Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Deutschland gegen Ungarn 31:31: Knorr dreht auf

Juri Knorr tankt sich durch.
Juri Knorr tankt sich durch.

Was für ein putzmunteres Spiel! Deutschland trennt sich am Samstag 31:31 von Ungarn. Ein Rückkehrer macht Werbung in eigener Sache.

Für seine Verhältnisse lehnte sich Bundestrainer Alfred Gislason am Freitag weit aus dem Fenster. „Juri hat eine große Zukunft bei uns in der Nationalmannschaft“, sagte Gislason über den Mittelmann und hatte da gerade dessen Trainingsleistungen in der abgelaufenen Woche im Kopf. Knorr verpasste die Europameisterschaft im Januar, weil er sich als Corona-Genesener nicht impfen lässt und auf eine natürliche Immunität setzt. Knorrs Karriere schien einen Knick bekommen zu haben.

Elegant und effektiv

Am Samstag in der Schwalbe-Arena zeigte der Spieler der Rhein-Neckar Löwen nach der Pause, als er mitmachen durfte, welch außergewöhnliche Fähigkeiten er hat. Alles sieht so elegant aus bei ihm, und ist doch so effektiv. Der 21-Jährige war da der auffälligste Spieler, warf vier blitzsaubere Tore und brillierte mit seinen Anspielen an Johannes Golla. „Es war eine komische Zeit für mich“, sagte Knorr. „Ich versuche, immer so gut zu spielen, wie es geht. Das Spiel hat Spaß gemacht. Es war eine gute Woche für mich“, erläuterte er.

Auffälligster deutscher Akteur war Fabian Wiede, auch wenn er die letzte deutsche Chance mit einem Dreher ausließ. Wiede beeindruckte mal wieder durch seine Spielintelligenz. Ihm gelangen neun Treffer. Der Berliner schoss auch das schönste deutsche Tor. Durch einen gewieften Pass von der halbrechten Seite setzte er Lukas Mertens ins Szene, der Linksaußen warf aber nicht, sondern gab den Ball zurück zu Wiede, 13:12 per Kempa-Trick, toll.

Wiede in Topform

Wiede verzichtete aus persönlichen Gründen zunächst auf die Europameisterschaft, als die Corona-Welle losschwappte, rückte er nach, fremdelte jedoch während des ganzen Turniers ein wenig. Das war nicht der Fabian Wiede, wie man ihn kennt. In Gummersbach nun aber war er in Topform. Gut so, denn Stammkraft Kai Häfner war ja nicht dabei.

Wie sah der neue deutsche Innenblock nach den Rücktritten von Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek aus? Es begannen Johannes Golla und Simon Ernst, das war nicht überraschend, später bildeten Julian Köster und Debütant Tim Zechel vom HC Erlangen das defensive Zentrum. Mit den schnellen ungarischen Spielern hatten sie gerade nach der Pause ihre liebe Not. Da waren die Lücken zu groß, und die Gäste waren nah dran, das Spiel für sich zu entscheiden. Linksaußen Marcel Schiller vergab in der heißen Phase zwei Möglichkeiten. Heute (17.15 Uhr) ist in Kassel das „Rückspiel“. Einspielen für die WM-Play-off-Partien gegen die Färöer ist das Motto. „Es geht immer besser. Am Ende haben wir zu viele Chancen liegenlassen“, meinte Kreisläufer Jannik Kohlbacher.

Das passte: Am Heiner-Brand-Platz 1 feierte der frühere Gummersbacher Simon Ernst sein 50. Länderspiel.

SO SPIELTEN SIE

Deutschland: Wolff, Klimpke - Wiede (9), Witzke (2), Kühn (5) - Zerbe (1), Mertens (1) - Golla (4) - Ernst, Köster (2), Kohlbacher, Zechel, Schiller (2/1), Schmidt, Kastening (1), Knorr (4)

Ungarn: Mikler, Szekely - Ancsin, Hanusz (3), Szita (3) - Rodriguez (7), Kovacsics (4) - Topic (1) - Sipos, Balogh (2/1), Leimeter (2), Szöllösi (2), Ligetvari (2), Juhasz (4), Fazekas (1)

Spielfilm: 3:1 (5.), 7:5 (11.), 10:9 (16.), 12:12 (22.), 15:14 (26.), 17:16 (Halbzeit), 20:19 (35.), 23:22 (42.), 27:25 (48.), 29:29 (53.), 30:31 (56.) - Zeitstrafen: 6/4 - Rote Karte: Ancsin (37., grobes Foulspiel) - Siebenmeter: 1/1 - Beste Spieler: Wiede, Knorr, Kühn - Szita, Rodriguez, Hanusz - Zuschauer: 2480 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Santos/Fonseca (Portugal).

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