Motorsport
Die deutschen Rallye-Meister aus der Pfalz
Griebel aus Hahnweiler im Landkreis Birkenfeld, langjähriges Aushängeschild des ADAC Pfalz, und Braun aus Maikammer gewannen am vergangenen Wochenende die Rallye „Stemweder Berg“ – mit Bestzeit in der Power Stage und mit der vollen Punktzahl. Ein Erfolg, an den Fachleute nur zögerlich dachten, denn nach dem unfallbedingten Ausscheiden im Mai bei der ADAC-Actronics-Rallye im Sulinger Land waren die Titelchancen des Duos nur noch sehr gering.
Ob es Zufall war oder Planung, lässt sich heute nicht mehr sagen. Jedenfalls ist es ein Segen für den deutschen Rallyesport, dass diese beiden Sportler zueinander fanden. „2018 ist Tobias für meinen damaligen Beifahrer Alexander Rath bei der Rallye San Remo eingesprungen, und wir verstanden uns auf Anhieb“, erinnert sich Griebel und ergänzt: „Zwei Jahre später saßen wir nochmals zusammen in einem Rallyefahrzeug – die gegenseitigen Sympathien waren groß.“
Als dann nach dem Gewinn der deutschen Rallye-Meisterschaft im 2021 Alexander Rath seinen Rücktritt vom Sport erklärte, kam es zu einem Treffen von Griebel und Braun in Kaiserslautern. „Da sind wir uns sportlich näher gekommen und haben unsere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgelotet“, berichtet Pilot Griebe weiter. „Die Ziele haben gestimmt, es waren viele Gemeinsamkeiten erkennbar, so dass wir uns zu einer Zusammenarbeit entschlossen.“ Mit Erfolg, wie die letzten beiden Jahre zeigen.
Nie den Glauben verloren
Entscheidend für den aktuellen Triumph war nicht allein das Finale mit Start und Ziel in Lübbecke, sondern das couragierte Auftreten zuvor in den Läufen zur deutschen Rallye-Meisterschaft. „Wir haben in den letzten drei Veranstaltungen 105 Punkte von 105 Zählern eingefahren. Eigentlich unfassbar nach unserem Ausfall bei der zweiten Veranstaltung“, findet Marijan Giebel. Er und Braun hätten nicht aufgegeben und an sich geglaubt, mit einem von Pole Promotion ausgezeichnet vorbereiteten Skoda Fabia RS Rally 2 wieder Hoffnung aufkommen lassen.
Und das bis zum Finale am Wochenende, das nicht spannender hätte sein können. „Es war eine perfekte Rallye. Wir haben vom ersten Meter an keinen Zweifel aufkommen lassen, dass wir hier siegen und den Titel holen wollen“, erzählt Griebel, der zweifache Vater: „Um sicherzugehen, mussten wir trotz des Vorsprungs die letzte Wertungsprüfung gewinnen, weil dort bei der Power Stage für uns wichtige Extrapunkte vergeben wurden. Das haben wir klar geschafft und sind so aus eigener Kraft Meister geworden.“ Griebel war auf dem zweiten Platz liegend ins Finale gestartet.
Die Rivalen verzweifeln
In der Tat hatte das Team vom ersten Meter der 147 Kilometer auf Bestzeit an die Szene beherrscht. Bereits auf der ersten Wertungsprüfung fuhr das Duo die Bestzeit und setzte sich an die Spitze, die es bis zur Zielankunft nicht mehr abgab. Zeitweise hatten beide einen Vorsprung von über 22 Sekunden, der dann gegen Ende etwas schrumpfte. Bei der 13. und letzten Bestzeitprüfung setzte das erfolgreiche Team gleich zum Staunen der Konkurrenz eine fantastische Zeit, an der die nachfolgenden Teilnehmer schier verzweifelten.
Der Samstag bewies dann die Nervenstärke des Teams aus Rheinland-Pfalz. Zu keiner Zeit ließen sich die kommenden neuen deutschen Rallye-Meister von der Konkurrenz einschüchtern. Auch nicht, als Julius Tannert/Frank Christian (Zwickau/Mamming) im Skoda Fabia RS die schnelleren Zeiten fuhren. Aber die Differenz war zu gering, um den Meisterduo gefährlich nahe zu kommen.
„Wir hatten die Situation stets im Griff und konnten auf die Angriffe reagieren, so dass es kein Vorbeikommen gab“, blickt Marijan Griebel zurück. Für den 34-jährigen Polizeibeamten ist es bereits die dritte Meisterschaft nach 2018 und 2021, damals jeweils mit Alexander Rath aus Trier. Tobias Braun vom Automobil-Club Maikammer, ein 29-jähriger Automobil-Kaufmann, hat sich als Beifahrer den zweiten Titel nach 2019, damals mit Fabian Kreim (Fränkisch-Crumbach) , gesichert.