins Gute wenden. Als Bürde oder Last empfindet er das nicht. Er freue sich, sagt er, und er wisse, dass seine Kollegen ihm die nötige Zeit gäben.

Fortuna in prekärer Lage

Stögers Vertrag endet am 30. Juni. Die Zukunft ist offen. Natürlich strebt Stöger nach hehren Zielen, von der Champions League war schon mal die Rede. Die Verletzung aber hat das etwas relativiert. Fürs Erste. Er sehe das gelassen, sagt Stöger, „mein größtes Ziel war, dass ich zurückkomme“. Zudem könne er es aufgrund der prekären Lage der Fortuna nicht zulassen, sich mit etwas anderem zu beschäftigen als dem Spiel auf dem Platz.

Voller Vorfreude blickt Stöger auf das Pokalspiel am Dienstag (18.30 Uhr) beim 1. FC Kaiserslautern, für den er von 2013 bis 2015 spielte. Der VfB Stuttgart hatte ihn einst an die Roten Teufel ausgeliehen. Im Anschluss spielte Stöger für den SC Paderborn und den VfL Bochum. Eine Rückkehr zum FCK stand zur Debatte, Stöger entschied sich anders.

„Sehr schöne Jahre“ beim FCK – aber auch traurige

„Ich habe nur positive Erinnerungen an Kaiserslautern“, sagt er, „es waren zwei sehr schöne Jahre, auch wenn es traurig war, dass wir unser Ziel nicht erreicht haben. Wir hatten, gerade im zweiten Jahr, eine sehr starke Mannschaft.“ Die in der Zweiten Liga Vierter wurde, zwei Zähler hinter dem Karlsruher SC.

Heute repräsentiert der 1. FC Kaiserslautern nur mehr Drittliga-Mittelmaß. Im Pokal sei dies jedoch ohne Belang, so Stöger: „Tabellenplatz und Liga sind egal. Es entscheiden andere Dinge.“ Vielleicht ist ja Stöger selbst das Zünglein an der Waage. Mitspieler Oliver Fink ist sicher: „Der Stögi wird uns helfen.“

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