FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Die Anspannung des Roten Teufels René Klingenburg

Klingenburg köpft: Die Chance gegen den 1. FC Magdeburg allerdings verpufft.
Klingenburg köpft: Die Chance gegen den 1. FC Magdeburg allerdings verpufft.

Der Kultkicker des 1. FC Kaiserslautern schaute sich das Derby bei Waldhof Mannheim mit Jean Zimmer im Fanblock an. Eine Geschichte über die eigene Zwischenbilanz, bevorstehende Aufgaben und eine Privatwette, die ihn womöglich seiner Ehefrau nacheifern lässt.

Es waren dann doch ungewöhnliche Bilder. Bilder, wie man sie nicht alle Samstage oder Sonntage sieht. Unten auf dem Rasen des Carl-Benz-Stadions stand die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern in Reih’ und Glied und bedankte sich bei den Fans auf der Tribüne für die Unterstützung während der 90 Minuten, unweit davon jubelten zwei aus den eigenen Reihen zurück; der eine, weil er gesperrt war; der andere, weil eine Erkrankung des Darms ihn dieser Tage zur Untätigkeit verpflichtet. René Klingenburg und Jean Zimmer ließen es sich nicht nehmen, die Roten Teufel im Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim anzufeuern.

Bei jeder anderen Begegnung, der in Saarbrücken vielleicht ausgenommen, wären sie wohl daheim geblieben – den Klassiker aber wollten sie sich nicht entgehen lassen. „Auf der Couch ein Derby zu gucken, das kam nicht infrage“, erzählt Klingenburg. Der kurvenerfahrene Zimmer nahm ihn mit in den Block. Die Haupttribüne wollte Emotionsbolzen Klingenburg eh meiden. „Vielleicht“, sagt er unter Berücksichtigung des eigenen Temperaments, „hätte ich mich da noch in die Haare bekommen ...“

„Du weißt, du kannst nicht helfen“

So erlebte Klingenburg besondere Momente. Eine Stunde vor dem Anpfiff sei er schon unter den Fans gewesen, „unfassbar angespannt, du leidest mit, du zitterst mit, du weißt, du kannst nicht helfen.“ Die Partie endete 0:0. Nach dem 2:2 gegen Magdeburg blieb der FCK erneut sieglos, aber auch zum zwölften Mal in Serie ungeschlagen. Tabellenplatz zwei hat Bestand. Ein bisschen erschien ihm „seine“ Elf nicht so robust und körperbetont wie in den Wochen zuvor, sagt Klingenburg, vielleicht sei das dem Hinspiel geschuldet gewesen oder der Partie gegen Magdeburg, an deren Ende es zu einem Tumult gekommen war – und in der er die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte, die ihn in die Zwangspause drängte.

20 Einsätze hat der 28-Jährige in dieser Saison für den FCK absolviert. Er erzielte zwei Tore (bei den Siegen gegen Osnabrück und 1860), bei zwei Treffern assistierte er. Eine Zwischenbilanz möchte er für sich nicht ziehen. „Ich mache mir darüber keine Gedanken“, sagt er, „ich muss das für mich nicht bewerten. Ich bin in einem Alter, in dem es nicht mehr darum geht, wie viele Übersteiger man macht, sondern nur noch um den Erfolg; was man für seinen Einsatz zurückbekommt.“

Nerven behalten, dem Stil treu bleiben

Zweifellos befinden die Roten Teufel sich auf einem prächtigen Weg Richtung Zweite Liga. Noch aber stehen zwölf Spiele aus. Ein Marathon, kein Sprint, sagt Klingenburg. Nun riefen die Alles-oder-nichts-Wochen. „Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen die Nerven behalten und unserem Stil treu bleiben. Es warten schwierige Spiele auf uns. Aber sag mir: Welches Spiel in dieser Liga ist nicht schwierig?“

Auf der Tribüne in Mannheim erlebte René Klingenburg auch, wie Felix Götze wenige Meter von ihm entfernt Richtung Kabine geführt wurde. Am Donnerstag nun staunte er nicht schlecht, als Götze mit ihm schon wieder über den Trainingsplatz flitzte, vier Tage nachdem er mit dem rechten Fuß umgeknickt war und sein schmerzverzerrtes Antlitz Schlimmes hatte befürchten lassen. „Ich dachte, es würde länger dauern. Umso schöner, dass er schon wieder dabei ist.“ Für Klingenburg selbst muss das kein Vorteil sein. Ohne Götze hätte er am Samstag gegen den SC Verl eventuell eine Halbposition neben Mike Wunderlich bekleidet. Dass er den durch Boris Tomiaks Gelbsperre vakanten Part in der Dreierreihe einnimmt, ist möglich, aber nicht wahrscheinlich.

Der Deal mit dem Pressechef

Klingenburgs Frau übrigens hat über ihre Accounts in den Sozialen Netzwerken schon mal angekündigt, sich im Aufstiegsfalle „KL“ tätowieren zu lassen. Der Gemahl ist der Tintenstecherei selbst nicht abgeneigt, wie sein Körper beweist. Da läge es nahe, dass auch er sich verschönern lässt. Oder nicht? „Tja“, sagt Klingenburg, „ich habe mit Rossi da so eine Privatwette laufen ...“ Um welches Motiv es sich handelt, darüber schweigen er und Stefan Roßkopf, der Pressechef des FCK. Irgendwann wird man den Wetteinsatz ja vielleicht sehen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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