Fussball Der FC St. Pauli hat in Hamburg dem HSV den Rang abgelaufen
Hamburg, das ist HSV. So war es immer, früher. Der große Hamburger SV und der kleine FC St. Pauli. Die einen spielen um die Meisterschaften, die anderen um einen Platz in der Fußball-Bundesliga und gegen die finanziellen Nöte. Doch das ist nicht mehr so. Der HSV, der einstige Bundesliga-Dino, ist als ambitionierter Aufsteiger in die Saison 2025/26 gestartet. Die Ansprüche von einst wirken realitätsfern. Der Klub nimmt die Rolle als Aufsteiger an, kämpft gegen den Abstieg. Der Aufsteiger HSV ist anders als der Absteiger HSV. Letztlich war der Absturz 2018 eine logische Konsequenz aus einer Fülle an falschen Entscheidungen, Überschätzung und Eitelkeiten.
Der HSV 2025 kommt anders daher. In sieben Jahren Zweitklassigkeit hat sich der Verein wirtschaftlich konsolidiert, die Zahl der Mitglieder ist von etwa 80.000 auf 130.000 gestiegen, das Stadion ist mit 57.000 Zuschauern zumeist ausverkauft und dennoch herrscht sportlicher Realismus. Es scheint, als habe der Verein Bescheidenheit und Demut gelernt. Geblieben sind nur die beinahe schon traditionellen Klatschen beim FC Bayern. Am vergangenen Wochenende wurde es mit 0:5 nicht so übel wie einst beim 0:8 im Jahr 2017 – noch mit René Adler und Co.
Arbeitssieg statt Hurra-Fußball
Der FC St. Pauli hingegen ist seit 2024 in der Spitzenklasse. Vom Liga-Neuling kann keine Rede mehr sein. Nach drei Spieltagen spiegelt die Tabelle die Machtverhältnisse in Hamburg wider. St. Pauli, im Stadtderby (2:0) vor einigen Wochen wurde der HSV furios an die Wand kombiniert, grüßt von Platz vier, die Rothosen sind mit einem Punkt 17.. Die Kiezkicker lassen in dieser Frühphase mit ansehnlichem Fußball aufhorchen. Am vergangenen Wochenende siegte das Team von Trainer Alexander Blessin gegen den FC Augsburg mit 2:1. Da zeigte der Hamburger Stadtmeister auch, dass er sich nach einem Rückstand zurückkämpfen kann. Trainer Blessin fand nach Abpfiff bei Dazn, dass der Sieg „nicht unverdient“ war. „Aber letzten Endes war es eine brutale Mentalitätsleistung.“ Zum ersten Mal überhaupt startet der einst so kleine FC St. Pauli mit zwei Siegen und ohne Niederlage in eine neue Saison – und als Nummer eins im Norden.
Am Freitag trifft der FC St. Pauli auf den VfB Stuttgart (20.30 Uhr, Sky). Der Pokalsieger ist nach einem Sieg und zwei Pleiten noch auf Form-Suche. Ob das der Bundesliga-Aufsteiger von 2024 für sich nutzen kann? Dann setzen die Kiezkicker ihren Ausflug unter die Top-Teams der Bundesliga fort. Der HSV empfängt am Samstag (15.30 Uhr, Sky) Tabellenschlusslicht Heidenheim. Vielleicht gelingt dem HSV dann ja der erste Dreier seit dem Wiederaufstieg. Die Heidenheimer müssen ohne ihren Stürmer Budu Zivzivadze auskommen. Der georgische Nationalspieler wird nach seinem Foul an Gegenspieler Felix Nmecha von Borussia Dortmund am vergangenen Samstag aufgrund einer Sperre in den kommenden drei Partien fehlen.
Tipps der Redaktion
VfB Stuttgart - FC St. Pauli 2:2
Werder Bremen - SC Freiburg 1:2
FC Augsburg - 1. FSV Mainz 05 1:1
1899 Hoffenheim - Bayern München 0:4
Hamburger SV - 1. FC Heidenheim 2:0
RB Leipzig - 1. FC Köln 2:1
Eintracht Frankfurt - Union Berlin 3:1
Bayer Leverkusen - Bor. M’gladbach 2:1
Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg
1:0