Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Erstes Eistraining der Adler Mannheim mit einem Stargast

Gleich mal auf Tuchfühlung mit den Adler-Fans: Neuzugang Matt Donovan und die Autogrammjäger.
Gleich mal auf Tuchfühlung mit den Adler-Fans: Neuzugang Matt Donovan und die Autogrammjäger.

Wie in jedem Sommer: In der Halle kühl, draußen heiß. Die Fans versuchen, sich die Gesichter der neuen Spieler zu merken. Und die sind – wenn sie aus Nordamerika kommen – meist noch ohne ihre Familien in Mannheim. Aus der NHL ist ein Jungstar als Gast dabei.

Der Rückkehrer war einfach nur froh, wieder (fast) zu Hause zu sein. Und ein Neuzugang kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Stefan Loibl und Matt Donovan genossen das erste Adler-Eistraining der neuen Eishockey-Saison ebenso wie ihr Trainer. „Der erste Eindruck“, befand Bill Stewart nach der anderthalbstündigen Einheit, „ist immer der Wichtigste. Und mir hat gut gefallen, was ich gesehen habe.“

Donovans Hunde bleiben in der Heimat

Matt Donovan fühlte genauso. Ins Staunen kam der US-Amerikaner ob der vielen Fans in der Nebenhalle der SAP-Arena und der Qualität seines neuen Teams. Nicht aber wegen der hohen Temperaturen außerhalb der Halle. „Ich stamme aus Oklahoma, ich kenne das“, sagte er lachend. Die aktuelle Heimat seiner Familie ist allerdings Milwaukee. Also schnell mal in die Wetter-App geschaut: Tatsächlich, dort hatte es gestern auch um die 30 Grad. Apropos Familie: So gut aufgenommen sich Donovan in Mannheim fühlt („Ich hatte schon die Chance, mir die Stadt etwas anzuschauen“), so sehr freut er sich darauf, wenn nach den Wochen der Vorbereitung seine Frau Halle und die beiden Buben Dean (6) und Lawson (3) endlich nachkommen. Nur auf seine beiden Retriever muss der Verteidiger in Mannheim verzichten. „Diese Reise wäre für die Hunde zu stressig. Sie bleiben bei meinen Eltern, die haben ein großes Grundstück und selbst noch drei Hunde. Sie werden sich dort wohlfühlen“, weiß der tierliebe Profi.

Loibl: Besser und reifer zurück

Matt Donovan und Stefan Loibl verbindet etwas – Schweden. Dort verbrachte der 71-malige NHL-Spieler Donovan drei Spielzeiten, was ihm die Eingewöhnung in Deutschland erleichtert: „In beiden Ländern sprechen die Leute gut englisch.“ Nationalstürmer Loibl kehrte nun nach einem selbst auferlegten „Ausbildungsjahr“ im schon fortgeschrittenen Alter von 26 Jahren bei Skellefteå AIK nun gestärkt und reifer, wie er findet, zurück. „Ich habe mich als Mensch und Eishockeyspieler weiterentwickelt“, betont er.

Sportlich gesehen habe er sich in der defensivere und laufintensiveren schwedische Liga in genau diesen Punkten verbessert. Und charakterlich? „Von Mannheim aus ist es schon möglich, mal an einem Tag heim zu Mama und Papa zu fahren“, sagt der Niederbayer, „in Schweden aber war man schon auf sich allein gestellt.“ Dazu muss man aber wissen, dass der Adler-Kader nun gleich drei Spieler aus seiner alten Heimat beschäftigt – eben Loibl, Nico Krämmer und nun auch noch den aus Landshut gekommenen Lukas Mühlbauer (23).

Die vielen Fans in der Halle spendeten beim ersten Training bei gelungenen Aktionen – etwa einem satten Torabschluss von Publikumsliebling David Wolf – viel Beifall. Matt Donovan spürte gleich, dass die Stadt, dass die gesamte Region eishockeyverrückt ist. „Ich hatte aber vorher schon nur Gutes gehört“, berichtete der 32-Jährige, der seine neuen Kollegen Mark Katic und Tyler Gaudet bereits aus Nordamerika kannte. Als offensiv denkenden Verteidiger ordnet sich Donovan selbst ein, gerne spielt er im Powerplay, aber auch in Unterzahl verrichte er seinen Job – ein echter Allrounder in der Defensive eben.

Ohne Larkin und Dziambor, aber mit Stützle

Bis zum ersten Ligaspiel am 16. September gegen die Schwenninger Wild Wings haben die Adler nun noch einige Zeit für den Grob- und Feinschliff. Verteidiger Thomas Larkin, Meisterheld von 2019, wird wegen seiner Handoperation die sechs Testspiele bis dahin und den Auftakt verpassen, er trainierte am Dienstag individuell in der anderen Nebenhalle auf Beton, nicht auf Eis. Und Abwehrkollege Arkadiusz Dziambor weilt seit Sonntag bei der U20-WM in Edmonton.

Prominente Trainingsgäste sind die Adler ja gewöhnt. Am Dienstag blieben die Blicke der Fans an NHL-Jungstar Tim Stützle hängen, der sich bei seinem Ex-Klub den August lang schon mal in Form bringt für seine Ottawa Senators. „Fürs erste Mal stand der Spaß im Vordergrund, auch die neue Ausrüstung. Viel geklappt hat noch nicht“, berichtete der Senkrechtstarter lachend. Für die „Sens“ hat er in bisher 132 NHL-Partien schon 34 Tore erzielt und 53 Vorlagen gesammelt. Der 20-Jährige verriet, dass er in Nordamerika während der Saison versucht, so viele Spiele der Adler wie möglich zu verfolgen, „was wegen der Zeitverschiebung nicht einfach ist.“

„Heimkehrer“: Stefan Loibl ist wieder Mannheimer.
»Heimkehrer«: Stefan Loibl ist wieder Mannheimer.
Prominenter Trainingsgast: NHL-Jungstar Tim Stützle (rechts), hier mit David Wolf.
Prominenter Trainingsgast: NHL-Jungstar Tim Stützle (rechts), hier mit David Wolf.
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