Eishockey
Die Adler Mannheim und Andy Brehmes Weisheit
Schließlich hatten sie gerade ein Spiel 0:4 verloren, in dem sie über weite Strecken das klar bessere Team waren und ihren Gegner, die Kölner Haie, vollständig dominierten.
Kapitän Denis Reul war nach der fünften Niederlage in Folge ratlos: „Ich habe eine solche Phase in meiner gesamten Karriere noch nicht erlebt, wie wir sie momentan haben. Egal, was wir nach vorne werfen, wir bekommen die Scheibe nicht über die Linie. Und hinten fällt einfach immer einer rein.“
Stark verbessert, aber torlos
Die Mannheimer hatten sich gegenüber dem blamablen Auftritt am Freitag in Nürnberg stark verbessert gezeigt, spielten gegen die Haie eines der besten Eröffnungsdrittel ihrer Saison. 19:3 Schüsse wies die Statistik nach den ersten 20 Minuten aus. Nur auf der Anzeigetafel war davon nichts zu sehen. Weil die Adler Chancenwucher betrieben und reihenweise beste Möglichkeiten ungenutzt ließen oder am überragenden Tobias Ancicka im Kölner Tor scheiterten. Und: Insgesamt drei Mal trafen die Mannheimer im Spiel den Pfosten.
Coach Dallas Eakins nahm seine Spieler in die Verantwortung: „Das heutige Spiel ist eine Erinnerung daran, dass jeder Moment ein wichtiger ist. Als Stürmer bekommst du nicht viele Tormöglichkeiten in einem Spiel, aber wenn sich die Chance bietet, musst du bereit dafür sein sie zu nutzen.“
Reiner Chancenwucher
Stürmer Stefan Loibl stimmte seinem Coach nach dem Spiel zu: „Am Ende ist es die Torchancenverwertung, die den Unterschied macht. Das Spiel muss nach dem ersten Drittel entschieden sein, aber wir bringen die Scheibe nicht rein.“ Der 27-jährige bezog sich dabei explizit mit ein: „Ich hatte heute selbst mehrere gute Chancen, da muss ich einfach treffen.“
Bitter für die Adler, dass momentan auch die beiden Torhüter bisher unbekannte Schwächen zeigen. So sah Arno Tiefensee beim 0:1 alles andere als gut aus, indem er zu spät reagierte und Drew MacIntyre ein Abstaubertor ermöglichte.
Auch das 0:2 war ein Hinweis darauf, woran es bei den Adlern aktuell hakt. Hatten sie selbst drei Überzahlsituationen verstreichen lassen, ohne dort auch nur einmal besondere Torgefahr auszustrahlen, genügte den Kölnern die erste eigene Powerplay-Situation um direkt zu treffen.
Teamgeist gefordert
Der Blick geht jetzt schon jetzt nach vorne, wenn am Wochenende die Spiele daheim gegen Düsseldorf und am Sonntag in Berlin anstehen. Loibl verwies dabei vor allem auf den Teamgeist: „Wir dürfen den Kopf jetzt auf keinen Fall hängen lassen. Nur gemeinsam kommen wir da wieder raus.“ Auch sein Kapitän hat den Glauben an die eigene Stärke keineswegs verloren. „Ein Problem hätten wir, wenn wir uns keine Chancen erspielen. Aber wir haben Chancen ohne Ende. Was wir brauchen, ist ein Erfolgserlebnis. Dann kommt auch hoffentlich der Ketchupflascheneffekt“, zog Reul einen oft bemühten Vergleich.