Eishockey
Ein neuer Adler mit ansteckend guter Laune
„Straubing war besser und hatte die besseren Chancen, aber wir hatten heute einen überragenden Goalie“, lobte Gross seinen Torhüter Felix Brückmann.
„Wir haben zu viel vor dem eigenen Tor zugelassen“, ergänzte der Adler-Coach. Der fehlende Spielrhythmus könnte ein Grund dafür gewesen sein. „Wir hatten eine Woche Pause“, verwies er auf den stark zerstückelten Spielplan. „Und jetzt haben wir gespielt und wieder eine Woche Pause. Ich verstehe den Spielplan nicht.“ Das gelte aber für alle Mannschaften. „Wir müssen eben einen Weg finden, jedes Mal wieder frisch ins Spiel zu gehen“, schloss Gross deshalb.
Sorgen in der Defensive
Möglicherweise auch mit frischen Kräften. Vor allem in der Verteidigung mussten die Adler gegen Straubing zwei Ausfälle verkraften. Cody Lampl kehrte nach der ersten Pause nicht aus der Kabine zurück, Jonas Lehtivuori blieb nach dem zweiten Abschnitt in den Katakomben. „Wir wissen nicht, was mit ihnen ist. Dass werden erst die Untersuchungen zeigen“, sagte Gross.
Zumindest im Tor hat er aber aktuell keine Probleme. „Wir werden immer mit einem starken Torhüter spielen“, hatte er vor der Partie erklärt, und Felix Brückmann bestätigte diese Aussage bei seinem ersten Einsatz nach der Rückkehr von den Grizzlys Wolfsburg mit einer blitzsauberen Vorstellung. Die eigene Leistung mit 20 parierten Schüssen wollte der 30-jährige dabei nicht überbewerten: „Wenn man mehr zu tun hat, steht man als Torhüter eben mehr im Mittelpunkt.“ Für den Kopf seien solche Spiele leichter, als sich auf den Punkt zu konzentrieren, wenn ansonsten die Beschäftigung fehlt. „Aber dafür ist es eben körperlich ein bisschen anstrengender“, befand er lachend.
Loibls „doppeltes“ Warten ist vorbei
Das überschwängliche Lob übernahm dafür Stefan Loibl: „Felix hat ein paar unglaubliche Dinger herausgeholt. Das war eine überragende Leistung.“ Die gute Laune des Stürmers wirkte ansteckend. Nach knapp zwei Monaten Verletzung meldete er sich endlich zurück in der Startaufstellung. „Es war wirklich eine harte Zeit“, blickte er zurück. Eine Beininfektion hatte ihn seit Anfang November zurückgeworfen. „Erst das lange Warten, ob wir überhaupt spielen, und dann auch noch dieser Rückschlag.“ Aber mit dem Spiel gegen seine Ex-Mannschaft hatte er ein gutes Ziel vor Augen: „Darauf hatte ich mich richtig gefreut.“ Auch wenn klar war, dass es gegen seine Ex-Kollegen ein ganz hartes Stück Arbeit wird. Die eigene Leistung sah er kritisch. „Für das erste Spiel war es ganz okay“, kommentierte Loibl den Auftakt an der Seite Brendan Shinnimins und Marcus Eisenschmids: „Aber es ist klar, dass es mit der Zeit noch besser wird.“
Bis zu seinem nächsten Einsatz muss er sich aber zunächst noch einmal gedulden, denn bis zum dritten Auftritt der Adler wird eine weitere Woche vergehen, ehe am Samstag (17.30 Uhr) der EHC Red Bull München in der SAP-Arena gastiert.