Eishockey
Der Sohn eines Ex-Adlers trifft
Nein, es war definitiv kein denkwürdiger Eishockey-Abend in der SAP-Arena. Außer vielleicht für Ralf Rollinger: Der beste Torschütze der Jungadler feierte in der vierten Reihe sein Debüt. Florian Elias rückte für Marcus Eisenschmid, der aus privaten Gründen fehlte, in die dritte Reihe auf. Im Tor erhielt Vielspieler Felix Brückmann eine Pause – Florian Mnich feierte sein Saisondebüt in der Anfangsformation. Aber auch die Schweizer Gäste hatten nach ihrer Niederlage gegen Fribourg in der heimischen Liga durchrotiert. Unter anderem stand der erst 17-jährige Loris Uberti im Tor. Beleg dafür, welche Bedeutung Gästetrainer John Fust der Begegnung beimaß, bei der es nur für die Adler um den Gruppensieg ging und in der Lausanne keine Aussichten mehr auf das Achtelfinale hatte.
Eher eine Trainingseinheit
Es war also alles angerichtet für eine läuferische Trainingseinheit vor immerhin 4238 Zuschauern. Nach einem weitgehend ereignislosen ersten Durchgang lagen die Gäste, möglicherweise zur eigenen Überraschung, mit 1:0 in Führung: Jiri Sekac (18.) stand dabei frei vor Mnich. Schade, dass der ursprüngliche Fehler, der die Schweizer erst in Schussposition brachte, ausgerechnet vom 17-jährigen Rollinger kam. Besser wurde es in Durchgang zwei nicht wirklich. Sicher: Die Adler kamen ein wenig bemühter aus der Kabine, mehr war es aber weiterhin nicht – auch nicht im zweiten Überzahlspiel.
Torschütze mit großem Namen
Wie Powerplay effektiver funktioniert, demonstrierten erneut die Gäste, die dabei allerdings auch zwei Spieler mehr auf dem Eis hatten. Gerade einmal 17 Sekunden benötigten sie für das 0:2 (29.). Immerhin der Name des Schützen ließ Mannheimer Eishockey-Nostalgiker in Erinnerungen schwelgen. Tim Bozon – Sohn von Philippe Bozon (heute 54; von 1996 bis 1999 Adler) –, der seine ersten Schritte auf Mannheimer Eis gemacht hatte, überwand Mnich aus kurzer Distanz.
Chancen der Adler? Man könnte es „Versuche“ nennen. Nigel Dawes (33./37.) und Arkadiusz Dziambor (39./40.) brachten die Scheibe in Richtung Tor. In Verlegenheit brachten sie Uberti damit nicht. Doch Trainer Pavel Gross zeigte den Willen, das Spiel doch zu drehen, er nahm in Überzahl Torhüter Mnich bereits sieben Minuten vor Schluss vom Eis. Benjamin Baumgartner bestrafte diesen Mut mit dem 0:3 (54.). Als Sinan Akdag zweieinhalb Minuten vor Schluss verkürzte, war das zu spät für eine Wende, auch wenn Gross erneut den Torhüter vom Eis genommen hatte.
Die Auslosung für das CHL-Achtelfinale ist am Freitag. Termine für diese Runde gibt es noch nicht.