Sport
Der Umbruch der Löwen: Die Veteranen gehen voran
Auch wenn der Gegner gefährlich ist, müssen die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag (16 Uhr) gegen die HSG Wetzlar gewinnen. Gleichzeitig muss der Handball-Bundesligist die Suche nach der eigenen Identität fortsetzen.
Im Oktober 2004 spielte Alexander Petersson für die HSG Düsseldorf, die sich in jener Spielzeit als Tabellen-15. ganz knapp den Klassenerhalt in der Bundesliga sicherte. Von seinem Status als Weltklassespieler war der Isländer vor 15 Jahren noch ein gutes Stück entfernt. „Wo hat Alexander Petersson gespielt, als er 24 Jahre alt war“, fragte Kristjan Andresson am Mittwochabend im Bauch der SAP Arena. Der Trainer der Rhein-Neckar Löwen wollte mit diesem Vergleich den Druck von Niclas Kirkelökke und Romain Lagarde nehmen. „Niclas ist 24 Jahre alt, Romain ist 22. Beide spielen gerade das erste Jahr in der Bundesliga“, erläuterte der Übungsleiter.
Routine spielt eine Hauptrolle
Kurz zuvor hatten die Löwen im Achtelfinale des DHB-Pokals erst in der Verlängerung 36:34 gegen Frisch Auf Göppingen gewonnen – und die Neuzugänge hatten dabei nur eine Nebenrolle gespielt. Die Veteranen im Löwen-Trikot hatten die Partie entschieden, neben Petersson (39, seit 2012 bei den Badenern) waren auch Andy Schmid (36, seit 2010) und Gedeon Guardiola (35, seit 2012) wichtige Faktoren beim Einzug ins Viertelfinale.
Es wird in den ersten Wochen der Saison immer wieder sichtbar, dass der Löwenkader beim Umbruch im Sommer klug und spannend zusammengestellt wurde, gleichzeitig wird aber auch offenkundig, dass die Harmonie auf dem Feld immer wieder verloren geht. Die Abstimmung fehlt in Teilen, so dass in Stresssituationen gut funktioniert, was lange gewachsen ist. „Wir machen immer wieder richtig gute Sachen, aber haben eben auch Phasen, in denen es nicht gut läuft“, sagt Patrick Groetzki. Der Rechtsaußen ist seit 2007 bei den Löwen und damit dienstältester Spieler im Kader.
Qualität ist da
Für Andresson wird es in den kommenden Wochen darauf ankommen, seine Ideen mit allen Spielern („Ich habe 17 Mann im Kader und alle haben so viel Qualität“) umzusetzen und gleichzeitig in den Pflichtspielen erfolgreich zu sein. Das ist kein einfacher Job, denn Mannschaften wie Göppingen – oder der nächste Kontrahent Wetzlar – sind gut genug, um kleine Schwächen bei den Badenern gnadenlos zu bestrafen.
Der Kader der Löwen bietet üppige personelle Möglichkeiten, aber im Moment befindet sich Andresson, befinden sich die Spieler mit ihrem Trainer auf der Suche nach den besten Lösungen. „Natürlich sind wir in einem Prozess, aber wir stehen im Viertelfinale des Pokals und haben in der Liga zehn Punkte geholt“, rechnet der isländische Coach vor. Gegen Wetzlar sollen die Zähler elf und zwölf hinzukommen.