Fussball
Die Tor macht weit: Was den 32. Bundesliga-Spieltag so besonders macht
„Oh wie ist das schön, oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht geseh’n, so schön, so schön, ja ja ja ...“ Pardon, aber angesichts der Meisterkampf-Tristesse in der Fußball-Bundesliga bleibt einem manchmal nichts anderes übrig, als in der Hoffnung auf etwas Amüsement in den Geschichtsbüchern zu stöbern und nach besseren Zeiten zu suchen, die man prompt auch findet, weil früher schließlich alles besser war, und dann kann man nicht anders, als seine Ekstase mit einem „Oh wie ist das schön“ hinauszuposaunen.
Es gab tatsächlich mal eine Zeit, da war das Titelrennen ein echter Thrill. Saison 1983/84. Am Ende haben der VfB Stuttgart, der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach allesamt 48:20 Punkte auf dem Konto. Der FC Bayern als Vierter des Klassements verbucht gerade mal einen Zähler weniger. Klingt komisch, ist aber so. Allein das Torverhältnis von plus 39 lässt die Schwaben triumphieren. Doch der Kampf um die Schale ist nicht nur spannend, es wird auch „genetzt“, was die Stollenschuhe hergeben. Am 32. Spieltag schreiben die Ballerwütigen eine Bestmarke, die bis zum heutigen Tage Bestand hat: In neun Partien fallen 53 Tore. Oh wie ist das schön!
Nur der SV Waldhof tanzt aus der Reihe
Das trefferreichste Duell eröffnet am Abend des 11. Mai den Spieltag. 7:3 gewinnt Werder Bremen mit Rudi Völler und Frank Neubarth bei den später absteigenden Offenbacher Kickers. Tags drauf bezwingt Borussia Mönchengladbach Bayer Uerdingen 7:1, der Hamburger SV siegt beim 1. FC Nürnberg 6:1, der 1. FC Köln düpiert Borussia Dortmund 5:2. Mit dem identischen Resultat schlagen die Bayern den 1. FC Kaiserslautern. Karl-Heinz Rummenigges Führungstor wenden Wolfgang Wolf und Torbjörn Nilsson in eine vorübergehende 2:1-Führung der Roten Teufel, abermals Rummenigge, Kraus, Lerby (beide durch Elfmeter) und Karl „Calle“ Del’Haye rücken die Verhältnisse zurecht. 5,89 Tore fallen pro Partie, allein der SV Waldhof bringt beim 0:2 gegen Bielefeld keinen Ball über die Linie.
Nur einer der zehn torreichsten Spieltage bisher ereignet sich danach (2001/02, 34., 44 Tore). Die torärmsten Etappen mit jeweils elf datieren aus den Spielzeiten 1998/99 (20.) und 1989/90 (26.). Echt fad. So wie der Titelkampf heuer. Am Wochenende übrigens steht der 32. Spieltag an.