Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eine bittere Niederlage gegen Ungarn

Enttäuschung bei Alfred Gislason und der deutschen Mannschaft nach dem 28:29 gegen Ungarn.
Enttäuschung bei Alfred Gislason und der deutschen Mannschaft nach dem 28:29 gegen Ungarn.

Der Härtetest bei der Weltmeisterschaft gegen Ungarn geht 28:29 verloren. Die Deutschen erleiden einen Rückschlag im Kampf um das Viertelfinale. In einer Partie mit vielen Wellen sind die Magyaren am Ende das glücklichere Team.

Die deutschen Spieler rissen die Arme hoch, Johannes Bitter stürmte aus seinem Tor auf Fabian Böhm zu und umarmte den Rückraumspieler innig. Von der Anzeigetafel der Hassan-Moustafa-Halle in Kairo blinkte zwar ein 14:15-Rückstand, doch die Deutschen jubelten trotzdem. Mit dem Treffer in der Schlusssekunde der ersten Halbzeit hatte Böhm der Auswahl des Deutschen Handballbundes den Glauben an den Sieg zurückgegeben. Es war eine gute Nachricht, dass die Ungarn nach 30 Minuten lediglich mit einem Treffer führten, denn über weite Strecken waren sie bis dahin die klar bessere Mannschaft.

Kein Mittel gegen Kreisläufer Banhidi

Nach 26 Minuten lagen die Magyaren verdient mit 15:10 vorne und man musste sich um die deutschen Handballer sorgen. In der Deckung fanden die Schützlinge von Alfred Gislason kein Mittel gegen die wurfgewaltigen Rückraumspieler und den kantigen Kreisläufer Bence Banhidi. Die Folge war, dass zunächst Andreas Wolff und später Bitter im Tor keine Hilfe bekamen. Im Angriff wirkten die Deutschen in manchen Situationen zu zaghaft, hatten darüber hinaus Pech mit einigen Lattentreffern und gerieten deshalb zunächst 6:10 (17.) in Rückstand, ehe der Rückstand auf fünf Treffer anwuchs. Erst eine kurze, aber intensive Aufholjagd mit vier Toren hintereinander gab den Deutschen die Hoffnung zurück.

Nach dem 43:14-Auftaktsieg gegen Handballzwerg Uruguay und der corona-bedingten Absage der Partie gegen Kap Verde mussten die 60 Minuten im letzten Vorrundenspiel gegen Ungarn zeigen, welche Aussichten die deutsche Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft hat.

Erst mal eine Nacht drüber schlafen

Ein Sieg gegen die Magyaren sollte neben dem Gruppensieg eine ideale Ausgangslage für die Hauptrunde und damit für die Viertelfinal-Qualifikation bedeuten. Es kam anders. „Da müssen wir jetzt mal eine Nacht drüber schlafen, das ist echt ein Riesensch...“, sagte Julius Kühn. Durch den Schlussspurt waren die Deutschen in der zweiten Hälfte im Spiel, aber die Ungarn blieben am Drücker und behielten ihre Strategie bei. Zweimal schafften die DHB-Auswahl den Ausgleich, doch nach dem 17:17 setzten sich die Ungarn ab. Beim 20:22 (43.) sah es nicht gut für die Deutschen aus.

Plötzlich die Führung bei 24:23

Doch es gab ein Comeback, weil der eingewechselte Paul Drux und Spielmacher Philipp Weber aufdrehten. Nach 50 Minuten führte Deutschland nach einem Drux-Treffer plötzlich 24:23. Kurz danach gab es die Chance auf zwei Tore davonzuziehen, aber Johannes Golla stand bei seinem Wurf im Kreis.

Und so drehte sich die Begegnung noch ein letztes Mal. Wenige Momente später hatten die Ungarn beim 27:26 wieder die Nase vorne, weil Banhidi am Kreis schlicht nicht zu kontrollieren war. Den finalen Treffer der Partie erzielte allerdings Mittelmann Mate Lekai drei Sekunden vor Schluss zum 29:28. Jetzt jubelten die Ungarn. „Das zieht einem den Boden unter den Füßen weg“, kommentierte Gensheimer die bittere Niederlage.

So spielten sie

Deutschland: Wolff, Bitter (ab 18.) - Häfner (3), Weber (5), Kühn (3) - Kastening (2), Schiller (7/4) - Golla (1) - Gensheimer (1), Knorr, Firnhaber, Groetzki (1), Metzner, Böhm (2), Schmid, Drux (3)

Ungarn: Mikler, Szekely - Mathe (8/2), Lekai (4), Szita (3) - Rodgriguez, Boka - Banhidi (8) - Sipos, Balogh (1/1), Nagy, Rosta (1), Sunajko, Ancsin (2), Bodö (2), Hornyak

Spielfilm: 4:4 (7.), 6:10 (17.), 9:13 (22.), 17:17 (34.), 20:22 (44.), 25:24 (51.), 26:26 (55.), 28:29 (Ende) – Beste Spieler: Drux, Weber - Banhidi, Mathe - Siebenmeter: 4/4 - 4/3 - Zeitstrafen: 6/7 - Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien).

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