Sport
Eishockey: Charakterfester Adler macht die wichtigen Tore
Dieser Name verführt ja regelrecht zu einem Wortspiel. „Darauf einen Desjardins“, wird sich so mancher Fan der Adler Mannheim in Anlehnung an den Werbeslogan für den bekannten Weinbrand denken, wenn der Stürmer mal wieder ein Eishockeyspiel zugunsten seines Teams entschieden hat. Aber ein anderer Spruch würde auch passen.
„Nie war er so wertvoll wie heute.“ Trifft auch zu auf den gereiften Profi mit der beachtlichen Nordamerika-Erfahrung und der trotzdem großen Hingabe für seine neue deutsche Heimat Mannheim. In der dritten Saison schon spielt Andrew Desjardins für die Adler und wird nach dieser Runde noch zwei weitere Spielzeiten dranhängen. „Es ist ein Klub, in dem einem viel Respekt entgegengebracht wird und bei dem man gleichzeitig auch spielen und bleiben möchte“, sagt der 33-jährige Kanadier. Was so beiläufig klingt, ist ein verbaler Ritterschlag für die Adler – denn schließlich sagt das nicht irgendjemand, sondern ein leibhaftiger Stanley-Cup-Sieger (2015 mit den Chicago Blackhawks).
Harte Weihnachtszeit – für Profis und Familien
Klar ist auch, dass ein Mann wie er „nicht mehr großartig von einem Team zu anderen wechseln“ möchte. Zumal er und seine Frau Mandy zwei kleine Kinder haben. Für die waren die letzten zwei Wochen auch so schon hart: Von sieben Punktspielen fanden sechs auswärts statt. „Gerade um die Weihnachtszeit möchte man natürlich nicht so gern so oft getrennt sein von der Familie. Aber wir sind Profis und müssen das annehmen“, sagt Andrew Desjardins und ist froh, dass es am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Iserlohn Roosters mal wieder in der heimischen SAP-Arena zur Sache geht.
„Das waren jetzt schon ein paar tausend Kilometer im Bus“, weiß auch Trainer Pavel Gross, „das sitzt alles in den Knochen und sammelt sich in den Körpern“. Entsprechend dosierte er das Training, am Neujahrstag war eher Auslaufen angesagt, am Donnerstag dann eine nicht ganz so lange Einheit. Zwei hat’s trotzdem erwischt: Nico Krämmer und Matthias Plachta fehlten krankheitsbedingt, ihre Einsätze am Freitag und eventuell auch am Sonntag (16.30 Uhr) bei der Düsseldorfer EG sind fraglich. Spielen kann Tommi Huhtala, der beim irren 5:4-Sieg in Köln am Montag von Taylor Aronson niedergestreckt worden war, das aber gar nicht mehr groß thematisieren möchte: „So was passiert im Eifer des Gefechts.“ Aronson wurde nachträglich für eine Partie gesperrt.
Aufholjagd als „Moralschub“
Andrew Desjardins sorgte in Köln mit seinem verwandelten Penalty im Shoot-out für den Zusatzpunkt. Es war bereits sein viertes „Game winning goal“ (spielentscheidendes Tor) und sein 16 Saisontreffer – damit ist der charakterstarke Führungsspieler der aktuelle Torschützenkönig der Adler. „Ein Moralschub“ sei der Erfolg gewesen, allerdings weist Desjardins sofort darauf hin, dass es zu der Aufholjagd nach dem 1:4-Rückstand nie und nimmer hätte kommen dürfen: „Man darf keine zwei Minuten im Tiefschlaf sein.“ In weniger als 120 Sekunden hatten die Haie den Adlern drei Treffer eingeschenkt.
Apropos Iserlohn: Der heutige Gegner wird mit Janik Möser anreisen. Die Ausleihe des Mannheimer Verteidigers wurde über den 31. Dezember hinaus bis Anfang Februar verlängert, teilten die Adler mit.