Handball
Eulen mit Remis in Potsdam: In der Schlussphase den Punkt erkämpft
Beim 24:20 (55.) für den Aufsteiger Potsdam um Trainer Bob Hanning hatte es so ausgesehen, als würden den Eulen wieder die Felle davonschwimmen, sie am Ende erneut ohne Punkte dastehen – und stattdessen die Adler jubeln. Doch nach seiner letzten Auszeit beorderte Abt den zuvor ganz starken Ziga Urbic aus dem Tor und den siebten Feldspieler aufs Parkett. „Wir wussten, dass wir was tun müssen am Schluss und sind da ,All in’ gegangen“, begründete Abt diese Maßnahme.
Die fruchtete: Die Eulen erzielten in jedem Angriff einen Treffer und kamen wieder heran. Bis Kapitän Max Haider vom Kreis fünf Sekunden vor Schluss zum 26:26-Ausgleich traf. „Wir wussten, dass es kein einfaches Auswärtsspiel wird hier. Aber wir waren selbstbewusst, die Köpfe waren nicht unten vorher“, sagte Abt, stolz auf den Punktgewinn.
Viele Verletzte bei den Eulen
Die Eulen mussten vor den Toren Berlins auf Max Neuhaus (Knieprobleme), Julius Meyer-Siebert (mit Zweitspielrecht beim Erstligisten Leipzig), Lion Zacharias (Mandelentzündung) und Christian Klimek verzichten. Klimek wurde nach einem Trainingsunfall jüngst am Auge operiert, darauf hatten die Eulen unter der Woche mit der Verpflichtung von Sergey Gorpishin reagiert. Der 25-Jährige, schon 2020 für kurze Zeit als „Nothelfer“ bei den Eulen, hat einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Spielzeit unterschrieben. Gorpishin, bei der WM 2019 für Russland am Ball, spielte bis Sommer bei ZSKA Moskau und gab am Samstag vor 600 Zuschauern in der schmucken, aber ziemlich leeren MBS-Arena sein Debüt.
Um den größeren Lohn von zwei Punkten haben sich die Eulen in der ersten Halbzeit gebracht, nämlich mit einer deutlich komfortablen Führung in die Kabine zu gehen. Denn das war drin. Die defensive 6:0-Abwehr mit Kapitän Max Haider und Sebastian Trost im Innenblock stand zunächst klasse, ließ bis zur 20. Minute nur vier Gegentreffer zu. Das lag auch am bärenstarken Torwart Ziga Urbic dahinter, der vom Anpfiff weg voll da war. Der 25-jährige Slowene kam schon vor der Pause auf ganz starke zehn Paraden, inklusive eines abgewehrten Strafwurfs (insgesamt 15).
Der siebte Feldspieler macht den Unterschied
Dass die Eulen ihre 5:2-Führung (12.) nach gutem Beginn gegen den Tabellenführer Potsdam nicht weiter ausbauen konnten, lag aber an einer gewissen Schludrigkeit, die fast alle Spieler an den Tag legten. Da wurden beste Einwurfmöglichkeiten wie unter anderem die von Stefan Salger beim Gegenstoß ausgelassen, sechs technische Fehler führten zu unnötigen Ballverlusten. Andererseits zauberten die Eulen aber auch: wie beim Kempa von Marc-Robin Eisel zum 5:2 durch Rechtsaußen Alexander Falk oder beim zweiten Kempa-Trick des guten Linksaußen Enes Keskic auf sein Gegenüber Pascal Durak zum 12:10 (28.).
„Ein Punkt ist ein Punkt“, sagte Ziga Urbic hinterher zufrieden. „Von dieser Leistung aus müssen wir jetzt den nächsten Schritt machen.“