Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen: Streit um Hausverbot für zwei Gesellschafter

Das vergängliche Glück: Die Eulen-Spieler feiern am 7. Juni den Klassenerhalt.
Das vergängliche Glück: Die Eulen-Spieler feiern am 7. Juni den Klassenerhalt.

Die Eulen haben den Gesellschaftern Rudolf Heßler und Winfried Kaiser Hausverbot erteilt. Sie waren zuletzt nicht in der Halle. Die Vorwürfe sind schwerwiegend.

Rudolf Heßler und Winfried Kaiser haben seit zwei Wochen Hausverbot in drei Spielstätten. Das Hausverbot gilt für die Friedrich-Ebert-Halle, das Sportzentrum und die Halle in Hochdorf. Wie kam es zu dieser drastischen Maßnahme?

Auf Anfrage äußerten sich die Eulen Ludwigshafen zu den Beweggründen. „Beide Personen haben ein Hausverbot erhalten, nachdem es im Zusammenhang mit einem Vorfall unter anderem zu tätlichen Angriffen gekommen ist. Für uns steht das Wohl und die Sicherheit aller Beteiligten an erster Stelle – wir dulden keinerlei Form von Gewalt oder respektlosem Verhalten. Weitere Einzelheiten können wir derzeit nicht kommentieren, da die Angelegenheit Teil eines laufenden gerichtlichen Verfahrens ist“, erklärte gestern Geschäftsführer Domenico Marinese.

Ein Gespräch bei Jutta Steinruck

Für Rudolf Heßler ist an den Gewaltvorwürfen nichts dran. „Es gab am 9. Juli ein Gespräch auf Initiative von Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck mit Sponsoren“, sagte Heßler. Dieter Mayer und er seien sich vor der Sitzung am Fahrstuhl begegnet. Heßler habe Mayer mit den Worten „Ach Gott, der Lügner kommt“ begrüßt. Dieter Mayer habe geantwortet: „Ringlo, es reicht!“ Heßler und Kaiser fuhren nach ihrer Darstellung in den vierten Stock des Gebäudes, nach etwa fünf Minuten sei Mayer gefolgt. „Nachdem die Sitzung vorbei war, behauptete Dieter Mayer aus heiterem Himmel, dass ich ihn vor der Sitzung angegriffen habe. Niemand hat auf diesen Vorwurf reagiert“, erklärte Rudolf Heßler. Er und Kaiser sind Männer der ersten Stunde bei dem Friesenheimer Verein. Seit gut einem Jahr gelten die Handball-Pioniere als Minderheitsgesellschafter. Diese beiden stehen auf der eine Seite, Dieter Mayer als Sprecher des Gremiums, Yann Fürst und Norbert Rühm auf der anderen. Die zwei Fraktionen sind zerstritten. Nach dem Gespräch bei Jutta Steinruck folgte noch ein Treffen der fünf Gesellschafter bei der Psychotherapeutin, Coach und Autorin Christel Frey, das Rudolf Heßler nach 90 Minuten abbrach.

Prozesstermin steht

Für den 16. Dezember ist ein Prozess am Landgericht Frankenthal anberaumt, Heßler und Kaiser sehen Gesellschafterrechte verletzt und klagen gegen Mayer. Heßler spricht von „schwerwiegenden Verfehlungen“. Die für die Eulen seit Monaten unrühmliche Geschichte kam ins Rollen, als die frühere Geschäftsführerin Lisa Heßler im November vor einem Jahr ankündigte, zum Jahresende 2024 auszuscheiden. Sie hat darüber hinaus finanzielle Nachforderungen an ihren Ex-Arbeitgeber geltend gemacht. Auch das wird juristisch ausgefochten.

„Bei der Begründung geht es entweder um für eine Erteilung des Hausverbots nicht relevante Punkte, wie eine vorgeworfene Illoyalität gegenüber dem Geschäftsführer Domenico Marinese in der RHEINPFALZ, weil wir seine Qualifikation in Frage stellen – oder um frei konstruierte Gründe“, erklärte Heßler: „Auch zeitlich gesehen macht es keinen Sinn, weil keiner der vermeintlichen Vorwürfe direkt vor dem vorletzten Spieltag stattfand. Und warum durften wir dann vorher immer da sein“, fragt Heßler. „Gleichzeitig wollten sie uns auch als Gesellschafter ausschließen, aber hier hat das Landgericht Frankenthal vorläufig aufgrund einer einstweiligen Verfügung von uns widersprochen.“ Auch hier steht die Gerichtsverhandlung über die Rechtmäßigkeit des Ausschlusses aus der Gesellschafterversammlung noch aus.

63 Jahre im Verein

Da Heßler seit Jahrzehnten immer denselben Stehplatz in der Friedrich-Ebert-Halle einnimmt, fiel nun sofort auf, dass er nicht bei den Heimspielen gegen HBW Balingen-Weilstetten und dem HC Elbflorenz 2006 war.

„Wir waren beide geschockt. Uns wurden die Schreiben einfach zugestellt, ohne mit uns darüber zu sprechen oder uns anzuhören“, betonte Heßler. Er unterstrich, 63 Jahre im Verein TSG Friesenheim zu sein. „Wir haben das Projekt Bundesliga 1985 mit aufgebaut, mein Schwager hat die nach ihm benannte Günter-Braun-Halle ermöglicht, und jetzt wollen der Vereinsvorstand und zwei andere Gesellschafter und deren auserwählter Geschäftsführer uns mit aller Macht raus haben“, sagte er. „Winfried Kaiser ist 82 Jahre alt und ich bin fast 70. Wer weiß, wie lange wir noch in die Halle können und das will man uns jetzt nehmen, um uns zu schikanieren und mundtot zu machen“, sagte Heßler. Das Hausverbot werde durch Anwälte rechtlich geprüft.

Rudolf Heßler
Rudolf Heßler
Winfried Kaiser
Winfried Kaiser
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