Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Der 1. FC Köln will sich nicht auffressen lassen

0:2 gegen Darmstadt 98 – Florian Kainz stellt sich den Fans.
0:2 gegen Darmstadt 98 – Florian Kainz stellt sich den Fans.

Der 1. FC Köln kämpft wieder einmal gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Dieser hätte fatale Folgen für den Klub.

Mark Uth hat ein sonniges Gemüt, das konnte der gebürtige Kölner in diesen Tagen mal wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen. Der Vertrag des Offensivspielers beim 1. FC Köln läuft bis Juni 2025, Gültigkeit hat dieses Datum allerdings nur für die Bundesliga.

Im Falle eines Abstiegs endet der Kontrakt schon in diesem Sommer – eine Variante, von der Uth aber nichts wissen will. Darüber müsse man gar nicht reden – denn, so der 32-Jährige: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir drin bleiben.“

Erschütternd schwach

Angesichts der sportlichen Lage des Geißbockklubs ist das eine ausgesprochen optimistische Haltung: Nach ihrer erschütternd schwachen Leistung beim 0:2 am vergangenen Samstag gegen Schlusslicht Darmstadt 98 blicken die Kölner nun mit einem stattlichen Fünf-Punkte-Rückstand zum Relegationsplatz empor. Vier Partien stehen noch aus, die nächste am Sonntag beim formstarken Klassenkampfkonkurrenten Mainz. „Wir haben“, ahnt Uth, „nur noch eine Chance. Wir müssen dieses Spiel gewinnen oder dürfen es zumindest nicht verlieren.“ Und: „Wir dürfen uns nicht auffressen lassen.“

Gegenmittel nötig

Bei der Heimniederlage gegen Aufsteiger Darmstadt fraß die Angst vor eigenen Fehlern die ohnehin schon reichlich verkümmerte fußballerische Seele der Rheinländer auf. Findet der FC hier nicht in Windeseile ein Gegenmittel, ist der siebte Abstieg in der Vereinsgeschichte unabwendbar. Ein Szenario, bei dem wohl auch der Kader ordentlich angeknabbert würde: Neben Routinier Uth hat auch der – bis 2026 datierte – Vertrag von Angreifer Davie Selke keine Gültigkeit für die Zweite Liga. Zudem sind in den Arbeitspapieren von drei Profis, dem Vernehmen nach handelt es sich um die Leistungsträger Marvin Schwäbe, Jeff Chabot und Dejan Ljubicic, Ausstiegsklauseln verankert.

Es bahnt sich also ein personeller Aderlass an – und dass der FC wegen der von der Fifa verhängten Transfersperre in diesem Sommer keine Spieler verpflichten kann, macht die Sache nicht einfacher. Schwierig, im aktuellen Job zu bleiben, dürfte es für Trainer Timo Schultz werden. Anfang Januar kam der ruhige Ostfriese als Nachfolger des deutlich geräuschvolleren Steffen Baumgart, erkennbar weiterentwickelt hat der 46-Jährige das Team aber nicht.

Kellers Sparkurs

„An Timo liegt es nicht“, sagt Christian Keller zwar. Dabei steht der Sportchef des FC selbst massiv in der Kritik. Ebenso wie die Vereinsführung um Präsident Werner Wolf. Immerhin: Kellers harter Sparkurs hat dem FC im vergangenen Jahr einen Gewinn von 12,5 Millionen Euro beschert – parallel dazu aber eben auch den rasanten sportlichen Abstieg. In der Zweiten Liga würden die Einnahmen aus TV-Geldern und Sponsoring um rund 45 Millionen Euro zurückgehen. Mit Verweis auf die dann gleichzeitig „deutlich reduzierten“ Personalkosten für den Profikader betont Keller: „Die klare Botschaft lautet, dass der 1. FC Köln auch in der Zweiten Liga in der Lage sein wird, sich aus eigener Kraft zu tragen und ein positives Jahresergebnis vorzuweisen.“

Rheinpfalz-Tipps

VfL Bochum - TSG 1899 Hoffenheim 1:3
FC Bayern - Eintracht Frankfurt 3:0
RB Leipzig - Borussia Dortmund 2:2
SC Freiburg - VfL Wolfsburg 2:1
FC Augsburg - Werder Bremen 2:1
Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 1:2
Borussia M’gladbach - Union Berlin 3:1
1. FSV Mainz 05 - 1. FC Köln 2:0
SV Darmstadt 98 - 1. FC Heidenheim 0:1

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