Handball
Eulen Ludwigshafen: Torwart Urbic nagelt die Kiste zu
Die Rechnung sieht ganz einfach aus: Die Eulen Ludwigshafen kassieren in einem Zweitliga-Spiel weniger als 30 Gegentreffer – und sie gewinnen. Diese Gesetzmäßigkeit passt auf jede der bisherigen zehn Partien, mit Ausnahme des 41:31-Kantersieges der Eulen beim TuS Nettelstedt-Lübbecke. Wenn es doch immer so einfach wäre ...
Aber beim wichtigen 30:28 (14:16)-Heimsieg am Samstag gegen den Tabellennachbarn TV Hüttenberg stimmte es. Eulen-Trainer Johannes Wohlrab, der in der Saisonvorbereitung ein großes Augenmerk auf die Arbeit an den beiden Abwehrformationen 6:0 und 5:1 gelegt hatte, war daher zufrieden. „In der Abwehr müssen wir einfach immer die Basics abrufen, uns reinfetzen und gegenseitig helfen“, lautet sein Credo.
Zusammen gegen Niederlage gestemmt
Das taten seine Spieler gegen von Trainer Stefan Kneer durchaus gut eingestellte Hüttenberger. Vor allem nach der Pause legten die Eulen da, gestützt auf 1499 Zuschauer in der Eberthalle, noch mal mächtig zu. Und sie leisteten sich deutlich weniger technische Fehler als zuletzt.
Das war auch nötig, denn die Gastgeber lagen zur Pause mit zwei Toren hinten, auch später noch mit 20:23 (45.) und 22:24 (49.). Erst in den letzten zehn Minuten drehte sich die Partie. Da hatte der wieder genesene Eulen-Kapitän Maximilian Haider schon zwei Bälle geblockt, Finn Leun und Alexander Falk zeigten gegen die linke Angriffsseite, was helfen und Lücken zuschieben heißt. Leun klaute zudem beim 25:25 einen ganz wichtigen Ball. Und Kreisläufer Tom Bergner warf sich in der 59. Minute beim Spielstand von 28:26 im Hechtsprung nach dem Spielgerät. Kurz zuvor hatte Jannek Klein – bei angezeigtem passivem Spiel – den vierten und letzten Pass per Freiwurf unnachahmlich im Winkel zum 27:26 versenkt.
Urbic schwärmt von neuem Torwart-Trainer
Ein Garant dafür, dass es am Ende mit zwei Punkten klappte, war unbestreitbar Eulen-Torwart Ziga Urbic. Den Slowenen hatte Wohlrab, in Absprache mit Torwarttrainer Patrick Jahnke, in der 43. Minute für den jungen Mats Grupe (zuvor sieben Paraden) ins Tor geschickt. Vor allem, weil er die zuvor guten Außenspieler des Gegners vor eine neue Aufgabe stellen wollte. Das klappte, vor allem als Urbic gegen Rechtsaußen Tristan Kirschner hielt und so Jannek Klein vorne das wichtige 28:26 ermöglichte. Die Eulen waren endgültig auf der Siegerstraße.
Sieben Paraden hatte Urbic, der Mann mit den goldenen Schuhen, am Ende in 17 Minuten auf seinem Konto. Er freute sich vor allem deshalb über den Sieg und seine eigene Leistung, weil seine Eltern extra für das Spiel aus Slowenien zu Besuch gekommen waren, gemeinsames Foto nach dem Spiel im Tor inklusive.
„Wir wollten heute um alles in der Welt gewinnen. Wir haben gut trainiert. Ich habe deshalb schon in der Besprechung gesagt: Das richtige Ergebnis wird kommen. Und so war es heute“, sagte der 26-Jährige bescheiden. „Ich hatte in meiner Karriere noch nicht oft einen Torwarttrainer. Es ist sehr intensiv mit Patrick. Wir sprechen nicht nur über Wurfbilder der Gegner, wir reden viel über uns, was wir wann wie zu tun haben“, erklärte Urbic die Zusammenarbeit mit Torwarttrainer Jahnke. „Wir müssen auf uns schauen, weiter gut trainieren. Wir wollen besser sein“, stellt Urbic noch unmissverständlich klar.
Wohlrab: bloß nicht abheben
„Wir müssen demütig bleiben“, erteilte auch Trainer Wohlrab einem eventuellen Abheben nach jetzt wieder einem gewonnenen Spiel eine Absage. „Als ABC betrachte, dachten vielleicht viele nach dem Sieg in Nettelstedt, wir sind schon bei C. Wir können aber B nicht einfach überspringen, in Teilen sind wir noch bei A“, verdeutlicht Wohlrab, dass er mit seiner Mannschaft immer noch an vielen Grundlagen weiter feilen muss.