1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Lob den Jungspunden: Starkes Trainingslager des FCK in Mals

Premiere: Lex Tyger Lobinger trifft zum 2:0 und erzielt damit sein erstes Tor für den FCK. Dabei war er noch etwas müde. Der Gru
Premiere: Lex Tyger Lobinger trifft zum 2:0 und erzielt damit sein erstes Tor für den FCK. Dabei war er noch etwas müde. Der Grund: Mit Fortuna Düsseldorf hat er in diesem Sommer bereits ein Trainingslager absolviert.

Trainer Dirk Schuster ist sehr zufrieden mit seiner Mannschaft. Doch es gibt auch einen Pechvogel und ein Problemkind. Der letzte Test verläuft reibungslos – und siegreich.

Gewinner? Verlierer? Unter rein sportlichen Gesichtspunkten wird dies nach einer Woche Trainingslager des 1. FC Kaiserslautern in Mals wohl nur Dirk Schuster beurteilen können. Der Cheftrainer wird wie die in das Südtiroler Örtchen gereisten Kiebitze in der Nachbetrachtung gewiss aber von einer Mannschaft sprechen, die höchst engagiert bei der Sache. Wenn es dafür noch eines Beweises bedurfte, waren letzten Zweifel spätestens am Donnerstagnachmittag ausgeräumt.

Zwei Trainingseinheiten hatten die Roten Teufel an diesem Tag schon in den Beinen, da ging es am Nachmittag bei heftigem Weg zum Reschensee. Dirk Schuster und sein Adlatus Sascha Franz baten zu einer Challenge, die sie vor ein paar Jahren schon den Profis des Bundesligisten FC Augsburg angedeihen ließen, als sie dort tätig waren. In Zweierteams ging“s um das Gewässer. Einer laufend, der andere auf dem Rad. Immer im Wechsel. Neun der 13 Duos absolvierten die 15,2 Kilometer lange Strecke in weniger als einer Stunde, und das ist ein ganz erstaunliches Resultat, an das einst die Augsburger Truppe nicht heranreichte. Jean Zimmer und Hendrick Zuck, die beiden Kapitäne der vergangenen Runde, marschierten ihren Ämtern entsprechend voraus – und kamen als Schnellste ins Ziel. Obschon die Beine an diesem Tag schwer wie Blei waren, wollten es die Profis wissen. Das ist zumindest schon mal ein starkes Indiz dafür, dass es auch in der kommenden Runde an Willenskraft und Zusammenhalt nicht fehlen wird.

Bei Erik Durm drängt die Zeit

Die Pechvögel des Trainingslagers sind leicht zu benennen. Das größte Unglück widerfuhr Angelos Stavridis. „Gekas“, wie er – wohl in Anlehnung an den früheren Frankfurter Stürmer Theofanis Gekas gerufen wird – erlitt eine Fraktur des rechten Sprunggelenks und musste mit Teamarzt Dr. Pablo Gauna die Heimreise antreten. Der Jungprofi wird monatelang ausfallen. Das ist an sich schon bitter. Hinzu kommt, dass Stavridis bis zu seiner Verletzung einen vorzüglichen Eindruck hinterlassen hatte. „Er hat gezeigt, dass er unbedingt in den Kader reinmöchte, dass er eine Chance haben möchte. Die hätten wir ihm auch gerne gegeben. Er war auf einem richtig guten Weg“, sagte Dirk Schuster. „Er hat frech und unbekümmert aufgespielt. Das ist sehr ärgerlich und für den Jungen auch brutal.“

Auch Erik Durm hat sich den Aufenthalt in Mals anders vorgestellt. Schon in der ersten Übungssession unmittelbar nach der Ankunft in Mals zwickte plötzlich der rechte Oberschenkel. Seitdem hat der 30-jährige Zugang bestenfalls Lauftraining absolviert. Bälle sah er nur an den Füßen seiner Kollegen. Bis zum Rundenstart sind es nicht mal mehr zwei Wochen. Die Zeit drängt. Und sie droht Durm davonzulaufen.

Seriös trainiert, hoch engagiert

Generell zeigte Dirk Schuster sich sehr zufrieden: „Es gibt überhaupt nichts zu meckern. Die Jungs ziehen überragend mit, wickeln die Einheiten sehr seriös, mit hohem Engagement und hoher Konzentration ab. Es gibt keinen Grund, etwas kritisch zu sehen.“ Von den Bedingungen in Mals zeigte er sich „total begeistert, besser hätten wir es nicht treffen können“. Verbesserungsbedarf im Kerngeschäft auf dem Rasen bestehe immer, natürlich. In der Videoanalyse nach dem 3:4 gegen Lugano am Dienstag dieser Woche präsentierte Schuster seiner Elf deren Fehler, wies aber auch auf die guten Aspekte des Auftritts hin. „Wir müssen nun den richtigen Mix finden, dass wir die guten Sachen weiter ausbauen und die kritische gesehenen abstellen.“

Das zweite Testspiel in Mals gewann der FCK am Samstagnachmittag gegen die SpVgg Unterhaching mit 3:0 (1:0). Bei dem Klub aus dem Münchener Vorort steht unter anderem der ehemalige FCK-Profi Simon Skarlatidis unter Vertrag. Trainiert wird die Mannschaft von Sandro Wagner, in Kaiserslautern ebenso kein Unbekannter. In der Vorsaison belegte Unterhaching Platz vier in der Regionalliga Bayern. Ben Zolinski brachte den Zweitligisten in der 15. Minute in Führung. Zugang Lex Tyger Lobinger erhöhte in der 46. Minute auf 2:0. Mike Wunderlich markierte nach einer Hereingabe von Philipp Hercher den dritten Treffer (68.). Am Sonntag wird der FCK zweimal „ohne Holzhammer“ trainieren, wie Schuster sagte, ein Hüttenabend krönt den Tag.

Nach einer abschließenden Einheit am Montagmorgen reisen die Roten Teufel heim in die Pfalz.

1. FC Kaiserslautern: Spahic (46. Krahl) - Schad (46. Zimmer), Tomiak (63. Hippe), Kraus (63. Bünning), Zuck (46. Gibs) - Zolinski (46. Hercher), Niehues (63. Basenach), Ciftci (46. Ritter/75. Bakhat), Redondo (63. Hanslik) - Kiprit (46. Wunderlich/75. Klingenburg), Boyd (46. Lobinger)

Tore: 1:0 Zolinski (15.), 2:0 Lobinger (46.), 3:0 Wunderlich (68.) - Gelbe Karten: - Gabelunke, Keller - Beste Spieler: Wunderlich, Redondo, Zolinski - Vollath - Zuschauer: 400 - Schiedsrichter: Picca (Meran).

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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