EM-Tagebuch RHEINPFALZ Plus Artikel Der große Regen

Warten auf Besserung im U-Bahn-Tunnel.
Warten auf Besserung im U-Bahn-Tunnel.

Ich habe echt Glück gehabt.

Als ich vor zehn Tagen in den Zug in Richtung München stieg, hatte ich Klamotten dabei und viel Lust auf das, was vor mir liegen sollte. Aber ich hatte weder eine Regenjacke noch einen Regenschirm dabei. Regen? In München? Nein, das mochte ich mir nicht vorstellen. Ich irrte.

Donnerstagabend ging es mit einem heftigen Gewitterschauer los, und am Freitag regnete es über den Tag verteilt immer wieder. Die Natur ist dankbar für die Erfrischung und hat sie dringend nötig – so wie ich meine blaue Regenjacke.

Hilfe aus der Heimat

Wie gesagt, ich hatte Glück, denn am Freitag kamen Bekannte aus der Heimat, die das Abschlusswochenende der Championships als Zuschauer erleben wollen. Bei ihnen hatte ich meine Regenjacke bestellt, die ich rechtzeitig im Empfang nehmen durfte, ehe der Tag so richtig für mich begann.

Ich blieb also einigermaßen trocken, als das fiese Tiefdruckgebiet über München und den Wettkampfstätten der Championships lag. Allerdings kann so eine Regenjacke natürlich die ganz großen Schauer nicht abfedern, so dass ich mich hin und wieder unterstellen und wie viele andere auch Zuflucht suchen musste, wenn es arg heftig herniederprasselte.

Ich half mir mit der Einsicht, dass ich es trotzdem noch gut erwischt habe, denn ich musste bei dem Schietwetter immerhin kein Beachvolleyball spielen.

Lüften? Mitnichten!

Mit dem Regen ist ein Temperatursturz einhergegangen. Es hat knapp zehn Grad abgekühlt. Endlich, so könnte man meinen, endlich kann ich die Fenster meiner Dachwohnung aufreißen, durchlüften und die Sauna der zurückliegenden Tage in einen Ort verwandeln, in dem es sich aushalten lässt.

Leider weit gefehlt, denn mir klingen noch die Worte meines Vermieters im Ohr. „Passen Sie auf, wenn es regnet, denn die Fußböden sind nicht behandelt, wenn es nass wird und Schäden gibt, müssen sie dafür aufkommen.“ Eine Dachwohnung mit Dachfenstern durchzulüften, wenn es regnet, ist unter diesen Voraussetzungen ein Ding der Unmöglichkeit. Das bedeutet, dass vermutlich alle Menschen in München angesichts der gesunkenen Temperaturen aufatmen können – nur ich nicht. Meine Wohnung ist nicht nur weiterhin warm, sondern jetzt mit einer Luftfeuchtigkeit ausgestattet, dass Sauna der falsche Begriff ist. Ich wohne jetzt in einem Dampfbad.

Puh, zwei Tage noch, die halte ich noch durch.

Keine Möglichkeit, die Bude unterm Dach durchzulüften.
Keine Möglichkeit, die Bude unterm Dach durchzulüften.
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