Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen erkämpfen sich Unentschieden

UnzufriedenLudwigshafens Nationalspieler Hendrik Wagner (rotes Trikot) bemängelte die vielen Gegentore, die die Eulen bekommen h
UnzufriedenLudwigshafens Nationalspieler Hendrik Wagner (rotes Trikot) bemängelte die vielen Gegentore, die die Eulen bekommen hatten. Er erzielte acht Treffer, war damit bester Werfer im Spiel.

Die Eulen Ludwigshafen bleiben auch im fünften Spiel der Zweiten Bundesliga ohne Niederlage. Das 32:32 (14:17) war aber eher ein Punktverlust. Denn zwei Personen hatten etwas gegen einen Eulen-Sieg.

Kurz nach dem Abpfiff brandete Jubel auf. Die Fans feierten weniger das Unentschieden. Vielmehr galt der Applaus Gorazd Škof. Der Ex-Torwart der Eulen Ludwigshafen war gestern Zuschauer in der mit 1821 Zuschauern gefüllten Friedrich-Ebert-Halle. Der ehemalige slowenische Nationaltorhüter ist in Ludwigshafen, weil er am Montag am Knie operiert wird. Škof ist Publikumsliebling – und einer, der mit Herz bei der Sache ist. Immer wieder gibt er mit den Armen fuchtelnd von der Tribüne Tipps an Eulen-Torwart Ziga Urbic.

Körpersprache ist ein Hinweis. Die stimmte eine gewisse Zeit nicht bei den Eulen. Mitte der ersten Halbzeit gaben die Ludwigshafener das Spiel aus der Hand. Sie ließen Dresden ihr Tempospiel aufziehen. Die Sachsen sind bekannt und durchaus auch gefürchtet für ihre Tempogegenstöße. Die Nachlässigkeiten der Eulen wurden bestraft. Aus einer 5:3-Führung wurde rasch ein Vier-Tore-Rückstand. „Wir bekommen 17 Tore zur Halbzeit, das ist zu viel“, kritisierte Eulen-Trainer Ceven Klatt. Am Ende zappelte der Ball 32 Mal im Ludwigshafener Kasten – keine gute Quote. Denn Klatts Vorgabe sind höchstens 26 Tore in einem Spiel. „Wir bekommen zu viele Gegentore, speziell über die zweite Welle, weil wir keinen Rückzug hatten“, kommentierte Nationalspieler Hendrik Wagner.

„Tolles Offensivspiel“

Die Mängelliste arbeiteten die Eulen dann in der zweiten Halbzeit ab. Sie steigerten sich, gingen durch Wagner wieder mit 27:26 in Führung (48.). Es entwickelte sich fortan ein Kopf-an-Kopf-Rennen – mit offenem Visier sozusagen. Ceven Klatt sprach von einem tollen Offensivspiel.

Das stand allerdings bis kurz vor Spielende auf der Kippe. Stefan Salger wuchtete den Ball Sekunden vor dem Ende schließlich zum 32:32 ins Tor. Hendrik Wagner nannte es einen glücklichen Punkt, Ceven Klatt sprach von einem gerechten Unentschieden. Jan Remmlinger, mit sieben Toren, zweitbester Ludwigshafener Werfer, haderte mit einer eigenen Fehlerquote. „Ein technischer Fehler weniger von mir und wir gewinnen“, sagte der 27 Jahre alte Remmlinger.

Ein Pfiff mehr von den jungen Schiedsrichterinnen hätte man auch sagen können. Denn das Gespann aus Köln schien überfordert mit der Partie. Es fehlte die klare Linie. Es fehlte der Mut in brenzligen Situationen durchzugreifen. „Die Schiedsrichterinnen hatten keinen Einfluss auf das Spiel“, sagte Dresdens Trainer Rico Göde. Ceven Klatt äußerte sich vielsagend: „Ich sage generell nichts zu Schiedsrichtern. Aber jeder in der Halle hat das Spiel gesehen und kann sich seine Meinung bilden.“

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