1. FC KAISERSLAUTERN
Der FCK kann sich nur noch selbst stoppen
Wie ist die Ausgangssituation?
Der 1. FC Kaiserslautern belegt mit 56 Punkten Drittliga-Platz zwei, der 1. FC Saarbrücken ist mit 52 Punkten erster Verfolger. Eintracht Braunschweig (51) nimmt Rang vier ein. Selbst wenn die Niedersachsen ihr Nachholspiel am 26. März beim VfL Osnabrück gewinnen, kommen sie Stand jetzt nicht an die Roten Teufel heran. Der FCK hat es somit selbst in der Hand, direkt aufzusteigen und die Dritte Liga nach vier Jahren Zugehörigkeit nach oben zu verlassen.
Wie sieht es mit dem Personal aus?
Fast optimal. René Klingenburg ist nach der beim 1:0 in Osnabrück erlittenen Gehirnerschütterung wieder ins Training eingestiegen. Zum Wochenstart am Dienstag fehlten allein Lucas Röser und Jean Zimmer. Beide befinden sich im Aufbautraining. Kapitän Hendrick Zuck und Abwehrchef Kevin Kraus haben je viermal Gelb gesehen, es drohen an den verbleibenden acht Spieltagen Sperren. Der FCK aber hat in dieser Saison oft bewiesen, dass er das Fehlen von Stammkräften zu kompensieren vermag.
Wie schwer ist das Restprogramm?
Ein Pluspunkt für den FCK, obschon aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga jeder Gegner seine Tücken hat. Seitens der Mitbewerber im Aufstiegskampf wartet auf die Elf von Trainer Marco Antwerpen aber nur noch am Ostersonntag, 17. April, 14 Uhr, Saarbrücken, und das auf dem Betzenberg. Bestplatzierter Endspurt-Widersacher ist nach dem FCS Wehen Wiesbaden als Achter. Die Konkurrenz hat es viel schwerer. Saarbrücken etwa trifft noch auf 1860, Waldhof und den FCK. Nicht ganz so diffizil sind die Braunschweiger Aufgaben. Außer Osnabrück wartet von den Top sieben allein Primus Magdeburg.
Was macht die Kaderplanung?
FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen hat reichlich Arbeit. 14 Verträge – Optionen ausgeklammert – laufen zunächst einmal aus. Das sind unter anderem jene der Stützen Raab, Hercher, Kraus, Winkler und Wunderlich. Bei Letztgenanntem verlängert sich der Kontrakt nach RHEINPFALZ-Informationen bei einer gewissen Anzahl an Pflichtspielen. Andere Verträge verlängern sich nach Informationen dieser Zeitung bei Aufstieg automatisch. Hengen will sich zur Personalplanung jedoch nicht äußern und sagt: „Wir tun gut daran, uns weiter auf das Wesentliche zu konzentrieren und uns nicht ablenken zu lassen.“ Fakt ist: Hengen muss bei allen Planspielen wohl noch länger zweigleisig denken, was nicht einfach ist.
Welchen Bonus hat der FCK?
Die Fans des FCK richten sich auf eine wochenlange Party ein. Zum Spiel an diesem Samstag (14 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) zu Freiburg II begleiten rund 5000 Fans die Mannschaft. Auch die Partien in Würzburg, Wiesbaden und Köln dürften Lauterer Pilgerfahrten werden. Auf der Zielgeraden ist das ein Faustpfand.
Wer sind mögliche Relegationsgegner für den Drittliga-Dritten?
Stand jetzt hieße der Widersacher auf Rang 16 in Liga zwei Dynamo Dresden (27 Punkte). Der FC Ingolstadt (15) als Schlusslicht ist dem Abstieg geweiht, Erzgebirge Aue (19, ein Spiel weniger) als Vorletzter bräuchte ebenso eine Serie, um sich zu befreien. Platz 15 (Sandhausen, 30) und Rang elf (Düsseldorf) liegen nur einen Zähler auseinander.
Die RHEINPFALZ-Prognose?
Der 1. FC Kaiserslautern wird die „Nachspielzeit“ vermeiden und direkt in die Zweite Liga aufsteigen. Die Defensive ist top, das Team wirkt zu stabil und hat sich von Rückschlägen wie dem 1:2 bei 1860 München oder dem Rückstand gegen Verl nicht aus dem Tritt bringen lassen. Mit jedem weiteren Sieg wächst das eh schon ausgeprägte Selbstbewusstsein. Philipp Hercher hat recht: Der FCK kann sich nur noch selbst stoppen.
