Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Eulen Ludwigshafen geben halt niemals auf

Vor allem in der Startphase des Zweitliga-Spiels der Eulen beim VfL Potsdam packte die Ludwigshafener Abwehr (von links Max Haid
Vor allem in der Startphase des Zweitliga-Spiels der Eulen beim VfL Potsdam packte die Ludwigshafener Abwehr (von links Max Haider, Sebastian Trost, dahinter verdeckt Torwart Ziga Urbic) kräftig zu.

Aufsteiger VfL Potsdam mit Trainer Bob Hanning biss sich in der ersten Hälfte im Zweitliga-Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen die Zähne an deren Abwehr aus. Warum es dennoch nicht zu zwei Punkten, aber immerhin einem reichte, hatte seine Gründe.

Wer bei Handball-Zweitligist VfL Potsdam das Sagen hat, wurde in der Pressekonferenz nach dem Spiel schnell klar. Als die Live-Übertragung nicht gleich klappte, beschied „Adler“-Trainer Bob Hanning leicht ungeduldig und knapp: „Dann zeichne es auf und leg los!“ Vor dem Spiel hatte die schillernde Figur des deutschen Handballs – zugleich Manager der Füchse Berlin und ehemaliger Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes – beim kurzen Plausch an der Mittellinie mit Eulen-Trainer Michel Abt noch einen seiner gern getragenen bunten Pullover angehabt, mit Tropen-angehauchtem Muster. Im Spiel und danach trug er dann das offizielle blaue „Adler“-Shirt.

Bob Hanning – nach wie vor schillernde Figur

Beide Trainer waren sich in der Analyse des 26:26 (12:12) am Samstagabend in der MBS-Arena vor 600 Zuschauern einig. Vor allem, dass es eines mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten war. „Es war kein brillantes Handballspiel, aber eines von zwei Teams mit viel Leidenschaft und Willen“, urteilte Coach Hanning. In der ersten Hälfte sei seine Mannschaft zu häufig an der wirklich guten Abwehr der Eulen hängen geblieben – oder nach Durchbruch am starken Eulen-Keeper Ziga Urbic gescheitert. „Da ist uns nicht viel gelungen“, gab Hanning zu, dass sein Team über 2:5 (12.) und 8:10 (25.) fast ständig hinterherlief. „Da waren wir zu Statisten im Spiel der Eulen degradiert“, monierte er.

So zufrieden dagegen sein Gegenüber, Eulen-Trainer Michel Abt, mit der „sehr guten ersten Halbzeit und der guten Abwehr“ war, so sehr haderte er mit den vielen leichten, individuellen technischen Fehlern, die verhinderten, dass sich die Gäste absetzten. Es blieb ein torarmes Spiel auf beiden Seiten. Bei den Eulen lief zunächst und lange gar nichts über die Kreisposition.

Eulen verpflichten Sergey Gorpishin nach

Dass die Gastgeber vor den Toren Berlins nach der Pause versuchten, „ein bisschen mehr ins Tempo zu kommen“ (Hanning), um nicht immer gegen die formierte starke Deckung anrennen zu müssen, war unverkennbar. „Die zweite Hälfte war ein bisschen umgekehrt“, befand auch Abt. Bis zum 20:20 (49.) durch den wiedergenesenen Jan Remmlinger hielten die Eulen dennoch mit, die in Potsdam auf Max Neuhaus, Julius Meyer-Siebert und Lion Zacharias und Christian Klimek hatten verzichten müssen. Für Klimek war unter der Woche der Russe Sergey Gorpishin bis Saisonende verpflichtet worden, der 2020 in der Ersten Liga schon mal ein Gastspiel bei den Eulen gegeben hatte.

Nach Remmlingers Ausgleich entglitt den Gästen die Partie aber, plötzlich führte Potsdam mit 24:20 (54.), die Eulen waren gefühlt schon auf der Verliererstraße. „Aber dass die Eulen nie aufgeben, haben wir dann wieder leidvoll erfahren“, sagte Bob Hanning über die letzten sechs Minuten der spannenden Begegnung. „Da sind wir mit sieben gegen sechs Feldspieler ’All in’ gegangen, wir wussten ja, dass wir was tun müssen zum Schluss“, sagte Michel Abt.

Durch die Tore von Pascal Durak, Jannek Klein, des starken Enes Keskic nahe seiner Heimat Berlin und Kapitän Max Haider kämpften sich die Eulen dadurch wieder zurück. Haider setzte dann den Schlusspunkt zum 26:26 fünf Sekunden vor Schluss. „Es war eine gute kämpferische Leistung beider Teams“, sagte Hanning abschließend.

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