FCK
Erleichterung bei den Roten Teufeln nach Auswärtssieg – aber noch ein weiter Weg
Es war ein Bild, das die Fans der Roten Teufel gerne viel häufiger in dieser Saison gesehen hätten. Gemeinsam bejubelten Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab den verdienten 2:0-Erfolg am Samstag in der fast menschenleeren Düsseldorfer Arena gegen den KFC Uerdingen. Zuvor hatten sie sich gegenseitig 90 Minuten lang angefeuert, viel kommuniziert – allen voran Innenverteidiger Kevin Kraus. Auch außerhalb des Spielfeldes wurde jede gute Aktion mit viel Applaus bedacht. „Mir persönlich war es das Wichtigste, dass man gesehen hat, dass eine Einheit auf dem Platz ist, dass jeder für jeden kämpft, auch die auf der Tribüne und auf der Bank saßen. Ich glaube, dies war ein großer Schritt nach vorne“, sagte Kraus.
Eigentlich Kleinigkeiten, wie der 28-Jährige betonte. Aber genau diese fehlten dem FCK bei den schwachen Auftritten zuletzt. „Die Mannschaft hat die richtige Mentalität gezeigt, sie hat gezeigt, dass alle zusammenstehen“, sagte auch FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Der 51-Jährige attestierte dem stark unter Druck und in der Kritik stehenden Team kämpferisch, aber auch spielerisch eine gute Leistung. Die Roten Teufel schlugen in einer Phase zu, als die Partie ein Langweiler war, erzielten durch den ganz starken Rechtsverteidiger Philipp Hercher (30.) und den engagierten Offensivmann Marlon Ritter (33.) innerhalb von drei Minuten zwei Tore.
Saibene soll FCK-Trainer bleiben
„Der Spielverlauf kam uns zugute. Nach einem Eckball mit 1:0 in Führung zu gehen, ist uns selten passiert“, stellte FCK-Trainer Jeff Saibene fest. Er hat seine Position mit dem dritten Saisonsieg deutlich gefestigt, soll das Team auch ins neue Jahr führen. „Eine gewisse Erleichterung ist da“, gestand der 52-Jährige nach der Partie – schob dann aber direkt nach: „Wir sind weit, weit, weit davon entfernt, überglücklich zu sein. Wir sind unzufrieden mit der Tabellensituation, mit den letzten Spielen. Der Sieg gibt uns ein bisschen Ruhe und Selbstvertrauen für die nächsten Spiele, aber alles andere dürfen wir jetzt nicht schönreden.“ Ein Sonderlob gab es für Philipp Hercher und Kevin Kraus: „Ich fand’ Hercher extrem gut. Viel Offensivdrang, er hat ein Tor geschossen, war sehr wertvoll für uns. Kraus sowieso mit seiner Präsenz. Er hat viel gesprochen, viel dirigiert. Er hat mir sehr gut gefallen.“
Sportdirektor Boris Notzon meinte, das deutlich vernehmbare gegenseitige stetige Anfeuern der FCK-Profis auf dem Platz und auch von der Bank aus habe eine gute, sehr positive Atmosphäre im gesamten Spieler- und Trainerteam erzeugt. Die Gespräche mit den Spielern und Betreuern auch noch kurz vor der wichtigen Partie haben Wirkung gezeigt. „Es geht viel über Kommunikation“, hatte Saibene vor dem Spiel betont.
Winkler: „Eigentlich muss das Standard sein“
„Die Körpersprache war schon beim Aufwärmen eine ganz andere. Jeder hat für jeden gekämpft. Es ist klar, dass mal Fehler passieren. Wir wollten uns aber nichts vorwerfen, was den Einsatz angeht. Vom Einsatz und vom Willen her war das gut. Aber man muss klipp und klar sagen: Eigentlich muss das Standard sein“, betonte Innenverteidiger Alexander Winkler. Er kam nach rund einer halben Stunde für den – wie sich am Sonntag herausstellte nicht schwerer – verletzten Kapitän Carlo Sickinger ins Spiel, machte seine Sache gut. „Es war ein ganz kleiner, aber ein sehr wichtiger Schritt“, sagte der 28-jährige Bayer.
Das gilt sicher auch für den 1,90 Meter großen Abwehrmann. Im Sommer war er ablösefrei vom Ligakonkurrenten SpVgg Unterhaching an den Betzenberg gewechselt, sollte eine wichtige Stütze in der Abwehr werden. Doch wegen eines Rippenbruchs blieb ihm lange nur die Zuschauerrolle. Winkler musste sich erst rankämpfen, braucht Spielpraxis.
Situation weiter bedrohlich
Die Situation für den 1. FC Kaiserslautern bleibt mit 18 Punkten aus 17 Spielen weiter bedrohlich. So sieht es auch Kevin Kraus: „Es war ein enorm wichtiger Sieg. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns.“ Für das Team geht es zunächst in einen kurzen, einwöchigen Urlaub. Das nächste Ligaspiel steht bereits am 9. Januar im Fritz-Walter-Stadion gegen den FC Viktoria Köln an. Die Kölner haben 22 Zähler auf dem Konto.
