Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel Ein völlig überraschender Sieg für Grün-Weiss Mannheim

Kevin Krawietz (rechts) an der Seite von Pedro Martinez.
Kevin Krawietz (rechts) an der Seite von Pedro Martinez.

Also damit war in dieser Aufstellung nicht zu rechnen: Grün-Weiss Mannheim besiegte am Sonntag vor 1800 Zuschauern im ersten Bundesliga-Heimspiel der Saison Blau-Weiß Krefeld mit 5:1. Nach den Einzeln stand es 4:0.

„Das war nicht zu erwarten. Wir hätten am Morgen ein 3:3 unterschrieben. Was die Jungs geleistet haben, war übermenschlich“, betonte Grün-Weiss-Teamchef Gerald Marzenell hoch erfreut.

Rehberg spielt sich in den Vordergrund

Ein junger Mann spielte sich in den Vordergrund: Max Rehberg. Der 18-Jährige gewann sein allerstes Bundesliga-Einzel gegen Andrea Arnaboldi, ATP-Rang 179, mit 7:6 und 6:1. Am Freitag im Spiel bei Blau-Weiß Neuss durfte er schon mal im Doppel reinschnuppern.

„Es war ein schwieriger Start. Komplizierter Gegner, Linkshänder, er gibt einem nicht wirklich Geschwindigkeit. Ich habe mich reingefightet. Ich war lange verletzt, es war mein erster Sieg nach der Verletzung“, sagte Rehberg. Er musste ran, weil Dusan Lajovic positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Federico Delbonis angeschlagen ist, Dominik Koepfer zurück in die USA flog, Nicolas Kicker und Gerald Melzer bei Turnieren in Kolumbien und Italien das Finale erreichten.

Bernabé Zapata siegt auch

Nach der ersten Runde stand es 2:0, weil auch Bernabé Zapata sein Einzel gegen Gastao Elias gewann, im zweiten Durchgang legten Pedro Martinez (mit seinem ersten Bundesliga-Sieg gegen Stefano Travaglia) und Maximilian Marterer mit einem Erfolg gegen Federico Gaio nach.

Als um 16.30 Uhr die Doppel begannen, war der Center Court noch sehr gut besucht. Das lag an Ehrengast Kevin Krawietz, zusammen mit Andreas Mies zweimaliger French-Open-Sieger. Krawietz spielt im zweiten Jahr für Grün-Weiss, holte mit Partner Pedro Martinez den fünften Punkt. Was für ein tolles Doppel.

Nach 6:1 in Satz eins gerieten die beiden 1:4 in Rückstand, drehten dann noch einmal auf. Krawietz verzückte die Zuschauer mit seinem feinen Händchen vorne am Netz, überzeugte mit seinem Auge und Stellungsspiel. Das sachkundige Publikum quittierte den Auftritt des Coburgers mit vielen „Oooohs“.

Zuschauer sind begeistert

„Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, es ist immer eng im Doppel. Wir sind froh, dass wir das Spiel nach 1:4 drehen konnten. Es freut mich vor allem, dass meine Teamkollegen schon vier Punkte geholt hatten. Schön, dass noch so viele Zuschauer dageblieben sind“, sagte der 30-Jährige der RHEINPFALZ. Er spielte zuletzt in Wimbledon, wo er mit Mies das Viertelfinale erreichte. „Viertelfinale in Wimbledon zu spielen, das hört sich auf jeden Fall gut an. Im zweiten Moment haben wir uns mehr erhofft. Alles in allem war es in Ordnung“, erläuterte er.

Der Titel in Paris nach 2019 und 2020 war diesmal außer Reichweite, bereits in der ersten Runde kam das Aus. „Das passiert. Vielleicht macht man sich mehr Druck, weil man das Turnier schon zweimal gewonnen hat. Es war eine extrem bittere Niederlage. Vielleicht die bitterste in dem Jahr. Wir finden das Turnier logischerweise sehr gut. Es geht weiter, es war ein Turnier“, erklärte Krawietz.

Nach der Knieverletzung von Andreas Mies fand sich das Erfolgsduo in diesem Jahr rasch wieder. Mies hatte dann noch Corona, das Tandem spielte eine gute Sandplatzsaison, gewann die Turniere in Barcelona und München. „Wir steigern unser Niveau einfach und schauen, wo es endet“, sagte Krawietz. Nun stehen noch die Auftritte in Hamburg und Kitzbühel an, bevor es in die USA geht. Ein erneuter Einsatz für Grün-Weiss ist möglich.

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